Teneriffa


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Mit jedem Besuch gefallen mir die Kanaren besser. Ich wage die kühne Aussage, dass sich seit 1982 so einiges getan hat. Bei jedem Besuch entdecke ich mehr von den Inseln. Alleine auf Teneriffa war ich schon mindestens zweimal, vermutlich öfters. Wer die Strände im trockenen Südwesten verlässt, verabschiedet sich vom organisierten Tourismus und kann sich eines abwechslungsreichen Angebots für Unternehmungen sicher sein. Aber der Reihe nach!

Untergebracht sind wir im trockenen Südwesten im Hotel Royal Hideaway Corales Beach, dem Hotel mit der höchsten Michelin-Sternedichte zumindest Spaniens. Da schau her, was für ein Zufall! Wir sind im „Adults only“-Teil. Das ist ein bisserl befremdlich für mich. Fehlen doch die Experten für Hoppalas aller Art. So ist es ruhig und gediegen. Nicht einmal Mio hätte Zutritt, noch so ein Beitragsleister in Sachen Unfug. Kurz, ein wesentlicher Teil des Lebens fehlt. So ist es halt ruhig und zivilisiert. Ich fokussiere mich auf andere Erwachsene und habe auch jede Menge Gelegenheit zum Kopfschütteln. Was, wenn ich mich selbst beobachten würde?

Geplant war die Besteigung des Pico del Teide mit seinen 3.715m. Renate hatte schon die Seilbahn reserviert und die staatliche Erlaubnis für die Besteigung des Gipfels eingeholt. Aber schon beim Abflug war klar, dass daraus diesmal nichts werden wird. Die Seilbahn fährt seit Wochen nicht, so viel Schnee hat es schon lange nicht gegeben. Wir lassen die Bergausrüstung also daheim. Und trotzdem besteigen wir zwei Berggipfel spontan.

Um 21 Euro pro Tag leihen wir uns für drei Tage bei Sixt einen Renault Clio. Oh ja, das unterbietet jede meiner Preiserwartungen. Okay, wir schlagen die Vollkaskoversicherung und die Sorglos-Tankvereinbarung aus. Das spart über 200 Euro. Der Clio ist tadellos, einzig er meint unentwegt, dass ich mich doch konzentrieren soll.

Am ersten Tag fahren wir Richtung Norden. Hier haben wir eine Wanderung ausgesucht, die leider doch eher an eine Runde mit Mio erinnert als an eine alpine Unternehmung. Am „Höhepunkt“ der Tour angekommen treffen wir auf Spanier in Kletterausrüstung im Wald. Aber wo geht da etwas? Ich vermag nichts zu erkennen, wofür sie die Ausrüstung brauchen könnten. Bietet Dr. Roland hier einen Wochenendkurs für die Umschulung zum Baumschneider in zehn Stunden an? Egal, wir entscheiden spontan, dass wir noch den Montaña de Limón, zu Deutsch den Zitronenkogel, mit 2.100 m Höhe besteigen. In Laufschuhen, kurzen Hosen, T-Shirt und dafür ohne Plan. Da kann doch nichts schiefgehen. Tut es auch nicht. Der Zitronenhaufen mit Blick auf den Teide wird erklommen. Schön ist es, mit dem Auto kann man auch noch ein bisserl höher rauffahren. Der Abstieg ist ein bisserl zach. Laufschuhe taugen nicht fürs Lavagestein, meine Fußsohlen fragen mich, ob ich noch ganz bei Trost bin. Na ja, ganz so freundlich sind meine Selbstgespräche nicht, aber ich will niemand hier verschrecken. Die Laufschuhe schauen jetzt aus wie der Große Fetzenfisch. Montaña de Limón haben wir jedenfalls in der Tasche.

Am zweiten Tag begleiten uns Carina und ihre Freundin Mia. Wir werden von der einspurigen, abenteuerlichen Bergstraße nach Masca überrascht. Kommt ein Bus, verstopft sich die Verkehrslage schnell. Wie das in der Hochsaison zugeht? Irgendwie muss es gehen, aber wie? Lustig ist, dass die Strecke nach Masca auch in der Tacx-App verfügbar ist. Das heißt, ich kann virtuell zurückkehren und völlig ungestört im Wintergarten die Strecke nachfahren. Es gibt in der Tacx-App übrigens einige Strecken von der Küste Richtung Teide. Diese sind real wie auch virtuell irre. Für mich sind 2.700 Höhenmeter jedenfalls schon ein bisserl sehr über dem Machbaren.

Weiter geht es an die Naturpools an der Küste im Norden. Ans Baden denkt heute aber keiner. Bei einer Tankstelle verköstigen wir uns zu Mittag. Für die Mädels ist im Hotel Halbpension gebucht. Wir als Frühesser müssen uns außerhalb des Hotels verköstigen. Also, keine Sorge, dass wir uns nicht ausreichend um die kulinarische Versorgung der jungen Damen gesorgt hätten.

Am Nachmittag dann noch der tausendjährige Drachenbaum. Ah, oh! Vermutlich ist er auch erst 800 Jahre alt. Auch wenn wir Eintritt zahlen, kommt das nicht so ganz raus. Korrektheit hilft in der Sache aber eh nicht, sonst müsste man das Wahrzeichen ja jedes Jahr umbennen.

Am dritten Clio-Tag nehmen wir uns den Berg El Sombrero vor. Im Abstand von ein paar hundert Metern gibt es zwei Berge, die gleich heißen, namentlich El Sombrero – und ein dritter heißt El Sombrerito. Einer dieser drei sieht aus wie ein Sonnenhut und ist über 2.500 m hoch. Den wollen wir besteigen. Es sind nur 500 Höhenmeter, aber die sind nicht uneingeschränkt als „einladend“ zu bezeichnen. Beim Aufstieg über den Steig „Better up than down“ – der heißt in der Alpenvereinskarte wirklich so -, schrammen wir an einer aktuell so modernen Alpine Divorce vorbei. Während einer meint, dass es nur noch ein paar Meter bis auf den Bergkamm sind, meint die andere, dass es reicht. Über ein Jahrhundert an Lebenserfahrung weisen wir gemeinsam auf und damit wissen wir, das Geduld zum Ziel führt. Unser Verhandlungsergebnis ist, dass wir auf den Kamm steigen und von dort dann weitaus flacher wieder absteigen können. Wenn wir übermütig sind, können wir schauen, wie der restliche Weg zum Gipfel ist. So kommt es, dass wir immer wieder noch ein Stückerl weiterschauen, um irgendwann dann einen eingezäunten Gipfel mit Drehkreuz zu erreichen. Was ’n das? Habe ich auch noch nie gesehen. Ordentlich kalt ist es geworden. Im Nebel und Wind stehe ich da in meinen kurzen Hosen und T-Shirts (ja, ich habe zwei übereinander an), und friere. Zumal wir ja nicht im Laufschritt immer noch ein bisserl weitergeschaut, sondern uns vorsichtig genähert haben, stehe ich nun mit einer leichten Unterkühlung da. Aber den spanischen Bergrettern und den spanischen Zeitungslesern gönne ich den Genuss an der Empörung über den Touristen in Turnschuhen und T-Shirts, der aus seiner misslichen Lage mit dem Hubschrauber gerettet werden musste, nicht. Und alle wüssten sie es besser, der depperte Touri soll die Rettung ruhig selbst zahlen.

Wieder am Bergkamm gäbe es die Option, dass einer, wahrscheinlich ich, den Weg Better-up-than-down zum Auto nimmt, während die andere auf der anderen, flacheren Seite zur Straße absteigt und um den Berg herummarschiert. Renate hat Sorge, ob ich den Weg meistern würde. Ich staune, sage nichts und entscheide mich zur gemeinsamen Umrundung. Was mache ich denn, wenn sie mir da mittlerweile wieder im Wald irgendwo verlorengeht. Handyempfang ist da keiner. Und wie wir wieder auf der Straße sind, ist all die Anspannung weg. So spazieren wir in einem permanenten Redeschwall die drei Kilometer zum Auto zurück. Ich bleibe ein bisserl hinten und schweige mal. Gut gegangen, fein war’s, wenn auch kalt.

Was haben wir noch getan abseits von den Versuchen, uns in Bergnot zu bringen? Essen, herrliches Essen. Adeje bietet so schon feine Lokale mit viel Fisch und Meeresfrüchten. Bei uns im Hotel sind drei von Michelin ausgezeichnete Restaurants. Wir genießen das San Hô mit einem Stern und steigern dann gar noch mit dem El Rincón de Juan Carlos. Zum Abschluss verputze ich noch den Nachspeisenbaum inklusive Zuckerwattenhut und mache Eindruck.

Ach ja, eine Sache ist noch zu erwähnen. Wir machen einen Strandlauf, wie von mir ausgewählt. So etwas schweißt Paare zusammen. Es gibt halt keinen durchgängigen Strand. Es muss improvisiert werden. So geht es mal über Treppen den Berg hinauf und entsprechend auf der anderen Seite wieder einen Pfad hinunter, das mehrmals. Weil es ja eine Runde sein soll, geht es weiter im Landesinneren zurück. Hier nimmt der Lauf durch die geneigte Gstetten von Adeje ein bisserl gar den Charakter eines Military-Laufs an. Kurz, abwechslungsreich halt.

Wir schaffen es jedenfalls wieder als Paar mitsamt den beiden Mädels zurück nach Wien. Zu berichten gäbe es noch einiges von beispielsweise Romero oder vom Leben am wahrlich steilen endlosen Hang, das mich so fasziniert hat. Wie eingangs erwähnt, sind die Kanaren vielfältig und werden bei jedem Besuch interessanter. Wahrlich einen Besuch wert!


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Madrid

Für unseren dritten Kennenlerntag haben wir uns Madrid ausgesucht. Zwei oder dreimal war ich schon da. Wie sooft kann ich mich nicht an viel erinnern: an den Bären am Erdbeerbaum und die endlos Menschenmassen in der Nacht. Schauen ma a mal!

Renate hat das Hotel Brach ausgesucht. Fünf Sterne erwarten uns, wir bekommen das Zimmer neben der Rezeption im ersten Stock. Das Zimmer ist klein, aber fein. Um zehn endet der Tag für uns, die erschöpften Reisenden. Von der Bar klingen Schnulzen aus den Achtzigern herauf. Zu „I’m on my way“ denke ich mir: „Fünf Sterne sind das nicht, aber so ist es eben!“. Die Nacht ist kurz! Um halbzwölf haut uns ein House-Techno-Irgendwas-Beat aus den Federn! „I did it my way“ in Neuauflage mit viel Bass und in einer Lautstärke, dass ich ins Gewand springe und auf den Gang stürme. Ebenso aufgeregte wie aufgebretzelte Spanierinnen in ihren goldenen Kleidern mit Getränken in den Händen so weit das Auge reicht. Schön, aber geht’s noch? Ich suche den Concierge und finde ihn nicht. Ehe ich in eines der vielen herumliegenden Funkgeräte brülle, steht er plötzlich da. Er hat schon gesagt, dass die Musik leiser gedreht werden muss. Mein Duolingo-Spanisch reicht, um zu fragen, ob sie ihnen ins Hirn geschissen haben. Es reicht aber nicht fürs „..und vergessen haben runterzulassen.“. Ich will den Manager. Der Mann verweigert. Wurscht, er will hinter seiner Budel verschwinden, aber ich bin ihm auf den Fersen, klatsche dabei in die Hände, wie ich es tue, wenn Mio nicht weiter will und ich hinter ihm her bin. Der gute Mann findet in seiner Not dann noch ein Zimmer im dritten Stock. Wir lassen unsere Sachen im alten Zimmer und schlafen gut. Das Hotel ist recht fein eingerichtet, aber die Bar, die akustisch nicht vom restlichen Hotel abgetrennt ist, lässt mich von einer Buchung abraten.

Ab dem nächsten Tag ist Renate krank. Eine Erkältung hat sie dahin gerafft. So ziehe ich ein paar Mal alleine durch die Stadt. In faultierartigem Tempo – so geht Städtetourismus. Den Besuch bei Paco Roncero, ein von Michelin geadelter Zweisternekoch, lässt sich Renate nicht nehmen. Gleich danach suchen und finden wir wieder im warmen Hotelzimmer Zuflucht. Mein männliches Immunsystem hat mit den Viren leichtes Spiel und widersteht selbstredend, obwohl ich drei Tage auf engstem Raum mit meiner nahezu moribunden Gemahlin verbringe.

Bei unseren teils kurzen Ausflügen an die frische Luft gefällt uns Madrid überaus gut. Eindrucksvoll und gepflegt ist es allemal. Am Tag unserer Abreise findet der Madrid-Marathon statt. Da sind die Straßen um unser Hotel autofrei – herrlich. Mit Renate und dem Wetter geht’s bergauf. Der Himmel ist gar wolkenlos. So präsentiert sich Madrid nochmals von seiner besten Seite.

Die Stadt ist eine klare Empfehlung, das Hotel unter Vorbehalt. Das nächste Mal dann wieder fit wie ein Turnschuh!

Lech am Arlberg

Carina zieht es an den Arlberg nach Lech. Letztes Jahr habe ich mich noch gedrückt. Aber in diesem Jahr geht es in den Ort aus vergangenen Tagen, wo sich die Wiener Nobelbezirkbewohner in den Semesterferien die Hand geben. Eigentlich tuen sie das nicht, man sagt es halt. Lech ist in der Hand der Reichen und der Schönen. Böse Zungen sagen: die Reichen sind nicht schön, und die Schönen sind nicht reich. Egal, wir sind mitten drin an der Rüflikopfbahn im Hotel Pfefferkorn. Auch, wenn das Haus in die Jahre gekommen ist, so wird es regelmäßig renoviert. Die Gastleute sind wirklich freundlich und zuvorkommend, das Essen ist erwähnenswert gut. Einzig das Frühstück hat noch genug Raum zur Entfaltung. Das Mineralwasser am Abend kostet 9,80 Euro. Die Preise kann man hochrechnen und erkennen: ja, die sind hier hoch!

Lydia ist auch da. Sie ist schon einen Tag früher gekommen und düst mit Carina bis Sonntag. Von Dienstag bis Freitag hat Carina dann noch Tilla zu Besuch. Was würde sie denn sonst alleine in ihrer Suite machen? Renate und ich rutschen an den sonnigen Tagen über die Piste. An einem Tag sind wir zu fuß in Oberlech. Das ist autofrei und eine eigene Liga für sich. Sehr gediegen, sehr edel!

Renate war früher oft hier in Lech und Oberlech. Für sie ist es ein bisserl ein Abschied. Mich hat das Skigebiet nicht so recht überzeugt. Aber ehe wir zu sentimental werden, ist schon fix, dass wir nächstes Jahr nochmals herkommen müssen – das sagt Carina. Ihre Freunde sind hier, alle!

Das Skigebiet hat mich nicht so überzeugt, weil Lech doch ein eher eingeschränktes Angebot an Pisten hat. Ja, man kann nach Zürs. Da lässt sich mehr fahren. Und man kann nach St. Anton, wo man dann wirklich viel und edel fahren kann. Aber dazu muss man erst nach Zürs, von dort mit einem Lift den Berg hinauf und auf der anderen Seite wieder runter. Dann noch ein Lift und dann ist man in St. Anton. Na ja. Zurück von Zürs nach Lech haben wir überhaupt gleich den Skibus gewählt, da die Skiroute mangels Schnee recht steinig ist.

Ja, am Schnee mangelt es. Kein Vergleich zum vorigen Jahrhundert. In Lech kämpfen die Schneekanonen wie verrückt unter Einsatz von Strom, der durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe gewonnen wurde, gegen die Auswirkung der Verbrennung fossiler Brennstoffe. So richtig nachdenken sollte man da nicht! Bei Sturm ist Lech übrigens schnell abgeschnitten. Okay, man kann noch mit dem Bus nach Zürs fahren.

Weiterhin edel muss es sein, wenn man abseits der Piste fahren kann. Das war auch der Grund, warum wir früher, also vor Jahrzehnten, hierher gekommen sind. Doch dazu hätte der Winter 2026 noch viel zu tun. Ich wünsche es den Gastgebern.

Für Renate und mich war es ein Erfolg, weil wir mit Pisten zufrieden sind. Carina war fleißig in der Schnäggerei, beim Moserwirt, etc. Das Skifahren hat ihr auch Spaß gemacht – passt. Für 2027 haben wir ein ganz neues Hotel ausfindig gemacht. Schauen wir mal, ob wir da mithalten können, wenn 0,75 Liter Mineral am Abend die Zehn-Euro-Marke überschritten haben werden.

Gradonna


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Carina schlägt vor, dass wir die Herbstferien im Gradonna in Kals verbringen. Da schlage ich zu. Zwei Turm-Suiten sind noch für diesen Zeitraum frei. Die nehmen wir auch gleich. Wir reisen am Sonntag an, Jasmin kommt am Mittwoch nach. Passt!

Der erste Tag beginnt eiskalt. Ja, da schau her! Am Nachmittag fängt es gar noch an zu schneien. Wir besteigen die Kranzwand, um zu testen, ob Carina bergfit ist. Ist sie. Mio soundso!

So planen wir für den Dienstag den Aufstieg zur Glorer Hütte. Das sind 732 Höhenmeter. Nur ist da noch keine Spur gezogen. Macht aber nichts, denn der Weg ist nicht zu verfehlen. Einzig mit zunehmender Höhe wird der Schnee immer tiefer. Einer geht vor und plagt sich. Irgendwann kommt auch Mio drauf, dass es mit seinen kurzen Beinen besser ist, wenn er hinten nach geht. So hat er wenigstens irgendeine Chance, die Hütte zu erreichen. Dicke Schneeklumpen haben sich an seinem Fell festgeheftet. Uh, das ist so hart, dass ihn Renate gar mal trägt. Aber das ist für sie dann noch härter. Carina kämpft tapfer. Auch für sie ist es anstrengend. Ich habe meine schweren Bergschuhe daheim gelassen. Carin hat nicht einmal daheim hohe Bergschuhe. So haben Carina und ich bald nasse Füße. Das erfrischt, hilft aber auch nicht. Renate motiviert trockenen Fußes Carina und Mio. Noch ein Kilometer und der Schnee ist wirklich tief. Teils brechen wir bis übers Knie ein. Mann oh!

Und dann schaffen wir es doch. Hier heroben sitzt einsam Carsten, vermutlich ein deutscher Aussteiger. Wir sind und werden heute die einzigen Gäste bleiben. Ich kann das alles nicht glauben, aber Carsten ist mit sich im Reinen. Passt doch. Das Essen ist gut. Wir plaudern, Mio schnorrt ein Paar Frankfurter. Wir trauen uns den Abstieg wieder zu. Der ist auch viel leichter, wenn man in Kauf nimmt, dass die Schuhe völlig durchnässen.

Wieder beim Lucknerhaus zurück, bin ich erleichtert, dass die Sonne Schnee und Eis von der Straße geschmolzen hat. Wir sind mit Sommerreifen unterwegs. In der Früh ging es einigermaßen auf der Schneefahrbahn, weil bergauf. Bergab hätte das hart werden können. Ein E-Auto mit zweieinhalb Tonnen am Eis in Sommerreifen bergab – uff! Sorgen waren umsonst, alles gut! Das Abendessen haben wir uns verdient.

Die Tour zur Glorer Hütte auf Garmin


Am Mittwoch macht Carina Pause. Renate und ich kehren zum Lucknerhaus zurück. Von hier wollen wir aufs Figerhorn. Der Schnee hat sich gesetzt, es taut. Am Figerhorn warten über 800 Höhenmeter und eine Spur auf uns. Das sieht machbar aus. Schon nach kurzer Strecke warnt uns ein Vogelfotograf, dass Mio in Gefahr sein könnte. Zwei Adler sind unterwegs, und das könnte für Mio eng werden. Solche Geschichten habe ich auch schon gehört. Aber so richtig glauben will ich das nicht. Egal, Mio muss in der Nähe bleiben. Macht er aber nicht lange, und Adler sind auch keine zu sehen.

Die Tour ist heute bequemer als gestern, auch wenn nach dem Greibichel der Schnee tiefer wird. Dort, wo es dann steiler wird, ist der Weg tief eingeblasen. Der abgeblasene Grat hingegen ist schneefrei. Die Sonne hat brav gewirkt. Nur ist der Grat richtig steil und mit nun nassem Gras bedeckt. Rauf kommt man ja, auch wenn es anstrengend ist, aber runter? Egal, das überlegen wir uns später. So erreichen wir doch etwas außer Atem wieder den Weg, der nun den restlichen Grat entlang zum Gipfel führt. Hier ist es schneefrei und das Gipfelkreuz bald erreicht. Der Großglockner schaut her, wir machen Fotos. Die Bergsteigerjause aus dem Gradonna schmeckt , alles passt.

Irgendwann wird es dann doch kalt und wir steigen ab. Ein Paar hat sich am offiziellen Weg heraufgequält. Das finde ich sehr löblich, denn nun sollte der Abstieg kein Problem sein. Der junge Mann wirkt auf mich wie eine Dampflok, die sich auf Schienen durch den tiefen Schnee heraufgearbeitet hat. Er lacht. Ja, anstrengend war es schon. Aber was soll’s? Seine Partnerin ist gar im kurzen T-Shirt unterwegs, weil das so deppert anstrengend war. Auch sie ist sich bewusst, was das Spuren ihres Partners ihr erspart hat. Ich bedanke mich und bin beeindruckt.

Ja, so ist der Abstieg schnell erledigt. Die Schuhe sind zwar genauso nass wie am Vortag. Die kommen in den Trockenraum, und ich hole noch Jasmin aus Lienz ab. Als sichere L-Fahrerin bringt sie mich nach Kals zurück. Am Donnerstag ist Ruhetag für uns, das Wetter ist okay aber nicht sonderlich gut.

Das Figerhorn auf Garmin


Der Freitag bringt dann eine Tour mit Jasmin zur Blauspitze, immerhin über tausend Höhenmeter. Es ist frühlingshaft warm. Entsprechend sind die Sonnenseiten wieder abgetaut. Auf der Nordseite wird aber schon einiges an Schnee warten.

Wir steigen über das Bergrestaurant Glocknerblick auf. Die Hüttenwirtin erkenne ich prompt. Das letzte Mal habe ich sie vor knapp 25 Jahren gesehen. Wie die Zeit vergeht! Sachen gibt’s. Sie kann sich an mich nicht erinnern – komisch!

Wie auch immer, weiter geht es. Erst die Piste hinauf, ehe wir unter der Blauspitze nach Osten queren. Tja, und irgendwann geht es in die Schattseite des Berges, wo der Schnee beginnt. Eine Spur ist hier vorhanden, das hilft. Die Schneefelder, die es zu queren gilt, sind teils steil. Zum Glück trägt der Schnee gut. Jasmin kämpft tapfer. Oben unter dem Gipfel wird es dann nochmals mühsam. Aufgeben ist aber keine Option, und so erreichen wir lange nach Mio den Gipfel. Die Pause ist hier kürzer, denn es hat zugezogen und es beginnt gar leicht zu nieseln. Fotos, Mannerschnitten, Abstieg..

Mio ist völlig gaga. An den steilsten Stellen dreht er durch. Er will spielen. Das Spiel schaut derart aus, dass er versucht, meine Schuhbänder zu schnappen. Ich wehre ihn ab und er springt bellend herum. Keine gute Idee hier. Sein Hintern hängt bei diesen Spompanadeln bedenklich weit über dem Abgrund hinaus. Mio wird angeseilt mit Sicherung um den Hals. Na ja, besser als abgestürzt!

Auf der Hütte gibt es dreimal Burger. Eigentlich sperrt die Hütte schon um 15 Uhr, aber wir haben Glück. Und wie das schmeckt, da kann die Jause im Gradonna nicht mithalten. Am letzten Stück läuft uns Jasmin davon. Die jungen, elastischen Gelenke sind bergab schneller als meine. Einzig Mio schafft es, zwischen Jasmin und uns zu pendeln.

Die Blauspitze auf Garmin


Am Samstag machen wir noch einen letzten Ausflug zum Glocknerblick zur Jause. Jasmin und Carina genießen die Annehmlichkeiten des Mountain Resorts. Renate, Mio und ich geben unserem Bewegungsdrang nach, der aber nach dieser Woche schon deutlich abgeschwächt ist.

So geht am Sonntag eine Woche in den Bergen zu Ende. Auch das Ressort schließt hinter uns die Pforten. Nach einem Monat Pause beginnt Anfang Dezember hier die Wintersaison.

Fein war es!

Marseille


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Der erste Hochzeitstag naht, Renate hat Marseille vorgeschlagen. Warum denn nicht? Ich war auch noch nie dort. Das nehme ich zumindest an, bis der Taxler vom Flughafen zum Hotel erklärt, dass der Graf von Monte Christo hier irgendwo eingesperrt war. Na ja, dass es den Grafen gar nicht gibt, sondern, dass das eine erfundene Romanfigur ist, habe ich damals vor 42 Jahren wahrscheinlich genau so wenig gewusst, wie heute. Also, jetzt weiß ich es – Google sei Dank! Aber halt, wusste ich es nicht doch? Egal, so erinnere ich mich, dass ich auf meiner Interrail-Reise mit Oskar schon mal hier war. Wir hatten überlegt, zur Insel zu schwimmen und wollten damit als erste Menschen nach Alcatraz schwimmen. Da war wohl einiges durcheinander!

Zurück zur diesjährigen Reise. Die Anreise über München verläuft friktionsfrei, sieht man von diesen heimtückischen Rollbänder für die Fußgänger ab. Also, ich kann nur warnen! Verkehrt stehend und aufs Handy starrend wird einem das Ende des Rollbandes zum Verhängnis. Hah, in die Falle gelockt, nicht ich purzle da wie ein hilfloser Käfer am Boden. Renate hat’s erwischt. Die erste Passantin ist so schnell da, dass ich noch nicht einmal Kopf schütteln konnte. „Are you okay?“. Das ist wirklich die dümmste Frage, die man in so einer Situation stellen kann. Renate hat noch nicht ganz mitbekommen, was ihr da passiert ist, lacht aber schon. Fix ist, einen Ganzkörper-Selbstscan wird sie wohl noch nicht geschafft haben. Also, „I’m great, thanks!“ kann man da nur antworten. „Mach‘ ich gerne – so eine kleine Showeinlage mit angedeuteter Rückwärtsrolle!“.

Im Hotel C2 haben wir uns einquartiert. Von außen ist es ein – naja – Hotel, aber innen ist es wirklich gelungen. Wir haben ein Zimmer ganz oben und blicken auf die Notre Dame in der Ferne. Nein, nicht bis Paris! Auf die Notre Dame de la Garde, denn die steht in Marseille am höchsten Punkt der Stadt. Das nenne ich mal einen feinen Ausblick. Die Sonne lacht, der kalte nieselige Herbst ist daheimgeblieben. Ein Spaziergang zum alten Hafen und Meeresfrüchte mit einer Flasche Crémant in den Markthallen machen den ersten Tag schon zum Erfolg. Okay, der Crémant erinnert ein bisserl an einen g’spritzten Heckenklescher. Was soll´s? Bleibt mir mehr!

Der zweite Tag wird noch besser! Wir haben E-Bikes gebucht und radeln in die Calanques. Schick mit rosafarbenem Helm geht es los. Anmerkung: Ich habe mir die Haare frisch gemacht und wollte mir die Frisur nicht zerstören, weswegen es keine rosa Helmfotos von mir gibt. Komoot geht es dahin. Auf Komoot hat uns der Verleih sogar die Strecke zusammengestellt. Die Bedingungen sind ideal. Ein Rennradfahrer überholt uns und nimmt triumphierend einen Schluck aus seiner Flasche. Es geht bergauf, er muss Mühe haben, das Getränk zu schlucken. Egal, nach ein paar Kilometer wird es wirklich steil. Da schätze ich schon mal 20% Steigung. Und da sind wir wieder. Der Rennradfahrer pfeift aus dem letzten Loch. Was hätte ich für eine Wasserflasche jetzt gegeben! Ein Königreich für ein Pferd! Quatsch, das braucht kein E-Biker, eine Flasche brauchte man. Ich will ihm zuprosten, dem armen Tour de Francler, der normal dreimal so fit wie ich aber jetzt dreimal so langsam ist. Er ruft uns etwas auf französisch nach. Kann ich nicht – C’est la vie!

Auf der anderen Seite geht es ebenso steil bergab und wir gelangen an eine schöne Bucht umringt von steilen Felsen. Junge Kletterer erfreuen sich des warmen Fels in der Herbstsonne. Wir sind zum idealen Zeitpunkt des Jahres hier. Im Sommer ist es wahrscheinlich heiß und voll mit Menschenmassen. Aber nun passt alles!

Am Heimweg geht es noch mit dem E-Radl zur Passage des Croisettes. Der Akku des Radels ist noch deutlich frischer als ich, der ich schon den ganzen Tag auf dem Sattel herumwetze. Und wir haben ein Problem. Hier in Südfrankreich pfeift man auf unseren azyklischen Essensrhythmus. Das soll heißen, zwischen 14:30 und 18:00 gibt es da nichts. Also, kaum etwas. Wir finden die Boissonnerie Les Goudes in Les Goudes. Wegen des Pan Bagnat kommt man hierher. Wir sind so hungrig, diese Thunfisch-Sandwiches schmecken herrlich. Wir können weiter.

Wieder in Marseille geht es dann noch mit letzter Energie steil zur Notre Dame hinauf. So sind wir bei tiefstehender Sonne am höchsten Punkt und genießen den Ausblick über Marseille. Ab jetzt volle Fahrt bergab! Die Räder sind knapp vor Geschäftsschluss im Verleih – alles gut!

Der Samstag ist Renates Leidenschaft gewidmet. Wir sind bei Alexandre Mazzia, genauer im AM par Alexandre Mazzia. Drei Sterne bei Michelin gibt es selten. Es ist ein Genuss! Einzig, es sind so viele Gerichte! Von jedem hätte ich gerne einen Teller voll, aber es gibt nur einen Löffel, dafür wunderbar präsentiert. Viele Gerichte werden auf am Kopf stehenden Häferln serviert. Ich wundere mich, aber sag lieber nichts. Die vielen Kellner in ihren dunklen Anzügen hätten sicher eine Antwort. Den Kaffee bestelle ich zu früh. Ich dachte, der Film ist schon aus, aber da kamen noch weitere Leckereien. Nach dem Essen schafft Renate noch ein Foto mit dem Drei-Sterne-Star, einem ehemaligen Basketballstar aus der Republik Kongo. Da schau‘ her! Ich lege mich bald erschöpft auf historische Steine, um ein bisserl das Wamperl zu stretchen, aber nur so lange bis mich die Museumswärterin vertreibt und mich auf die bereitgestellten Bänke hinweist. Ich bin auch immer entsetzt, auf was für vertrottelte Ideen diese Touris bei uns kommen – fürchterlich! Noch ein Abendspaziergang und auch dieser Tag ist ein Erfolg.

Am letzten Tag schießen wir noch Fotos, und Gottfried bekommt seine Bouillabaisse. Der gute Mann am alten Hafen muss denken, dass wir nach mehreren harten Tag im vom wilden Mistral aufgepeitschten Mittelmeer mit unserem Fang zurück sind und nun etwas brauchen, das uns nicht nur aufwärmt sondern auch sättigt. In der warmen Sonne tuen wir uns mit diesem knappen Liter heißer Suppe, serviert im Topf, schwer. Beim Alexandre, dem Ex-Basketballer, hätte ich einen Löffel voll bekommen. Facettenreiches Marseille!

Am Abend dann Abflug nach Wien! Wir sind total positiv überrascht von Marseille und können einen Besuch nur empfehlen! Was für ein gelungener Städtetrip zu unserem einjährigen Jubiläum. La vie est belle – wie der Franzose sagt!


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Kreta


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Nach Jasmins Matura gönnen wir uns einen Familienurlaub auf Kreta. Ganz im Osten bei Agios Nikolaos haben wir uns im St. Nicolas Bay Resort Hotel & Villas, einem Ressort, einquartiert. Vierzehn Tage Sonne, Wind und griechische Küche erwarten uns. Bis auf einen Kochkurs, bei dem wir eifrig dem Chef zugeschaut haben, einen Ausflug in den kleinen Ort und meinen Supermarktbesuchen am E-Bike haben wir nichts Berichtenswertes unternommen. Niemand hatte Lust bei diesen Temperaturen, zu Wasserfällen zu wandern, in einem Leihauto zu schwitzen oder eine Olivenölfarm zu besichtigen. Das Ressort hat sich große Mühe gegeben, dass wir keinen Schritt außerhalb des Ressorts setzen müssen. Wir wurden vorzüglich abgeerntet. So haben wir mit den Mädels ein bis zweimal am Tag gemeinsam gegessen und vermutlich mehr aus ihrem Leben erfahren als daheim in Breitenfurt.

Das Fitness Center hat uns oft gesehen und meine ersten beiden Yoga-Lektionen hatte ich. Wir waren einmal gar zu viert in der Stunde! Der „Herabschauende Hund“ ist mir ab sofort ein Begriff. Na bitte, das hat doch was?! Und gefallen hat es uns auch – fix!

Soma Bay


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Jasmin lernt für die Matura, Carina will in die Welt hinaus. So buchen wir kurzfristig über TUI das Steigenberger Ras Soma in Ägypten etwas südlich von Hurghada. In vollem Vertrauen auf TUI buchen wir ein Paket inklusive Flug. Bei näherer Betrachtung ein paar Tage vor Abflug erkenne ich, dass wir mit Nesma Airlines fliegen werden. Kenne ich nicht. FlightAware kennt es ebenso wenig. Komisch! Beruhigend ist, dass Google nichts über einen Absturz zu berichten weiß. Verstörend sind der Durchschnittswert der Rezensionen mit unter drei Sternen und die häufige Einleitung mit „Nie wieder Nesma Airlines“ oder „Mit jeder anderen Fluglinie gerne“. Prompt verschiebt sich die angekündigte Abflugzeit nach hinten. Aber wir sind vorbereitet. Letztlich ist der Flug gut. Wir kommen irgendwann in Hurghada an, werden in einem Privattransfer chauffiert und bekommen gegen zwei Uhr morgens unsere Zimmer. Meer und Pool sieht man wie versprochen. Also, das Meer ist in weiter Ferne und durch eine Baustelle von uns getrennt. Der Poolblick ist ein Blick auf den privaten Pool des Zimmers im Erdgeschoss unter uns. Fein, da kann ich morgen den Nachbarn vom Balkon aus Tipps zum Entspannen im eigenen Pool geben. Auch hat sich ein leichter Geruch über das Zimmer gelegt, der definitiv nicht lecker ist. Renate will das Zimmer tauschen. Ich sehe das als chancenlose Übung an. Es sind Osterferien, und fürs Erste will ich schlafen. So auch Renate.

Aber gleich am nächsten Morgen hat Renate dann auch prompt zwei Zimmer im zweiten Stock mit echtem Meer- und Poolblick organisiert – Respekt! Das ruhige Zimmer nach hinten raus bleibt damit anderen Gästen. Für uns geht es ab jetzt bergauf, die Zimmer sind edel!

Die gesamte Anlage ist fein, hier kann man es aushalten. Wir buchen zwei Ausflüge und machen drei. Der erste Ausflug geht mit einem Boot ins Naturschutzgebiet „Mahmya“, was so viel wie Paradies heißt. Selten habe ich so ein gut organisiertes Paradies gesehen. Wir werden der Gruppe „Nemo“ auf einer mehrstöckigen Yacht mit einigen anderen deutschsprachigen Gäste zugeteilt. Es gibt viele Yachten mit vielen Fischgruppen.

Mohammed wird sich um uns kümmern. Er stellt uns den Tagesablauf vor. Ein bisserl viel Information für mich. Irgendwo gibt es eine Schnorchelausgabe und dann Essen, aber auch Freizeit und überhaupt.

Unser Ankern und Übersetzen ins Paradies erinnert mich ein bisserl an D-Day Szenen, als die Alliierten in der Normandie landeten. Okay, auf uns schießt keiner. Aber keine drei Schritte an Land und wir sind auf uns allein gestellt. Wie die anderen Invasoren ziehen wir zur Schnorchelausgabe. Das hat ja mal geklappt. Jetzt folgt vermutlich die Suche nach dem Plätzchen im Paradies. Mohammed, der Hirte der Nemos, ist verschollen.

Jede Menge Matratzen mit Sonnenschirmen liegen im Paradies bereit. Oberösterreicher, die wir von unserer Yacht kennen, und wir haben uns zur Österreicher-Fraktion zusammengetan. Auf uns selbst gestellt wollen wir uns platzieren. Weitgefehlt, der Chef-Nemo einer anderen Fischgruppe vertreibt mich lautstark. Hier sind die Barrakudas. Das fühlt sich auch so an. Ich komme mir vor wie ein Robbenbaby, dass seine Mama unter den tausenden Tieren verloren hat und nun von den anderen Robbenweibchen weggescheucht wird.

Aber jeder Fischartenchef hat einen Oberchef. Und der ist in dem wilden Treiben nicht nur am langärmeligen weißen Hemd leicht zu identifizieren. Ihm ist das Handy schon am Ohr angewachsen, sodass er es nicht mehr halten muss. Er fuchtelt, schreit ein bisserl und organisiert derart das einmalige Erlebnis im ägyptischen Naturschutzparadies auf nächsthöherer Ebene. Ja, wie den unser Fischhäuptling aussieht? Scherzfrage, für mich sehen die alle ja irgendwie gleich aus. Dass unser Offizier des Tages Mohammed heißt, hilft auch nicht. Wir sind verloren! Doch dann passiert ein Wunder: die anderen deutschsprachigen Nemos marschieren geführt von ihrem Mohammed, also unserem Mohammed, am Wasser vorbei. Er beweist sich mittlerweile als großer Redner, seine Schützlinge haben sich an seine Fersen geheftet. Wir wurden schon vermisst.

Die Einteilung in zwei Nemo-Reihen lasse ich geduldig über mich ergehen. Da schau her, wir bekommen die Plätze in der Front Row unseres Matratzenabschnitts. Vielleicht möchte uns Mohammed auch besser im Blick haben. Mit Schmunzeln beobachte ich noch, wie Deutsche neben unserer Zweierreihe Matratzen belegen wollen. Aber das Paradies toleriert keine Vermengung der Fischarten. Husch, husch – zurück in eure Reihe. Okay, ein bisserl Fauchen ist auch dabei.

Wir schnorcheln, was bis auf die Wassertemperatur eine feine Sache ist. Das Essen ist bestens organisiert. Es gibt unter anderem Fisch. Ich glaube, Clown-Fische kann man nicht essen. So fühle ich mich als Tagesmitglied der Nemo-Gruppe wohl. Anderen Fischgruppen mag es da nach dem Motto „Dorade isst Dorade!“ unangenehmer ergehen.

Der Tag ist insgesamt kurzweilig. Das Paradies ist bestens organisiert, es gibt nichts zu meckern. Bei der Abfahrt zur Rückkehr nach Hurghada verabschiedet uns noch eine Katze. Sie sieht unserer Cookie recht ähnlich. Bald wird es wieder ruhig im Paradies sein. Dann kann sie sich um die Fischreste kümmern. Wir schaukeln gemächlich in den Sonnenuntergang. Alles gut!


Zwei Tage später holt uns ein größerer Bus zu unserer zweiten Tour ab. Wir sind auf der VIP Elite Tauchtour eingebucht. Achmed nimmt uns im Bus als erste Gäste in Empfang. Er ist in meinem Alter, was in Ägypten schon ein bisserl ungewohnt ist. Mit Hilfe von Google habe ich auf Arabisch als Gruß „Einen Morgen voller Licht!“ einstudiert und erweiche damit auch Said, den Busfahrer. Er war früher LKW-Fahrer und ist bis nach Riad gefahren. Bald weiß ich alles. Kurz, ich kapere den Bus.

Mit jedem Zwischenstopp in einem der anderen Ressorts füllt sich der Bus weiter und Achmed drängt sich in den Vordergrund. Kaum sind wir komplett, präsentiert er seine eigentlich Bestimmung. Er hat definitiv das Zeug zum Einkaufsfahrtenverkäufer. Aber erst am Boot, einer edlen mehrstöckigen Yacht, legt er noch einmal einen Gang zu. Er spricht schneller Deutsch, als er es kann. Ich verstehe Bruchteile und habe unentwegt Sorge, dass ich dem Kauf von zwei Heizdecken, drei Nackenkissen und einer Herde Kamele zugestimmt habe. Jeder Mitarbeiter an Board wird vorgestellt. Da sind die Crew fürs Schiff, der Koch, der Kellner, die drei Schnorchel-Guides, zwei Fotografen usw. Wir haben laut Achmed Glück, denn normalerweise sind doppelt oder dreimal so viele Touristen an Board. Kaum fühle ich mich wie ein echter Multimillionär auf seiner Yacht, verweist mich Renate auf das Gluckern des vermutlich riesigen Dieselmotors. Uh, sind nicht Yachten die Klimasünder schlechthin? Meine CO2-Bilanz ist wieder einmal vernichtet. Uje, da gebe ich mich schnell wieder Achmeds HSE24-Dauerwerbesendungsredeschwall hin. Das malträtiert die Ohren, aber übertönt den Dieselmotor.

An drei unterschiedlichen Stellen des Riffs schnorcheln wir. Das Wasser ist noch immer kalt. Das Riff dafür umso schöner. An Board wird gekocht und gut gegessen. Der Fotograf glänzt mit einer Spiegelreflexkamera und weiß, wie man Touristen in Pose rückt. Für einen ägyptischen Monatslohn kann man die Fotos dann kaufen. Okay, in Kashoggi-Stimmung tut man das auch. Auch dieser Ausflug ist kurzweilig und eine Empfehlung. Wieder geht es im Sonnenuntergang nach Hurghada zurück. Said – was hat er eigentlich den ganzen Tag getan? – führt uns noch zur größten Moschee Hurghadas, die wir vom Bus aus bestaunen dürfen. Achmed hat mittlerweile eine rekordverdächtige Redegeschwindigkeit erreicht. Er ist aufrichtig freundlich, lädt uns zu sich ein, scherzt über seine Familie, wünscht einen schönen Abend und plötzlich ist er weg. Er ist mit dem Kuvert mit Bakschisch in einem engen Gässchen Hurghadas verschwunden. Said führt uns ins Hotel zurück. Das ist gut so, er redet sehr wenig.


Am letzten Tag leisten wir uns eine Cabaña am Strand in der ersten Reihe. Die Getränke und Snacks sind in der Miete miteinbegriffen. Das erscheint großzügiger als es ist. Immerhin haben wir all-inclusive gebucht. Wir schauen den anderen Touristen am Strand zu, raten ihre Nationalitäten, lesen, schauen aufs Handy, etc. Aber irgendwann muss Abwechslung her. Renate und ich wollen einen Strandspaziergang wagen. Garmin belohnt uns einen solchen gar mit einem Punkt. Wer wird da widerstehen?

Am Strand nach rechts oder nach links? Beide Optionen bieten kilometerlangen Strand. Ich ergänze, dass Soma Bay bald aus ist, wenn wir nach rechts gehen. Nach links kann man stundenlang spazieren. Irgendwann erreicht man das Kempinski und das Sheraton, wo ich vor Jahren schon war. Renate will nach rechts. Auch recht, lerne ich Neues kennen. Ich ziehe mir Hosen und Shirt an, die Sonnenbrille rundet den Auftritt ab. Renate ist sparsamer. Bikini und Sonnenbrille müssen reichen. Ich weise nochmals darauf hin, dass Soma Bay bald endet. Anderseits war Renate schon in mehr Ländern als ich und ist erwachsen genug. So spazieren wir los. An der Grenze unseres Ressorts sitzt ein Wachmann, der uns freundlich zuwinkt. Ab sofort befinden wir uns auf einem Gebiet, dass touristisch gewidmet ist, aber auf dem noch keine fertigen Hotels stehen. In ein paar hundert Metern erkennt man eine Mauer bis zum Meer vor. Hier endet das Touristengebiet und trennt die Welten.

Aber schon ein paar freche Ägypter nutzen den Sonntag und sind in das Gebiet hier „eingedrungen“. Es sind ausschließlich Männer, alle in langen Hosen und Shirts. Ich grüße freundlich, was sie ihre Verwunderung abwerfen lässt. Sie erwidern die Grüße freundlich. Die Blicke ruhen, während wir weiterspazieren, auf uns. Vermutlich mehr auf Renate als auf mir, aber sie ruhen. Die nächste Gruppe ist wieder rein männlich. Aber es sind Jugendliche, voller Übermut. Ich grüße, sie lachen. Da fasst der erste allen Mut zusammen und fragt mich mit übermütigem Blitzen in den Augen, ob er ein Foto mit mir machen kann. Gerne, wir schießen ein Selfie. Ob er eines mit uns beiden machen kann? Auch gerne! Ob er eines mit Renate haben kann? Renate sagt ja. Ehe er seinen Arm um sie legen kann, nehme ich sein Ohr zwischen meine Fingernägel und drehe ein bisserl daran. Nur zur Erinnerung und Rückhalt! Tja, und jetzt hat ein Teenager ein Foto, um das ihn die anderen sicherlich beneiden. Da macht es auch gar nichts, dass die blonde Frau in ihrem denkbar knappen Bikini dreimal so alt ist. Jeder will jetzt ein Foto mit Renate. Mit mir will übrigens keiner eines, komisch! Renate entgleitet die Situation, ihr werden die durch einander schreienden jungen Männer, die sie eingekreist haben verständlicherweise zu viel, zumal es hier mittlerweile auch deutlich mehr Ohrwascheln gibt, als ich Finger habe. So verteidigen wir uns Rücken an Rücken gegen den Übermut und das Betteln der jungen Teenager um ein Foto. Noch finde ich es lustig und ich kann versichern, dass es nicht daran liegt, dass eh keiner mit mir ein Foto will. Wir lehnen nun forscher ab, drehen um und zielen aufs sichere Ressort.

Damit haben wir erstaunlicherweise Erfolg. Wir haben so plötzlichen Erfolg, dass ich es selbst nicht glauben kann und mich umschaue. Siehe da, der freundliche Wachmann vom Ras Soma ist aus dem Schatten heraus und hat Kurs auf uns genommen. Er hat eine Hand hinter dem Rücken am Hosenbund. Aber ehe er amtshandeln kann, sind wir wieder alleine am Strand. Nicht nur die Teenager sind weg, sondern auch die erwachsenen Männer, an denen wir am Rückweg vorbeigekommen wären, sind wie vom Erdboden verschluckt. Ja, und wie sind die jetzt so schnell durch oder über die Mauer? Oder verstecken sie sich in einer Grube? Zumindest haben sie jetzt Fotos oder gar ein Video, dass sicherlich lokal viral gehen wird. Wir kommen am Wachmann vorbei. Er winkt, er lacht und schaut mal nach den Dingen in Richtung Mauer. Auf ein Foto mit ihm wird genauso wenig einer neugierig sein wie mit mir. Renate schiebt ihr knapp bedecktes Popscherl ins sichere Touristengehege. Uff, nochmal Glück gehabt. Wir marschieren jetzt lieber nach links. Da ist das späte Sonnenlicht eh schöner. Sachen gibt’s!

Am Montag holt uns dann wieder ein privater Chauffeur ab. Also, es sind zwei Autos, die sie schicken. Ja, das ist, weil wir zu viel Gepäck haben. Aha, vielleicht hat sich auch rumgesprochen, dass die Frau mit den blonden Locken, der neue ägyptische Internetstar, abreist. Man weiß es nicht!

Unser Ausflug nach Ägypten war somit ein voller Erfolg. Der Rückflug war pünktlich, obschon der Lack an der Maschine von Nesma Airlines ziemlich ab war. Egal, gelandet ist sie sicher und so haben wir es alle drei sicher und bestens erholt nach Hause geschafft!

Athen

Diesmal haben wir alles richtig gemacht. Drei Tage Sonnenschein bei angenehmen Temperaturen. Am Samstag reisen wir über Mittag nach Athen. Im neu eröffneten Hotel The Dolli empfängt man uns mit ehrlicher Herzlichkeit, ganz viel Süßigkeiten und alkoholischen Getränken. In Begleitung der Empfangsdame eilen wir im Lift zuerst zum Zimmer und dann auf die Terrasse, um uns ein Mittagessen zu gönnen. Der Lift ist eng, ein weiterer Hotelgast steigt zu, schaut aufs Handy und macht beim Ein- und Ausatmen Töne. No, das ist nichts Ungewöhnliches, aber Renate fühlt sich an Mio und mich beim Schlafen erinnert, kriegt einen Lachanfall und kann der Enge nicht so schnell entkommen. Der gute Mann ahnt, wer die Ursache der Erheiterung sein kann. Das Glaserl Schampus lässt mich Mio imitieren und um Renate ist es geschehen. Was für ein Auftritt!

Auf der Terrasse kehrt dann allmählich wieder Ruhe ein. Die Akropolis winkt herüber, wir winken zurück. Am Abend machen wir noch einen kleinen Spaziergang durch die Stadt. Unsere Suite hat noch ein Upgrade erhalten. Da gibt es gar nichts auszusetzen.

Am Sonntag wartet nach dem Frühstück auf der herrlichen Terrasse schon Christina am Eingang der Akropolis. Kompetent führt sie uns durch die antike Stätte. Ich verstehe nicht alles, was sie sagt. Das macht nichts, weil ich mir eh nur einen kleinen Teil merke. So ist er halt noch ein bisserl kleiner. Wichtig ist, dass sie uns beiden sympathisch ist. Ich glänze gar zweimal mit meinem Wissen aus dem Buch „Was wir von der Welt wissen sollten“. Hätte man mir gar nicht zugetraut.

Nach unserer Tour geht es ins Restaurant Cookoovaya. Wir sind irgendwo in dieser Riesenstadt zur falschen Uhrzeit. Okay, Google war es, weil es den Termin mit der falschen Zeitzone eingetragen hat. So laut meiner nie um eine Erklärung verlegenen Ehefrau. Ich ringe mit mir und unterdrücke den Hinweis, dass wir um eine halbe Stunde falsch sind und mir Iran, Afghanistan, Indien,.. als wenige Länder mit einer halben Stunde Zeitverschiebung einfallen. Ich will ja nicht ein weiteres Mal mit meinem unnützen Wissen glänzen. Das Essen ist ebenso gut wie reichlich. Obwohl vorgewarnt, verputze ich bei Gang 7 von 15 einen viertel Kilo Aufstrich von weißer Tarama. Köstlich, aber tödlich!

Die Kalorien müssen verwertet werden, in dem wir in 30 Minuten zum Sonnenuntergang auf den Hügel Lykabettus wollen. Für das edle Lokal habe ich mich in Schuhen mit Ledersohlen fein gemacht. Die sind jetzt da hinauf nicht so geeignet. Auch lange Hose, dickes Shirt und nicht zu vergessen die Butterbombe in mir rächen sich. Aber die Sonne lässt sich auch von Argumenten bezüglich der Zeitzonen nicht aufhalten. So stehen wir zeitgerecht und ich definitiv schwitzend mit gefühlt 42.000 anderen auf dem Gipfel mit seiner 120 Quadratmeter großen Aussichtsfläche. Ein bisserl Schubsen, ein bisserl Lächeln und die Fotos sind im Kasten. Aber jetzt nimmt das Übel endgültig seinen Lauf. Es geht erst steil und dann noch dazu unasphaltiert bergab. An sich schon kein Genuss in Schuhen ohne Dämpfung und Komfort. Aber auch die monatelange Rehabilitation fürs Knie ist wieder dahin. Da kann man jetzt auch nichts machen.

Wieder im Wohnviertel wundern wir uns über die hohe Polizeipräsenz. Renate wäre nicht Renate, wenn sie nicht die jungen Männer fragen würde, warum denn gerade hier so viele von ihnen Dienst schieben. Der Polizist überlegt und antwortet dann, dass der Premierminister hier wohnt. Aha, Renate soll doch fragen, wo genau und ob er denn daheim ist. Aber das traut sie sich dann doch nicht. War wahrscheinlich auch besser so.

Am Abend starre ich jedenfalls von der Terrasse bei einem Glas griechischen Perlweins nach Methode der Champagne auf die Akropolis. Die Götter haben Licht. Fein für sie.

Am Montag begrüßt uns wieder Kaiserwetter. Mit der U-Bahn geht es nach Piräus. Hier habe ich vor knapp 40 Jahren am Hafen auf der Straße geschlafen und auf Gernot gewartet, der mir das neue Surfbrett vorbeibringen sollte. Davor hat ihm der Vater 10.000 Schilling ausgehändigt, um die Gernot auch prompt die Cobra gekauft hat. Wie durch ein Wunder hat er mich am Hafen in der Nacht gefunden. Das Surfbrett hatte er unter dem Arm. Ich habe noch immer das Bild im Kopf, wie er damit durch den Park marschiert. Tja, Google Maps gab es noch nicht und Gernot musste wieder ein paar Stunden in den Norden zurück an sein eigentliches Ziel fahren und ich mit der nächsten Fähre auf die Insel zurück. Mein Leben war also damals schon verwöhnt. Jetzt geht es sogar fast noch besser. Auf einer Strohmatte am Hafen vor einem LKW würde ich nicht mehr schlafen. Der Grund ist aber nicht nur, dass ich mich danach wahrscheinlich drei Wochen nicht bewegen könnte.

Na ja, wir fallen an einem edleren Abschnitt bei Jimmi’s Seafood ein. Mit Blick über den kleinen Yachthafen halte ich mich beim Essen zurück. Der Rosé legt dafür einen Schleier über den gelungenen Tag. Am Meer dann noch ein paar Fotos, ehe wir ins Hotel zurückkehren. Schon der Empfang ähnelt einer Konditorei mit All-you-can-eat. Dann noch der Zitronen-Gugelhupf am Zimmer, der jeden Tag erneuert wird. Mann oh, das sind Herausforderungen.

Dienstag ist schon wieder Abreisetag. Nach dem Frühstück geht es zum Parlament, wo wir Glückskinder zur Wachablöse kommen. Ui, das ist eine Show. Man möchte lachen, aber das würde dem Ernst des Unterfangens nicht gerecht.

Zu Mittag dann wieder Heimflug und Besuch bei Oma, die an diesem Tage 90 wird. Die Wetter-App sagt, dass es in Athen jetzt regnet.


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Kolfuschg

Während sich Jasmin und Carina mit Lydia und Nico in Lech am Arlberg treffen, fahren wir in mein geliebtes Südtirol. Wir sind im Hotel Recort untergebracht. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, gehört es einem Seilbahnbetreiber. Es ist neu renoviert, also vom Originalhof ist nichts über. Wir residieren luxuriös, die Mitarbeiter sind überaus aufmerksam. Das Abendessen haben wir dazu gebucht. Das tut uns nicht gut, ist aber zu gut, um ausgelassen zu werden.

In Sachen Ski und Schnee ist zu sagen, dass wohl noch weniger Schnee ist als in den anderen Jahren. Aber das Skigebiet liegt hoch genug, sodass der Schnee weitgehend trocken bleibt und ein Genuss ist. All das kann natürlich nur unter massivem Einsatz von Schneekanonen geboten werden.

Wir fahren die Sellaronda in beide Richtungen und schaffen es sogar einmal bis nach St. Christina. Erst, als wir in der „U-Bahn“ sitzen, kann ich mich erinnern, dass ich hier schon mal vor Jahrzehnten war.

Das Hotel mit Bike-Waschstation, Hundedusche und allen möglichen anderen Annehmlichkeiten können wir empfehlen. Unsere Suite ist eine gar nicht so kleine Wohnung. Vis-a-vis führt das Mittagstal vom Sellastock herunter. Die Rezeptionistin sagt, dass ihr Bruder in diesem Jahr die Tour wohl schon einmal gefahren ist. Vorstellen kann ich mir das aufgrund der Schneelage nicht so recht. Und dann schau‘ ich zufällig um halbsieben beim Fenster raus und sehe jemanden mit einer Stirnlampe am unteren Ende des Mittagstals. Ich pack’s nicht und lege mich noch einmal nieder. Das war a mal!

Prag


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Eigentlich habe ich schon recht viel zu tun. So komme ich erst fast ein Monat nach unserem Ausflug dazu, ein paar Fotos hochzuladen. Text fällt mir eh nicht mehr viel ein. An den gemachten Fotos erkenne ich, dass wir viel gutes Essen hatten und in einem feinen Hotel genächtigt haben.