Flittertage in Portugal


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Wir gönnen uns ein paar Tage in Portugal, drei Nächte in Lissabon und zwei Tage in Porto. In Lissabon sind wir im Hotel Valverde untergebracht – ein überaus empfehlenswertes Haus! Michelin, dieser französische Reifenhändler, war auch schon hier und hat für Renate Restaurants herausgesucht. So besuchen wir das feine Restaurant Belcanto, das uns das feinste kulinarische Erlebnis seit langem bringt. Lissabon gefällt uns. Die Stadtspaziergänge sind eine Freude. Alles ist recht entspannt und zuvorkommend.

Diesmal sind wir auf eco unterwegs und fahren mit dem Zug von Lissabon nach Porto weiter. Meine letzte Zugfahrt auf dieser Strecke vor 40 Jahren habe ich anders in Erinnerung. Okay, damals war ich mit Oskar unterwegs.

In Porto besuchen wir die Fischfabrik Pinhais. Sie ist mit ihren Sardinen in der markanten Fischdose unter der Marke Nuri bekannt. Österreich ist einer der Hauptabsatzmärkte. Die Firma besteht seit 1920, fast alles wird noch per Hand gemacht. 2016 hat ein Österreicher die Firma übernommen. Wir staunen – hier mehr am Internet. Die Führung ist wirklich eine dringende Empfehlung! Esst mehr Nuri-Sardinen!

Natürlich spazieren wir auch durch Porto, die Bootsfahrt am Douro fällt allerdings leider im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Manchmal regnet es eben auch in Portugal. Am Tag unseres Heimflugs finden wir dann noch, und diesmal wirklich ungeplant, ein ganz besonderes, winziges Lokal. Der Eigentümer hat jahrelang im Belcanto gearbeitet und bietet nun für maximal zehn Gäste selbst Essen an. Das Lessa in Porto ist definitiv auch eine Empfehlung wert. Webseite und so modernen Schnickschnack hat das Lokal nicht, dafür gibt es hier vorzügliches Essen!

Ganz zum Schluss holt sich noch der Atlantik meine Renate. Diese wilden Wellen! Völlig unberechenbar! In unserem Hotel, der Vila Foz, ist das Personal gefordert, um bei der Trocknung zu helfen. Selbst so ein ungewöhnliches Anliegen bringt aber ein Haus dieser Kategorie nicht in Verlegenheit. Eh klar!

Singapur und Bali


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Singapur

Über Zürich fliegen wir nach Singapur. Wir, das sind Renate, Carina, Tilla und ich. Renate hat vor doch schon einiger Zeit ein Jahr in Singapur studiert und so statten wir diesem Stadtstaat einen Besuch ab. Der Flug ist erstaunlich erträglich. Selbst in der Economy Class kann ich ganz gut schlafen. Das Fliegen wird besser. Die Immigration ist ebenso professionell und kurzweilig. Da funktioniert alles.

Zwei Taxis werden uns zugeteilt, weil wir zu viert mit dem Gepäck nicht in eines passen. Renate hat die Hotels ausgesucht. Das ist mir überaus angenehm, weil mich die Hotelwahl schlicht nervt. Ehe sie mit Tilla ins Taxi hüpft, ruft sie mir noch zu: „Wir sehen uns im Fullerton Bay Hotel“. Gerne, mir soll es recht sein. Im Taxi prüfe ich die Buchung und wundere mich, dass hier steht „The Fullerton Hotel“. Ich frage den Taxler. Ja, es gibt das Fullerton Bay Hotel und „The Fullerton“. Um es kurz zu machen, wir sitzen zu viert im Fullerton Bay bei der Rezeption. Eine Buchung findet der gute Mann nicht. Das Bay ist das modernere Hotel und gefällt den Mädels sehr gut. Das Fullerton ist das ehemalige Postgebäude mit jeder Menge Historie. Die Rezeption findet unsere Buchung letztlich im Schwesterhotel und wir wandern ins gar nicht so weit entfernte Fullerton. Uppsi, kann man ja vertauschen!

Singapur ist eine feine Stadt. Auch die angekündigte Schwüle ist bei unserem Besuch bis auf einmal eigentlich erträglich. Selbst mir gelingt es, im Freien und ohne Schweißausbruch zu essen. Wir besichtigen die Gardens by the Sea, Chinatown, Little India, das arabische Viertel, natürlich das Raffles Hotel,…

Die Stadt ist wohl organisiert und sehr sicher. Der Besuch hier ist tiefenentspannt und macht Spaß. Alles hat seine Ordnung. Na ja, und dass man fürs bei Rot-über-die-Ampel-gehen gleich eingesperrt wird, bezweifle ich nun mal schwer. Der Taxler, der uns wieder zum Flughafen bringt, hält es mit den Regelungen nicht so streng. Wir sitzen zu viert im Taxi, und weil der Kofferraum für unser Gepäck zu klein ist, habe ich einen Koffer am Schoß. Alles ganz entspannt!

Bali

Spätabends kommen wir in Denpasar an. Die Einreise ist ähnlich unkompliziert wie in Singapur, und trotzdem erkennt man einen ziemlichen Unterschied. Indonesien lässt für den Zoll genauestens ausfüllen. Das passiert ganz modern am Handy. Ich verschweige die Einfuhr des Tablets und habe ein bisserl Stress. Aber am Zoll reicht das Hochhalten des Handys für die gefällige Prüfung. Der Zöllner hält sein Handy ebenfalls hoch. So halten alle ihr Handy hoch und die Zollkontrolle ist damit für alle erledigt. Wer will, kann sich auch noch auf ähnliche Art und Weise kontrollieren lassen, ob er die Umweltabgabe gezahlt hat. Wir haben gezahlt, aber verzichten auf das Winken mit dem Handy. Welcome to Bali!

Ubud

Suad, unser Fahrer, wartet schon auf uns. Er bringt uns nach Ubud. Google Maps meint, dass wir für die 36 Kilometer fast zwei Stunden brauchen werden. Da bin ich mal gespannt. Aber so ist es dann auch wirklich auf Bali. In einer endlosen Kolonne, flankiert links und rechts von hunderten Mopeds, zuckeln wir dahin. Im Dunklen ziehen Imbissbuden, eine an die andere gereiht, an uns vorbei. Endlich in Ubud angekommen, erkennen die Mädels, dass man hier vermutlich gut shoppen kann. Die Imbissbuden sind besseren Lokalen und jede Menge Läden bekannter Marken gewichen. Im Hotel werden wir überaus freundlich empfangen. Am Zimmer wartet ein Obstkorb. Begeistert schäle ich eine Schlangenfrucht, beiße kraftvoll in den vermeintlich weichen Kern und verabschiede mich von meinem Schneidezahn. Okay, mit ausgebrochenem Schneidezahn bin ich hier nicht der einzige. Das ist mir schon am Flughafen aufgefallen. Vielleicht macht es mich sogar sympathisch hier. Es sieht jedenfalls für meine Begleiterinnen ein bisserl irritierend aus. Aber was soll’s? Wir fallen müde in die Betten, vielleicht wächst er ja über Nacht nach.

In Ubud stehen Reisplantagen, Tempel und der Monkey Forest am Programm. Kurz, alles was so zu Bali gehört. Zu Bali gehört natürlich auch der Kaffee, dessen Bohnen von irgendwelchen katzenähnlichen Viecherln vorverdaut wurden. Aha, eine Delikatesse! Die erschließt sich mir nicht zu hundert Prozent. Oder, meinetwegen bzw. für meinen Kaffee braucht niemand den Katzenmist einsammeln.

Während unseres Aufenthalts erreicht uns die Nachricht, dass Österreich von Platz 1 der Liste mit der unfreundlichsten Bewohner durch Kuwait verdrängt wurde. Ich horche in mich hinein und muss gestehen, das mit der Unfreundlichkeit ist nicht so ganz an den Haaren herbeigezogen. Die Leute sind hier so uneingeschränkt freundlich, dass ich anfangs immer dachte: „Was will die von mir?“ oder „Macht sich der gar lustig?“. Schon nach kurzer Zeit akzeptiere ich, dass man hier eben freundlich ist, auch wenn ich mir das als Bewohner des nun zweitunfreundlichsten Landes der Welt nicht so recht vorstellen kann. Es ist halt so und es ist fein so.

Sanur

Nächster Stopp auf Bali ist das Bali Beach Hotel in Sanur. Es ist das einzige Hochhaus. Als erstes Hotel dieser Art wurde es in den 60ern errichtet und diente wohl als Mahnmal, was man hier nicht will. Nun wurde und wird es renoviert. Wow, der Blick von unserem Balkon ist ein Wahnsinn. Der Pool ist riesig, Renate kann ihre Bahnen ziehen. Das Hotel lässt mich aber auch schmunzeln. Alles ist schön und großzügig. Bei genauerem Hinsehen frage ich mich aber, ob das alles auf Temu oder Wish bestellt wurde. Und welchen Beruf hat der Elektriker gelernt? Die Lichtschalter zeigen erratisches Verhalten und der Kriechstrom lässt es im Zimmer auch ein bisserl hell sein, obwohl alles ausgeschaltet ist. Macht aber nichts, weil wir unter den ersten Gästen nach der Renovierung sind. Meine Prognose ist: lange wird das nicht halten. Aber diese Prognose behalte ich für mich, sonst erkennt man mich gleich als unfreundlichen Österreicher.

Renates Sache sind die offenen Gewässer nicht. Das scheint widersprüchlich zur Tatsache, dass sie so gerne schwimmt. Egal, so fahre ich mit Carina und Tilla alleine zum Schnorcheln. Zu dritt haben wir drei Angestellte auf unserem privaten Motorboot. Das Motorboot ist ein bisserl in die Jahre gekommen und gleicht nicht sonderlich dem Boot auf den Fotos, mit denen geworben wurde. Damit taugt es nicht ganz für die sozialen Medienauftritte der Mädels, aber es bringt uns gut zu den unterschiedlichen Spots. Wir tauchen mit Rochen und Schildkröten. Einmal winken uns gar Delfine zu. Mein Highlight ist das Drift Snorkeling. Bequemer geht nicht! Eine starke Strömung zieht dich über Kilometer entlang der Küste dahin. Man muss gerade die Taucherbrille ins Wasser halten.

Jimabaran

Letzter Stopp ist Jimabaran. Hier wird nochmals ausgiebig Strandleben genossen. Es ist eine teure Ecke auf Bali, für das uns gewöhnte Preisniveau aber überaus günstig. So leisten wir uns auch hier wie bei den anderen Stationen feinstes Essen und schlürfen aus Kokosnüssen zu für Bali unverschämten Preisen. Die Mädels braten, pardon tannen, in der prallen Sonne, um bei der baldigen Heimkehr auch ordentlich Respekt bei den Daheimgebliebenen einzufahren.

Ein ganz entspannter Urlaub geht zu Ende. Der Rückflug ist ein bisserl anstrengender. Warum, weiß ich nicht. Wenn eines Tages Fernreisen umweltverträglich werden, kann man dann so einen Ausflug auch ohne schlechtes Gewissen tätigen. Ich bin sicher, daran wird gearbeitet! Dann wird alles, aber wirklich alles gut!

Palermo

Ein langes Wochenende in Palermo ist doch etwas Feines! Wir wollen Sizilien besuchen. Diesmal werden wir aber nicht von Stadt zu Stadt fahren. Ein langes Wochenende ist uns dafür zu kurz und so beschränken wir uns auf eine Stadt. Damit kann man einerseits nicht behaupten, Sizilien gesehen zu haben, aber anderseits auch einen Zeitverlust durch Herumreisen vermeiden. So genießen wir eben Palermo.

Untergebracht sind wir im Grand Hotel et Des Palmes. Hier fand 1957 ein Gipfel der Mafia statt. Der soll vier Tage gedauert haben – genauso lange wie unser Aufenthalt. Wer wohl in unserem Zimmer übernachtet hat? Hoffentlich war man damals in der Küche des Restaurants, das sich im Stock über unser Suite befindet, mit dem Herumschieben von Inventar rücksichtsvoller als während unserem Aufenthalt. So ein gestresster Mafia-Boss hätte wahrscheinlich nicht so geduldig zugewartet. Na ja, die Zeiten ändern sich.

Palermo haben wir punktuell besichtigt. Das heißt, wir haben es uns gut gehen lassen. Renate hat das Michelin-Essen im Gagini ausgewählt und ich per Zufall authentisches Essen in Mondello, dem schönen Strand in der Nähe Palermos. Während im Gagini nur Touristen das herausragende Essen genossen, waren wir in der Trattoria L’angolo in Mondello die einzigen Touristen. In der Trattoria wurden alle Klischees erfüllt. Temperament, Lebensfreude, Lautstärke und wir mit einer Flasche Weißwein bei authentischem, italienischem Essen mittendrin.

Zwischen den Essen verbringen wir die Zeit mit Spaziergängen in der Stadt und am Strand. Ruhig kommt es mir hier vor. An einem Tag regnet es, da ist es extra ruhig.

Die Herren von 1957 müssen fit gewesen sein. Zumindest ist der Fitnessraum beeindruckend. Wir machen davon als einzige Gäste ausreichend Gebrauch. Sehr angenehm!

Natürlich sehen wir auch die Kathedrale Maria Santissima Assunta. Diese ist überraschend schlicht innen. Wie auch das Hotel sind Fassade und Empfang ein bisserl beeindruckender als der Rest. Möglicherweise wurde da Geld von den anfangs erwähnten Herren in den Fitnessraum abgezweigt. Alles möglich, wenngleich unwahrscheinlich.

In der Kathedrale befindet sich vor dem Altarraum eine horizontale Meridianlinie und fungiert als Sonnenuhr. Man kann nicht nur die Tageszeit ablesen sondern auch, in welchem der zwölf Sternbilder sich die Erde auf ihrem ein Jahr dauernden Weg um die Sonne gerade befindet. Wir sind zu Mittag hier, die Erde sollte in das Sternbild des Stiers eintreten. Zufällig habe ich um halbeins einen Platz an dem im Marmorboden eingelegten Messingstreifen eingenommen. Menschen hängen ihren ReisegruppenleiterInnen an den Lippen, die wild gestikulierend auf den hell erleuchteten Fleck rechts von mir am Boden zeigen, und dabei ihr astronomisches Wissen mit großer Gestik zum Besten geben. Da erkenne auch ich die Sonnenuhr und aus Zufall wird fast Absicht. Der helle Fleck ist ganz in der Nähe des Stiers – das passt. Aber, dass sich das mit der Linie bis 13 Uhr (Anm.: es ist ja Sommerzeit) ausgehen soll, bezweifle ich. So sitzen wir da und beobachten den Fleck, der sich der Linie überraschend schnell nähert. Gelegentlich muss ich einen Touristen verscheuchen, weil sich dieses nicht so helle Touristenlicht zwischen den Boden und den Auslass in der Kuppel der Kathedrale schiebt. Und dann ist es 13 Uhr, aber der helle Sonnenfleck nicht exakt auf der Linie. Also, er ist um zwölf bis 15 Zentimeter von dem Platz entfernt, wo er meines Erachtens sein sollte. Echt jetzt, eine Fertigungstoleranz von diesem Ausmaß?! Ich meine, dass sich plötzlich und speziell die italienischen Reiseführer anderen Sehenswürdigkeiten widmen. Dabei ist doch die Frage so spannend: Es ist astronomisch 12 Uhr und die Sonne steht nicht symmetrisch über der Linie? Ich möchte den Architekten, den beratenden Astronomen oder sonst einen Verantwortlichen sprechen. Oder eiert die Erde gar um die Sonne und wird in sechs Monaten um die gleiche Distanz zur Meridianlinie auf der anderen Seite versetzt stehen? Hallo, ich habe Fragen! Aber niemand hat Interesse. Ich hätte sogar Vorschläge, wie man diesen Missstand korrigieren könnte, ohne dass man die Kuppel abtragen oder den Boden aufreißen muss. Aber niemand teilt meine Empörung. Renate lächelt milde und gibt sich interessiert. Muss sie ja – zwangsläufig. Aber ich bleibe unverstanden zurück. Vielleicht hat eine Künstliche Intelligenz eine Antwort. Doch die erfindet ja angeblich die Antworten, wenn die Frage nur absonderlich genug ist. Wer mir weiterhelfen kann, möge mir eine Nachricht zukommen lassen. Aber ich will eine Antwort und keine tröstenden Worte!

Bis auf diese Konfusion und die Tatsache, dass man von Taxlern übers Ohr gehauen wird, selbst wenn man Uber verwendet, verdient das Wochenende das Prädikat tadellos. Den Italienern scheint es jedenfalls egal zu sein, ob die Linie nun ein paar Zentimeter links oder rechts liegt. Die haben lieber eine gute Zeit in der Trattoria mit Freunden. So bleibt mir Palermo als überaus lebensfrohe Stadt in Erinnerung.

Und sollte mal jemand das Thema der falsch gehenden Sonnenuhr anpacken wollen, ich hätte ein paar Ideen!

Obergurgl

Osterurlaub steht an. Jasmin und Carina sind dabei. So patzigen Schnee wie in Zauchensee oder Ischgl wollen sie nicht mehr haben. Obergurgl bietet sich da als einer der höchsten Orte Österreichs an. Wir gönnen uns ein bisserl Luxus in den Appartements Gletscherblick und müssen dabei gar zwei Stockwerke in zwei getrennten Appartements nehmen. So haben wir drei Schlafräume und damit ein Gästezimmer, das auch Gernot spontan nützt. Die Mädels freut es, denn so kommen sie zu einem Skilehrer, der mit ihnen über die Pisten fetzt.

Renate und ich gehen es gemütlicher an. Mich stört das kein bisserl. Das Wetter ist durchwachsen, teils sperrt der Föhn die Lifte. So kommen Renate und ich nicht einmal nach Hochgurgl. Ein guter Grund, in den nächsten Jahren das nachzuholen. Während weiter unten der Schnee knapp wird, gibt es hier heroben davon reichlich. Sogar zum Tiefschneefahren kommen wir. Renate räumt erst danach ein, dass es ihr erster Versuch seit 2006 ist. Und 2006 war es auch der einzige Versuch. So schaufelt sie tonnenweise Schnee und kommt dabei anständig ins Schnaufen. Oder sie lässt sich tadellos in die Falllinie fallen, um sich dann im Schrecken darüber, wie gut das geht, gleich selbst fallen zu lassen. Tapfer ist sie auf jeden Fall und bald aus verständlichen Gründen müde. Das Knie und den Hals ein bisserl verdreht sitzt sie da und hat sich Respekt verdient. Gernot düst zwischenzeitlich mit den Mädels durchs Unverspurte. So soll’s sein.

Am Nachmittag gönnen wir uns noch das Schleppservice zur Schönwieshütte. Ui, die ist eine klare Empfehlung. Das Essen ist gut, die ersten Tiefschneeschwünge wollen gar mit Champagner begossen werden. So sitzen wir da in Mitten Tirolers Bergwelt, wundern uns leise, wie der Hüttenbau ohne Schlafmöglichkeit je in dieser Einsamkeit genehmigt wurde, und verpassen dabei ganz, wie dicke Schneeflocken draußen eine Winterlandschaft wie aus längst vergangenen Tagen zaubern.

An Tagen, an denen wir nicht auf den Skiern stehen, gehorche ich Amy. Amy trainiert mich für meinen nächsten 10km-Lauf. Nicht direkt sie, denn sie hätte in Tennessee sicherlich genug zu tun, sondern eine Software. Ach, was erkläre ich, neue Zeiten sind das. In jedem Fall absolviere ich auf über 1.900m Seehöhe ein Höhentraining. Renate steht um nichts nach und radelt am anderen Ende des großzügigen Fitnessraums.

Alles tadellos – wunderbare Osterferien!

Urlaub in Andalusien


Fotos gibt es hier!


Renate und ich fliegen in den Semesterferien nach Andalusien. Jasmin & Friends fahren in der Q nach Hinterglemm, Carina ist nach Lech geladen. Mio hat eine Woche bei seinen Friends in Breitenfurt. Cookie schleicht ums Haus – alles gut.

Wir haben ein Leihauto, das eigentlich unnötig ist – siehe „Erfahrungen“ weiter unten. Egal, wir landen in Málaga und düsen gleich mal weiter nach Granada.

Renate hat die Hotels ausgesucht, in Granada fällt ihre Wahl auf das neue Hotel Palacio Gran Vía. Das liegt so im Zentrum, dass wir vorgewarnt sind, wie wir uns nähern sollen. Es drohen Strafen bei der falschen Einfahrt. Das Hotel ist gut versteckt und so fahre ich die Fußgängerzone ein paar Mal auf und ab, ehe Renate einen Hotelpagen anschleppen kann, der uns Koffer und Auto abnimmt. Das Auto wird aus der Altstadt gebracht, wo es für 30 Euro übernachten darf. Ein Preis, zu dem man bei meinen vorigen Besuchen in Andalusien schon ein gutes Doppelzimmer bekommen hat.

Die Zeiten ändern sich, wir sind super edel untergebracht. Man lässt uns an der Rezeption schnuppern, welchen Duft wir im Zimmer bevorzugen. Oh, das ist ein Novum und hatten wir noch nie. Schon im Stiegenaufgang lässt aber ein gewisser Mief erahnen, warum man auf die „Überduftung“ hier wert legt. Das Hotel war, ehe es zum Hotel wurde, eine Bank, und dieser Bankmief hält sich in den endlosen Lüftungsrohren. Aber sonst sind die fünf Sterne fürs Hotel angebracht. Wir haben eine Dachterrasse, wo wir uns wie die südspanische Haute­vo­lee eine Flasche Cava mit Blick auf Alhambra und Kathedrale hinter die Tapete kleistern. Obwohl Caf­fè Lat­te mehr angesagt sein dürfte. Das Getränk, das da in so vielen Gläsern ist, sieht zumindest wie Caf­fè Lat­te aus. Vermutlich ist es aber mit Hochprozentigem gepimpt. Bei einem Milchkaffee den Blick auf die schneebedeckte Sierra Nevada genießen? Egal, uns gefällt’s wir haben eine gute Zeit und unseren Spaß. Die Fotos gehen rasch aus dem Lot, dem Cava sei Dank!

Unser Highlight in Granada ist sicherlich die Alhambra. Estrella führt uns durch die Palastanlage. Es ist Februar und so sind die Temperaturen super erträglich, selbst bei strahlendem Sonnenschein. Die Menschenmengen sind überschaubar – was für ein Genuss! Die Spanier haben wohl ein bisserl weniger Geld als die Türken für ihre historischen Stätten über. Immer wieder verweist Estrella auf lediglich Fragmente, anhand derer man sich vorstellen kann, wie es mal ausgesehen hat. Na, da kann ich nur den Topkapi-Palast empfehlen, da kann man sich anschauen, wie es mal ausgesehen hat. Wir sind trotzdem mehr als zufrieden.

Nach zwei Nächten geht es weiter nach Sevilla. Das Palacio Villapanés liegt am Rande der Altstadt. Wieder ist das Auto bei der Ankunft weg. Mir egal, wir haben unlimitierte Kilometer und Vollkasko gebucht – hehe! In Sevilla lässt uns der Plaza de España sprachlos zurück. Das größte Holzbauwerk Europas oder des Planeten und damit eigentlich des gesamten Universums ist mir auch noch in Erinnerung. Na ja, nur man erkennt halt nicht, dass es aus Holz ist, aber der Ausblick entschädigt mehr als.

Zwei Nächte später geht es zur nächsten Station in Málaga. Das Procedere ist bekannt und das Auto weg! Málaga ist doch anders. Es drängen sich Geschichte und Neubau aneinander. Wir spazieren am Meer und bestaunen Yachten um 100 bzw. 200 Millionen. In Malagueta reihen sich die Hochhäuser aus dem vorigen Jahrhundert aneinander. Wir recherchieren und staunen über die Preise. Okay, sie sind deutlich niedriger als der Preis für so eine Yacht. Aber, dass man da über eine Millionen ausgibt, um dann aus einem Plattenbau aufs Meer zu schauen. Ich weiß nicht. Wir stecken die Füße ins Meer. Das hat 16°, Hartgesottene baden schon.

In Málaga sind wir drei Nächte und haben damit etwas mehr Zeit. Natürlich stehen Alcazaba und die Kathedrale am Programm. Also, Kirchen können die Spanier. Ein schweigsamer Knecht führt uns und 25 andere aufs Dach der Kathedrale. Mit Reden hat er es nicht so. So trotten wir hinterher und geben uns schweigsam dem Staunen hin.

Was mir auch gefällt sind die blank geschliffen Steine in den Straßen der Altstadt. Für Freitag ist Regen angesagt. Da bin ich mal gespannt, wie sich die Gäste auf dem glatten Granit so tun werden!

In allen drei Städten findet sich Zeit für gutes Essen. Das ist nicht ganz zufällig, immerhin verfügt Renate als eine der wenigen Menschen über die Gault Millau Edition von Google Maps. So finden wir stets erlesenes Essen. Manchmal gibt es auf meinen Wunsch dann auch zähes, aber authentisches Fleisch. Oft führen meine Wünsche auch zu überraschen gutem Essen. Gelegentlich muss ich dann mit einem 15-gängigen Menü ausgleichen. Der Rekord liegt übrigens bei 19 Gängen. Ab dem sechsten Gang war ich übrigens satt. In Andalusien waren jedenfalls keine Menüs mit zweistelligen Gängen dabei. Schauen ma a mal, was da kommen mag.

Die Abreise in Málaga ist nochmal kurz spannend. Ich verlange an der Rezeption den Autoschlüssel, natürlich in meinem Duolingo-Spanisch, für das ist so viel Anerkennung einsammle. Der gute Mann gibt mir die Parkkarte, aber keinen Autoschlüssel, denn den hat er nicht. Ich bleibe ruhig, weil ich das ohnedies bleiben würde, ich eine Vollkaskoversicherung eh schon immer mal ausprobieren wollte und ich mich auf Spanisch eh nicht aufregen kann. Der Computer sagt, dass kein Autoschlüssel hinterlegt ist. Jetzt auf Englisch. Er hat doch das Auto geparkt. Nein, der Computer sagt, das war der Kollege. Mein Fünfer Trinkgeld war gut investiert. Der Mann erinnert sich und schaut hilflos drein. Am Kuvert steht Volkswagen, wir haben aber einen BMW! Das heißt in Spanien nicht so viel, steht doch auf unserem Schlüsselanhänger, dass wir ein weißes E-Auto haben und nicht einen schwarzen Verbrenner. Uff, Zimmer 212 und nicht 213! Wir ziehen erstmals eigenständig zum Auto. Die Parkgarage ist diesmal ganz nahe und zahlen müssen wir auch selbst. Der Betrag ist erfreulich gering. Auch der Preisaushang lässt einen wesentlich höheren Betrag vermuten. Das sind maximal zwei Tage, wir waren länger hier. Soll sein. Es sind wenig Autos geparkt, nur am angegebenen Platz steht ein anderes Auto. Ich betätige die Fernbedienung und das falsche Auto am richtigen Platz blinkt aufgeregt. Mann oh! Wir könnten mit dem falschen Auto zum Flughafen fahren, es beim falschen Autovermieter abgeben und hoffentlich ins richtige Flugzeug steigen. Wir begnügen uns mit der falschen und günstigen Parkkarte. Nein, ich werde das Geschäft nicht rückabwickeln. Fein säuberlich habe ich als Nerd schon zuvor in das Kuvert des Hotels all das gesteckt, was ich bei der Rückgabe beim Autovermieter brauchen könnte. Der Mietvertrag ist da wohl das wichtigste Papierl im Umschlag. Ich drücke Renate dieses Kuvert in die Hand, möge sie damit die Herausgabe des richtigen Schlüssels im Hotel erwirken. Sie zischt zum Hotel und kommt freudestrahlend mit dem richtigen Autoschlüssel zurück, aber ohne Kuvert. Die Freude ist ganz ihrerseits. So sitzen wir im Auto und haben zwei Optionen: wir können entweder keine Unterlagen haben und uns maßlos aufregen und streiten, wer denn nun der größere Pfosten hier im Auto ist, oder wir können einfach keine Unterlagen haben. Wir wählen die zweite Option. Ich beruhige mich selbst damit, dass einer der nicht einmal Schlüsselanhänger richtig beschriften bzw. zuordnen kann, keine Berechtigung haben kann, mich wegen der Lappalie eines fehlenden Vertrags zu nerven. So ist es dann auch bei der Rückgabe des Autos. Jedenfalls steht jetzt ein unschuldiger Tourist mit falschem Ticket und falschem Mietvertrag irgendwo in Andalusien, und die Erde dreht sich trotzdem weiter. Alles ganz entspannt, so ist das in Spanien halt!

Erkenntnisse

Andalusien ist eine Reise wert. Ich war schon ein paar Mal hier und mir hat es wieder sehr gut gefallen. Wir haben diesmal drei Städte für eine Woche ausgesucht. Uns reicht das, wohlwissend, dass es noch viel zu sehen gibt. Immerhin ist Andalusien so groß wie Österreich.

Die Reisezeit hat mit Februar gepasst. Im Jänner hatte es zwei Wochen lang bis zu 30°, aber das ist eine Laune der globalen Klimaerwärmung. Da kann man sich vorstellen, wie warm es im Sommer ist. Ich war schon vor Jahrzehnten bei 40° in Sevilla. Mittlerweile werden Temperaturen bis 48° gemessen. Vergiss es! Ich kann mir nicht vorstellen, wie man da abseits einer Klimaanlage überleben können soll. Die Wege in der Alhambra oder in der Alcazaba sind steil. No way, bei 40°!

Im Winter ist man abseits der Menschenmassen unterwegs. Das hat was! Wir mussten nicht anstehen und haben stets Tickets bekommen. Wer da im Sommer nicht schon wochenlang im Vorhinein seine Eintrittskarten bestellt, wird wohl das meiste nicht sehen. Also, wer unbedingt im Sommer hinwill, sollte rechtzeitig reservieren!

Im März, April soll dann alles blühen. Das hat sicher auch etwas, und die Temperaturen sollten erträglich sein.

Wer so wie wir gemütlich unterwegs ist und nur ein paar Stationen macht, braucht eigentlich kein Auto. Wir hatten das Auto nur um die Strecke Málaga – Granada – Sevilla – Málaga zu fahren. Das geht mit dem Zug sicherlich umweltfreundlicher und sicherlich für viel weniger Geld.

Hamburg

Elīna Garanča singt in der Elbphilharmonie. Wir reisen an!

Hamburg hat mir schon immer gefallen. Garanca habe ich im vorigen Jahrhundert das erste Mal live gehört. Das muss einer ihrer ersten internationalen Auftritte gewesen sein. Ich war damals beeindruckt und diesmal war es nicht anders. Ein treuer Fan eben!

Wir haben uns in der Speicherstadt im Ameron in einer der Suiten im obersten Stockwerk einquartiert. Was für ein feiner Ausblick und dann gleich ein Regenbogen, der uns begrüßt. Volles Programm!

Renate hat natürlich auch in dieser Stadt einen soliden Überblick über die besten Restaurants. Entsprechend fein geht der Anreisetag zu Ende.

Der Montag bringt einen Ausflug an die Nordsee in einem Mietwagen. Wir besuchen Buxtehude – des Namens wegen – und Cuxhaven, weil wir beide das Meer im Winter sehen wollen. Bei der „Alten Liebe“ ist es kalt, wir wärmen uns in einem der wenigen offenen Fischlokalen bei zähem Fisch, ehe es zur Kugelbake geht. Hier ist die (willkürliche) Grenze zwischen Elbe und Nordsee markiert. Schnee liegt am Sandstrand. Das sehen wir beide zum ersten Mal in unserem Leben. Richtig kalt ist es. Die Schiffe fahren in die kalte Nordsee hinaus. Boah, das muss ein harter Job sein, auch wenn die See heute glatt ist und kaum Wind geht. Unerschrockene Spaziergänger sind unterwegs. Eine ganz besondere Stimmung fangen wir da ein und sind froh, bei Schnee hierher herausgefahren zu sein.

Der Dienstag bringt am Abend Elīna Garanča in der Elbphilharmonie. Ein weiteres erstes Mal. Die Bühne ist von Sitzplätzen umgeben, als auch hinter der Bühne. Wir sitzen an der Seite und schauen im rechten Winkel auf die Bühne. Na ja, beim Orchester ist das okay. Die Stimme ist mächtig, aber halt besonders in die „Singrichtung“. Garanča gibt sich Mühe, 360° zu singen. Aber leicht ist das nicht. Das ist der einzige Wermutstropfen an diesem feinen Abend und auch nur deswegen angeführt, damit der kunstliebende Leser bei der Wahl der Karten in der Elbphilharmonie auf „Frontalität“ achten kann. Egal, wir haben beide große Freude an der Darbietung!

Am Mittwoch dann noch ein Spaziergang im verschneiten Hamburg. Das ist ein weiteres „Erstes Mal“ – Hamburg im Schnee. Schneeräumung kennt man hier nicht, was schließen lässt, dass Schnee hier selten vorkommt. Und so stolpern wir ganz en passant am Parship-Headquarter vorbei. Was für lobenswerte Unternehmung!

Der Abschluss ist dann bei Ono by Hensler. Das ist fast ein bisserl bescheiden, aber vor dem Abflug gehen sich keine 15 Gänge mehr aus – hehe!

Moin, moin, Hamburg! Fein war’s!

Kitzbühel

Am Jahresersten brechen Renate, Carina und ihre Freundin, Jasmin, sowie ich nach Kitzbühel auf. Im Boutiquehotel Erika haben wir Zimmer gefunden. Carina hat für Kitzbühel gestimmt, weil einige Freunde auch hier sind. Ich habe für Kitzbühel gestimmt, weil es nicht so hoch liegt. Meines Erachtens ist Jänner der chancenreichste Monat auf Schnee, wenn man hierher will . Wenn das Wetter schlecht ist, sollte es hier „herunten“ auch eher möglich sein, skizufahren. Selbst habe ich keine große Erwartungen, will mich und meine neue Hüfte schonen. Und dann fahre ich doch an drei Tagen. Nicht wild, aber wesentlich mehr, als ich gedacht habe. Jippieh!

Kitzbühel wirbt damit, dass es wieder zum besten Skigebiet weltweit gekürt wurde. Na ja, die Pisten sind fein, unbestritten. Der Kunstschnee ist nicht so jedermanns Sache. Naturschnee sieht man wenig. Abseits der Piste geht nichts! Das würde ich aber eh noch nicht riskieren.

So rutschen Renate und ich die blauen Pisten dahin. Das geht recht gut und macht Spaß. So soll’s sein!

In der Nähe von Kitzbühel wurde der Bergtrottel gedreht, und das ist nicht zufällig so. Kitzbühel ist vermutlich das, was sich die Deutschen und andere Nichtösterreicher als Österreich vorstellen. Ich sitze da und staune. Die Österreicher sind jedenfalls in der deutlichen Minderheit, beim Personal und auf der Piste. So lebt die Welt also Winter hier an der legendären Streif.

Einen Tag nutzen wir zu einer Wanderung auf der Seite des Kitzbühler Horns. Auf der Adlerhütte treten wir ins vorige Jahrhundert ein. Übernommen haben aber Kräfte aus dem vermutlichen östlichen Ausland. Als ich nach einem Taschentuch frage, kommt Nervosität auf. In unserem Hotel kommen wir noch mit Deutsch durch. In ein paar Jahren mag das anders sein. Schon in Ischgl wurden wir vor Jahren freudig als erste Gäste aus Österreich begrüßt. In St. Anton am Arlberg hat man mich bei der Reservierung schon am Telefon um Verständnis gebeten: „English only!“.

Das stört uns nicht so sehr. Renate und ich verbringen feine Tage im Winter. Ich bin entzückt, dass meine Hüfte so robust ist. Carina trifft ihre Freunde. Nur bei ihrer Freundin, Jasmin, können wir Freude am Winter und Skifahren nicht so recht wecken.

Ob wir bald wieder nach Kitzbühel kommen werden? Das bezweifle ich. Die Klimaerwärmung sorgt dafür, dass man mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Kunstschnee trifft, der bei diesen hohen Temperaturen rasch zu Eis wird. Wenn es dann noch regnet,.. Wir wählen wohl größere Höhen und lassen die Bergdoktoridylle den anderen.

Krakau

So hat mich Krakau noch nie empfangen. Und ich war schon wirklich oft hier. Wir haben das neue, oder neu renovierte Hilton Saski ausgewählt. Das sollte gediegen sein. Doch im Foyer erwartet uns unter anderen ein aufgeregter Herr in Badehose, junge Damen in Bademäntel und Personal in Decken gehüllt. Auch sonst ist die Stimmung aufgeregt. Feuerwehrmänner hasten durchs Haus. Und ich will einchecken. Also, was jetzt? Behandelt man so jemand, der für Jahre weg war und nun wieder zurück ist? Ob denn auch die EDV-Anlage brennt, ist mein Gedanke. Doch dann die erlösende Durchsage in gepflegtem, polnischem Englisch: „The hazard has been eliminated!“. Na, das lobe ich mir. So können unsere Tage in Krakau beginnen.

Viel haben wir nicht vor. Krakau ist überschaubar. Wir essen fein, treffen Darek, der uns einen Ausflug ins nahegelegene Salzbergwerk empfiehlt. All das wird gemacht. Im hoteleigenen Fitnesscenter entdecke ich das Laufband und kann nicht widerstehen. Mah, das geht gut.

Life’s good!

Amsterdam


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Diesmal habe ich von Amsterdam wesentlich mehr mehr mitbekommen, als bei meinem letzten Besuch. Und das, was ich mitbekommen habe, hat mir sehr gut gefallen. Hier ist jedenfalls etwas los. Vielleicht liegt es an der Jahreszeit, vielleicht an unserem Glück mit dem Wetter, vielleicht an der Hotelauswahl. Schön war’s, Amsterdam gefällt.

Wir haben uns im The Dylan einquartiert und dort ein Zimmer im letzten Stockwerk bezogen. Mit Blick über die benachbarten Häuser genießen wir hier absolute Ruhe. Für den ersten Abend ist ein Essen im Hotelrestaurant Vinkeles geplant. Ich erwarte nicht so viel und werde völlig überrascht. Das war dann doch das beste Essen seit vielen Jahren. Und ich war schon ein paar Mal gut essen 😉 Michelin, ja das testende Reifenmännchen, hat dem Restaurant zwei Sterne gegeben. Ich hätte da noch einen draufgelegt. Gehet hin und genießet es!

Am zweiten Tag machen wir es wie die Amsterdamer, wir radeln. Da die größten Anstiege die Brücken über die Grachten sind, macht das Spaß. So durchqueren wir die gar nicht so große Stadt mehrere Male.

Beim letzten Mal war die ganze Stadt eingeraucht. Der Kaiser hatte seinen 50er gefeiert. Diesmal ist es in diesem Belange weit ruhiger hier. Trotzdem verstehe ich jetzt Mio besser. Jedes Mal, wenn ich an so einem Coffeeshop vorbeiradle, reißt es mich. An diesen Orten muss man ein bisserl achtsamer unterwegs sein, sonst kracht man in so einen friedlich grinsenden Passanten, an dem alles gaaaanz schnell vorbeizieht.

Stockholm oder Amsterdam? Schwer zu sagen. Renate meint, dass Kopenhagen das jeweils Beste der beiden Städte vereint. Dann irgendwann auch noch diest Stadt!

Überaus fein war’s!

Vent


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Nach dem Trüffelschnüffelkurs brechen wir nach Vent auf. Das Wetter soll noch bis mindestens Dienstagmorgen halten. Da mag ich noch einen Berg meiner Bergliste erledigen. Renate hat sich bei unserer Tour auf der Hochalmspitze ein bisserl zerstört und muss rasten. Ich lerne, dass man sich auch in 3.000m Höhe einen Tennsiarm holen kann. Sie wird wieder fit werden, da habe ich keine Sorge.

Wir sind diesmal im Hotel Post in Vent untergebracht. Vent ist ein kleines Bergsteigerdorf in den Ötztaler Alpen. Das Hotel bietet freundliche Gastgeber und feines Essen. Das Hotel kann ich empfehlen.

Am ersten Abend spazieren wir spontan zu den Rofenhöfen. Die Abendstimmung ist fantastisch. Mio ist froh, dass er die stets für ihn mühsame Autofahrt hinter sich hat, und bei den Temperaturen vergnügt ausgelassen. Die Fotos vermögen das kaum einzugfangen.

Am Montag starte ich um halbsechs zu meiner Tour auf die Hintere Schwärze – siehe eigenen Beitrag. Renate und Mio schlafen ein bisserl länger und meistern von Vent aus das Wilde Mannle (3.024 m). Am Nachmittag komme ich mit dem Gipfel in der Tasche, aber doch ziemlich zerstört zurück. Viel mehr als Kalorien- und Flüssigkeitszufuhr, krampfende Oberschenkel und ein kleiner Abendspaziergang sind da nicht mehr drinnen.

Am Dienstagmorgen weckt Mio uns mit Bauchweh. Renate opfert sich für die Morgenrunde und ich kann in Summe 12 Stunden ausschlafen. Die für Dienstag geplante Fineilspitze habe ich schon am Vortag abgesagt. Stattdessen wählen wir den Gaislochkogel von Sölden aus. Die Gondel bringt uns auch dort auf über 3.000m. Das IceQ ist ein mit zwei Michelin-Hauben ausgezeichnetes Restaurant´, und so kommt Renate mit ihrer Vorliebe für exzellentes Essen auch noch auf ihre Rechnung.

Die Heimfahrt ist gewohnt lange. Aber die herrlichen Tage in Vent waren und sind den Aufwand jedes Mal wert.

Prädikat: unvergesslich!