Hohe Wand – Triologie

Am Plan stehen ÖTK-Steig, Blutspur und Matthias-Prinner-Steig. Die Bedingungen sind recht gut. Das Auto parke ich am Sonnenuhr-Parkplatz. Drei Stunden sollten leicht reichen. Der Zustieg zum ersten Steig ist kurz. Am Wandfußsteig verplaudere ich mich ein bisserl, aber sonst alles normal. Der Fels kommt mir sehr rutschig vor. Hmm, die Schuhe sind dieselben, und so schnell wird Fels auch nicht speckig? Also, es muss an mir liegen. Ich setze die Sohlen besser auf den Fels. Nach ein paar Metern geht es auch schon besser.

Die Schlüsselstelle weit unten nehme ich ohne Anstrengung gut. Dann ein bisserl Tempo rausnahmen, um nicht zu sehr außer Atem zu kommen. Diesem Motto treu bleibend komme ich oben nach 35 Minuten an. Geht doch.

Die Blutspur ist noch kürzer. Wieder ohne Eile sind es gerade Mal weniger als vier Minuten. Wer den ÖTK-Steig schafft, schafft auch die Blutspur. Wer hier festgelegt hat, dass die Schwierigkeit um eine halbe Stufe höher ist? Man darf sich nicht von der Kürze täuschen lassen, da es um die technische Schwierigkeit geht – meinetwegen.

Nächster Abschnitt: Über die Völlerin im Abstieg zum Matthias-Prinner-Steig. Diesen habe ich auch schon hier beschrieben. Die technische Schwierigkeit ist mit B angegeben. Da scheinen sich dann einige doch mehr gefürchtet zu haben. So ist das B auf der Tafel beim Einstieg mit einem C/D überschrieben. Das mag daran liegen, dass der untere Teil an einen alpinen Ninja-Parcours erinnert. Das ist alpintechnisch weniger eine Herausforderung als eine Überwindung. Die metallene Strickleiter wackelt, der darauffolgende Teil ist ausgesetzt und steil, aber mit Metalltritten technisch gänzlich entschärft, und die Seilbrücke ist spektakulär und vermutlich nicht jedermanns Sache. Egal, nach weniger als 15 Minuten bin ich beim Ausstieg.

Runter steige ich über den Frauenluckensteig. Der ist schon uralt und ich bin ihn auch schon oft gegangen. Der Einstieg von oben ist technisch nicht schwer (auch B), hat es aber meiner Meinung nach in sich. Ich überlege mir, ob ich da mit einem Kind runterklettern würde – nein! Die Leiter weist eine Höhe von geschätzt zehn bis 15 Metern auf. Ein Sicherungsseil sucht man vergeblich. Ob man da zu einem Kind sagen darf: „Da kletterst jetzt runter, aber schön festhalten!“? Na, ich weiß nicht.

So sind es eigentlich vier Steige, ehe ich wieder heimzische.

Die Tour auf Garmin