Über mich

2018

Das Jahr beginnt spektakulär. Am 15. Jänner nimmt mich ein Schneebrett mit – siehe dazu den Eintrag im BergBlog. Unmittelbar bekomme ich gar nicht mit, was da los ist. Am Unglücksabend verstehe ich erstmals leicht, dass es angenehmer ist, unverletzt im Bett als sonst wo zu liegen. Wochen später erkenne ich, wie viel Glück dabei war. Okay, es war wenig Schnee, das Schneebrett klein und die Wahrscheinlichkeit an diesem Tag gering. Das hat sicherlich den glimpflichen Ausgang wahrscheinlicher gemacht. Nach meiner Schätzung sind ungefähr 40 Tonnen (Trieb-)Schnee mit mir abgefahren. Das kann einen mehr als verbiegen und/oder verschütten. Ich steig‘ da raus und mir fehlt nur ein Ski. Fast ein zweiter Geburtstag!

Am 25.April endet die Skitourensaison nach 240 km zurückgelegter Strecke und 19.000 Höhenmeter in 18 Skitouren. Da machen andere locker das Dreifache in einer Saison, mir war es genug. Es war ein Winter mit ausnehmend viel Schnee, ähnlich wie früher. 100 Skitouren habe ich mir vorgenommen, ehe ich mich als erfahrenen Tourengeher bezeichnen darf. 29 habe ich bis jetzt in Summe, das dauert also noch. die Facebook hilft mir und ich hole am 28. April den verlorenen Ski. Damit ist das Thema endgültig abgeschlossen.

Nach den Skitouren bleiben wir in den Bergen. Gernot beginnt mit Klettersteigen. Anfangs ist die Wildfährte noch eine Herausforderung, aber bald ist auch der Haidsteig machbar. Ich bin schwer erstaunt, wie schnell sich Gernot mit den neuen Sportarten und Herausforderungen in den Bergen anfreundet. Mir ist es mehr als recht. Ab sofort erfolgen die meisten Touren zumindest zu zweit.

Im Sommer sind auch Dreitausender dabei. Mit Gernot und Ulli besteigen wir die Wildspitze bei traumhaften Bedingungen. Für September nach unseren Urlauben in Kroatien und Portugal nehmen wir uns noch einige Hochtouren zu dritt vor. Aber da macht uns Anfang September das Schicksal mit Ullis Krebsdiagnose einen fetten Strich durch die Rechnung. Wir sind geschockt, uns wirft es aus der Spur! Ulli ist viel zu jung, sportlich und hat nie geraucht! Nur das interessiert den Zufall nicht. Schon auf der Wildspitze war erkennbar, dass Ulli etwas angeschlagen ist. Da haben wir noch an eine lästige aber sicherlich leicht kurierbare Erkrankung gedacht. Aber am 6. September ist der Krebs diagnostiziert. Rasch erarbeiten wir uns ein „Es kann nur nach vorne gehen!“.  Beeindruckend tapfer und zuversichtlich gibt sich meine Ulli. So wird sie diese Herausforderung schaffen. Ich werde unterstützen, wo ich nur irgendwie unterstützen kann.

2017

2017 war ein tolles Jahr. Es ist das erste vollständige Jahr, das ich seit meinem Studienabschluss ohne „Arbeit“ verbracht habe. Es ist das erste Jahr, in dem ich seit langem nicht mehr berufsbedingt verreisen musste. Ich habe mich daran gewöhnt und ich glaube, das halte ich noch lange aus. Ich habe das Tourengehen für mich entdeckt und es geschafft, oft draußen zu sein. Die MTB-Tour in Polen hat mir gezeigt, dass ich ohne Büroleben wesentlich fitter bin. Im Sommer hat mir der Höhenmediziner eine Umstellung der Ernährung empfohlen und ich habe sieben Kilo nachhaltig abgenommen. Das tut mir gut und bringt mir die Erleichterung im Ausmaße eines Rucksacks bei meinen Aktivitäten. Gespürt habe ich das auch in Nepal, wo ich in der Khumbu-Region am Weg zum Basislager der Ama Dablam und bei der Besteigung des Gokyo Ri ohne sonderliche Anstrengung das tagelange Trekken zu verstehen begonnen habe. Dieses tagelange Gehen legt anscheinend ein uraltes, verdecktes Programm in mir frei und ich konnte diese Erfahrungen uneingeschränkt genießen. Mindestens eben so toll ist es, dass Lydia und ich ein super Team gebildet haben, das durch die Anstrengungen nicht sonderlich gefordert war und noch viele Reserven für Belastungen gehabt hätte.

Auch das Reisen ist nicht zu kurz gekommen. Wir waren in Zauchensee und Ischgl, wo wir tolle Firntage hatten. Die beiden Mädels sind fleißige und begeisterte Schifahrerinnen geworden. Schischule war gestern, sie düsen mit uns. In Amsterdam waren wir mit Lydia und einer ihrer Freundinnen – zweifelsohne bleibt der Besuch in Erinnerung!

Wir sind ein paar Mal unter anderem in Ratten geritten, so wie Reiten in diesem Jahr überhaupt in den Vordergrund getreten ist – vor allem bei Ulli und den beiden Mädels. Der Höhepunkt war dabei zweifelsfrei der Strandgalopp in Portugal. Die Algarve in Portugal war überraschend gut. Die zwei Wochen danach Norwegen danach war in jedem Fall die Reise wert, obschon ich mehr erwartet hatte. Vielleicht waren da die durch Instagram et al. geweckten Erwartungen zu hoch.

Wetterglück und damit tolle Tage hatten wir in Osttirol (Kals am Großglockner) und in Kärnten (Millstatt). Diese Tage habe ich auch für zwei Hochtouren genützt – Danke an Ulli, die mir generös diese Freiheit lässt. Die Tour von Kals auf den Großen Muntanitz nach Matrei ist mir aufgrund der Hitze an diesem Tag (12° am Gipfel auf 3.300m Höhe!) ihrer vielen Höhenmeter und damit ihrer Länge in Erinnerung. Die Hochalmspitze war kürzer aber ebenso anstrengend. Die Kletterei in 3.000m Höhe und der Abstieg über das Trippkees gestalteten die Tour extrem abwechslungsreich. Ich musste aber mit der Ausrüstung für Klettersteig und Gletscher einiges an Material zusätzlich mitschleppen – selbst ein kurzes Seil hatte ich eingesteckt. Ich erinnere mich gut, wie sich der Rücken angefühlt hat, nachdem ich am Gößkarspeicher endlich den Rucksack wieder loswurde.

Letzlich habe ich nach Nepal wieder das Fitness Center entdeckt. Es bleibt weiterhin Plan B, wenn das Wetter nicht so passt. Trotzdem ist es eine nette Schleife zurück. Immerhin war ich als Teenager viel im „Kraftkammerl“. Nun habe ich die Feststellung gemacht, dass mir jedes Engagement in jungen Tagen heute Vorteile bringt. Dafür sind Defizite, die ich im jugendlichen Leichtsinn in Kauf genommen habe, kaum aufzuholen.

Das Jahr ging dann mit einer Skitour in Begleitung meiner wunderbaren Ulli zu Ende. Was könnte ich mehr erwarten!