Schneeschuhe Jakobskogel

So stehen wir vorm Spar in Reichenau, und es regnet. Entscheidungen sind zu treffen. Nehme ich die Käseleberkäsesemmel oder lieber den Leberkäse mit Chilli? Daheim habe ich noch die Schneewolken am Regenradar gesehen, aber lieber dem Wetterbericht geglaubt, der trockenes und sich besserndes Wetter versprochen hat. Nein, zwei meiner drei Begleiter wollen nicht auf den Predigtstuhl. Einer sagt wie immer nichts. So stehen wir dreieinhalb in feinster Mammut-Ausrüstung am Parkplatz und sondieren die Optionen. Der eine ohne Stimme und ohne Mammut-Ausrüstung sondiert meine Leberkäsesemmel. Der wird aber schweigend auf seinen Auslauf bestehen. Heimfahren und in Breitenfurt spazieren, das wäre eine volle Niederlage. Also, warum nicht mit der Bahn aufs Plateau!

Fünf Gäste sind an diesem Tag mit den vorherigen Gondeln schon nach oben gefahren. Wir haben eine Gondel für uns. In dieser halben Stunde hat sich also kein weiterer Fahrgast gefunden. Und siehe da, oben schneit es üppig. Der Wetterbericht liegt völlig daneben. Schon nach hundert Metern und ein paar Fotos drehen wir um und holen uns Schneeschuhe, die unter der Woche kostenlos verliehen werden.

Was folgt, ist ein unerwartet kurzweiliger Ausflug. Erfrischend würde es auch treffen. Aber die Ausrüstung trotzt den Bedingungen. Meine zwei Begleiter haben die äußerste Schicht gleich daheim gelassen. Angesichts des Wetterberichts verständlich, angesichts der tatsächlichen Bedingungen verwunderlich. Der Schnee fliegt waagrecht, Mio hält sich zumindest gut am Boden.

Das Ottohaus erinnert mich jedes Mal an die Villa aus Hitchcocks „Psycho“. Heute ist es auch nicht einladender, wir marschieren weiter und holen uns den Gipfel! Am Jakobskogel ist es dann so richtig unwirtlich und wir steigen nach ein paar Fotos ab. Sogar Mio ist anzusehen, dass ihm die vom Wind losgerissenen, bodennahen Eiskristalle beißen. Am Rückweg kehren wir in der Psycho-Villa ein. Der Winterraum verdient unter diesen Bedingungen fünf Sterne. Mio möchte ins Notbett, darf er natürlich nicht. Wieder im Freien ist es mit dem besseren Wetter endgültig vorbei. Der prognostizierte Sturm hat eingesetzt. Mio möchte wieder in den Winterraum. Der Rückweg ist dann aber erstaunlich entspannt. Fast ein bisserl fad.

Der Todeszone entkommen, gönnen wir uns Gamsgeschnetzeltes und Wildschweingulasch. Die Nachspeisenvitrine stellen wir gleich bei uns ab. Das abgesicherte Leben hat uns wieder. Die Gefahren sind wieder die vertrauten, Zucker und Fett.

Die Gondel gehört uns wieder allein. Auf halber Fahrt geht der Niederschlag in Regen über. Unser Ausflug in den Winter „wie früher“ ist zu Ende. Ebenso überraschend wie lohnend war unser spontaner Abstecher. Passt!

Tour auf garmin.com

Mios Snorre

In Breitenfurt liegt so viel Schnee wie seit Jahren nicht mehr. Man könnte sicherlich schon eine Skitour gehen, aber das darf ich ja noch nicht. So machen wir uns auf den Weg zum Preiner Gscheid. Mios Beinlänge wird voraussichtlich der limitierende Faktor sein. Gernot meint, dass der Gretchensteig die richtige Wahl ist. Ich meine, dass der Waxriegelsteig und der Predigtstuhl besser geeignet sind. Wir fassen den Gretchensteig ins Auge. Ich denke mir: „Schauen ma a mal, wie es am Preiner Gscheid!“ ausschaut.

Bei der Anfahrt hat es weniger Schnee als in Breitenfurt. In Gloggnitz denke ich mir dann, dass es wohl wurscht sein wird, welchen Steig wir wählen. Wir starten also Richtung Gretchensteig. Upps, da ist jetzt aber doch viel Schnee. Mio kämpft schon jetzt tapfer. Ab der Reißthaler Hütte wird es abenteuerlich. Die Zweibeiner kommen noch voran, aber der Vierbeiner stochert im für ihn bodenlosen Pulver. Ich hebe die Beine schon nicht mehr, um einen Kanal für Mio zu formen. Der folgt auch im Kielwasser, aber eher begeisterungslos. Irgendwann geht er nicht mehr weiter. Er sagt nichts, aber er geht auch nicht. Mit ein bisserl Trara geht es ein Stückerl, aber im Windschatten einer vom Wind arg gebogenen Latsche ist dann endgültig aus. Gernot ist noch ein paar Höhenmeter weiter, aber die spannenden Abschnitte warten noch. Ohne Mio wäre es mühsam aber machbar. Nur mit geht es nicht. Mio schließt sich Calle Halfvarssons Forderung an. Dem guten Mann ist sein „Snorre“ eingefroren. Mios Snorre hängt auch die ganze Zeit im Schnee. Ich mache mir Sorgen. Wir drehen um.

Bergab versuche ich, den Kanal durch wuchtiges Auftreten zu verbreitern, aber Mio kommt nicht. So nimmt Renate Mio hoch. Der hat mittlerweile das Manterl seiner Nachbarin an und geniert sich gerade noch ein bisserl. So entsteht das einzige Foto, auf dem Mio getragen wird. Aber Gernot und ich werden noch schwitzen.

Wieder im Wald übernimmt Mio die Führung und zieht konsequent Richtung Auto ab. Aber wir wollen zum Waxriegelhaus queren. Im Wald wird schon nicht so viel Schnee sein – zweiter Fehlschluss. Da liegt erst Schnee und keine Idee von einer Spur. Zum Glück sind da Markierungen, aber für Mio ist es nicht zu packen. Gernot und ich tragen ihn abwechselnd und kommen dabei ordentlich ins Schwitzen. Mio zittert und grunzt. Ja, wie weit ist denn das noch! Aber alles geht vorbei, wenn man nur weitergeht. Und so kommen wir auch irgendwann zum Waxriegelhaus. Mio wird seiner anhaftenden Schneeklumpen befreit und wir kalorisch versorgt. Die beste offene Hütte weit und breit und auch die einzige.

Wieder bei Kräften ist die Welt in Ordnung. Einer von uns hat auf der alten Skipiste die größte Freude am Leben. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass Mios Snorre gerettet werden konnte. Ach ja, und am Waxriegelsteig wären wir auch nicht viel weiter gekommen.

Die Runde auf garmin.com

Hochalmspitze (3.360m)


Fotos


Ein Besuch bei der Tauernkönigin steht an. Das Ötztal ist von den unglaublichen Regenmengen in Mitleidenschaft gezogen, Gernot verweilt in Viktring und der Wetterbericht ist für den Süden besser, obschon nicht tadellos. So treffen wir uns am Friedhofsparkplatz in Gmünd in Kärnten, von wo es weiter über Malta und dann nach Westen über eine doch recht lange einspurige Straße zum Gößkarspeicher geht.

Was alles mitnehmen? Vor sechs Jahren habe ich die Tour schon einmal gemacht. Ich kann mich noch allzu gut erinnern, wie ich den Rucksack nach der anstrengenden Tagestour in die Q fallen lassen konnte. Ich hatte fast alles mit, was die Bergsportabteilung so bietet. Auch erinnere ich mich an den Übergang vom Klettersteig aufs Trippkees.

Diesmal wollen wir einiges geschickter machen. Wir haben auf der Gießener Hütte zwei Doppelzimmer gebucht. Sogar Sauna, Whirlpool und Duschen sind angekündigt. Die Hütte ist überaus fein, die Mitarbeiter super nett. Und weil es weder GSM-Abdeckung noch WLAN gibt, geht der Wirt mit jeder Gruppe auf Wunsch die anstehende Tour und den Wetterbericht durch. Die Klimaerwärmung hat meine Tour von vor sechs Jahren so stark verändert, dass wir sie diesmal gegen den Uhrzeigersinn gehen wollen. Das heißt, wir wollen über den Rudolstädter Weg aufsteigen und über den Detmolder Grat wieder runter. Der Wirt bestätigt diese Option als vernünftige Wahl, die Tourenführer werden diese Richtung ab nächstem Jahr ohnedies vorschlagen. Vom Trippkees ist nicht mehr viel über. Mit Übung werden wir es laut ihm ohne Seil und ohne Steigeisen schaffen. In meiner Erinnerung ist es mulmig. Nein, das steile Eisfeld will ich weder ohne Steigeisen noch ohne Seil rauf oder runter. Auch der Einstieg in den Klettersteig am Detmolder Grat wurde verlegt. Das Seil, an dem ich mich noch hochziehen musste, ist Vergangenheit. Ein solider Klettersteig ist gebaut, in die Nähe des Gletschers kommt man nicht mehr. So weit die vorbereitenden Worte des Wirtes.

Wir starten kurz nach sieben mit Seil und Steigeisen in den Rucksäcken. Das macht sie recht schwer. Die Kamera habe ich mit, das Seil schleppt Gernot. Recht kurzweilig geht es bei Kaiserwetter über den Rudolstädter Weg zum Trippkees. Wir fotografieren, lachen, scherzen und haben definitiv eine gute Zeit. Das Trippkees schockiert mich dann ein wenig. Nicht, weil es so wild, sondern so wenig ist. Das Eis hat sich weitgehend zurückgezogen. Zwanzig Höhenmeter mit tadellosem Sommerfirn sind zu bewältigen. Das verlangt weder nach Steigeisen noch nach Seil. Dafür ist die Felswand länger. Aber das sollte alles gehen.

Im untersten Teil kann man sich entweder an Seilen über den glatten Fels hochziehen oder in Aufstiegsrichtung gesehen rechts herum über geschätzt 30 bis 35 Grad steilen Firn wandern. Das Seil ist mehr Show, die Wanderung entspannter. Wir mischen beides – siehe Fotos. Vom Einstieg des Klettersteigs trennen uns irgendwann noch vier, fünf Meter steile Felswand. Alte Seile hängen herunter. An diesen muss man sich nun „hinaufhangeln“. Das erfordert Kraft. Alternativ gibt es wieder eine „Umgehung“ in der Wand, aber die ist gar schmal.

So schicke ich Renate am Seil nach oben. Weil ich nicht will, dass sie mir entgegenkommt, gebe ich ihr eine Behelfsseilklemme mit. Ich sehe Knoten bei Beginn des Drahtseils am Klettersteig. Das muss aber gehen. Renate kraxelt die fünf Meter und hängt .. am Knoten. Gernot steigt die Umfahrung auf, ihm gleitet die Klemme nicht fein genug, um auch das Seil zu nehmen. Ich steige hinter Renate her. Bei ihr angelangt, drücke ich ihr die beiden Karabiner ihres Klettersteigsets in die Hand, die sie auch brav in das Drahtseil einhängt. Gut, die ist mal gesichert. Ich vermute, dass sie im Klettersteigset sitzt und es entspannt hat. Leider zieht sie die Behelfsklemme gegen den Knoten, und mir will das Aushängen des Karabiners nicht gelingen, ohne dass die Klemme in die Tiefe stürzt.

So fummle ich da rum. Selbst hänge ich an einem Arm. Die Handschuhe sind im Weg. Der Arm meint, dass er dafür nicht trainiert ist. Ich ziehe mir die Handschuhe aus, die jetzt lose herumbaumeln, aber noch will ich die Klemme nicht aufgeben. Renate jammert, dass sie sich nicht mehr lange halten kann. Was soll denn der Quatsch? Sie sitzt doch gut, bei mir wird es zäh! Gernot sieht aus zwei Meter Entfernung zu und bewahrt professionell die Ruhe. Auch er will ungesichert dort nicht weiter. Irgendwann habe ich dann die Klemme frei und nicht verloren.

Was ist denn da los? Da hat jemand mit blonden Locken vergessen, dass sie eh gesichert ist. Entsprechend hat sich Renate mit einem Arm am Stahlseil festgeklammert. Ihr linker Fuß wollte keinen Halt finden. So war ihre Situation zwanglos unkomfortabel. Mein linker Unterarm zeigt sich wenig zufrieden. Und da ist noch Gernot. Der hat mit aller Geduld und professioneller Unaufgeregtheit ausgeharrt und fragt nun mit britischer Gelassenheit, ob ich ihm das zweite, herunterhängende Seil reichen kann. Das würde seinen weiteren Aufstieg ermöglichen, einen Sturz vermeiden und unsere Tour dem Erfolg näherbringen. Aber sicher, my dear! So balanciert Gernot auf dem sieben Zentimeter breiten Felsband an der überaus steilen Felswand entlang. Wenn ihn diese abdrängt, dann fällt er nicht weit. Er würde mit Schwung pendeln und mich in die Sicherung wuchten. Nur darauf habe ich gar keine Lust. Alles halb so wild, denn es geht wie fast immer gut!

So stehen wir zu dritt im Klettersteig und der ist wirklich steil. Technisch ist er nicht schwer. Nur die Steilheit führt dazu, dass wir uns wie die Bergziegen an einer Staumauer an die Wand drängen. Wir sind nicht ganz so geschickt wie die Ziegen, aber dafür gesichert.

Die Steinernen Mandln sind bald erreicht. Nun geht es den Grat entlang Richtung Gipfel. Der erste Teil ist noch mit Stahlseilen gesichert. Alles keine Schwierigkeit oder Ausgesetztheit. Landschaftlich ist es traumhaft schön. Nebel steigt ein bisserl dramatisch auf. Neuschnee liegt noch da, sieht auch schön aus. Der Grat ist wenig überraschend länger als gedacht. Nach der Aufregung in der Wand machen sich da Motivationslücken breit. Da hilft nur eines – Weitergehen. Und da ist er schon der Gipfelaufschwung. Nochmals wird gekraxelt, teils mit Stahlseilen gesichert und schon stehen wir am Gipfel. Aber just jetzt hat es zugezogen. Schade! Aber ist das schon die angekündigte Veränderung für den Nachmittag? So bleiben wir nur kurz. Nach einigen Fotos und ein paar Schnitten machen wir uns auf den Weg.

Runter geht’s den Detmolder Grat. Das ist ein Klettersteig und der ist deutlich länger als jener vom Trippkees rauf. Die Sonne hat den neuen Schnee und das Eis weitgehend entfernt. Fein ist das! Ach, die Sonne ist wieder da. Aber zurück auf den Gipfel will nun auch keiner mehr. So steigen wir den Klettersteig ab. Wir steigen und steigen, verlieren aber keine Höhe.

Technisch ist der Steig manchmal spannend. So denke ich mir ein paar Mal, wie man da im Aufstieg raufkommen soll. Gelegentlich muss man sich ganz schön strecken. Aber was soll’s? Wir machen weiter und erreichen irgendwann den letzten Teil. Schon wie vor sechs Jahren geht es direkt am Seil über die abgeschliffenen Felsen runter bzw. damals rauf. Aber die elastischen, alten Bergseile sind durch gut verankerte Stahlseile ersetzt. Das macht die Sache wesentlich leichter. Geschafft, schon etwas müde und noch immer deutlich über 3.000m haben wir den Klettersteig geschafft. Na servas!

Jetzt kommt der mühsame Teil der Tour. Über endlos Blockwerk geht es zur Winkelscharte (2.860m). Hier treffen wir zwei junge Bergsteiger, die noch auf die Hochalmspitze und dann weiter zu irgendeiner Hütte wollen. Viel Spaß! Ich lasse das mal aus. Mir reicht der Abstieg zur Gießener Hütte. Und der ist zäh. Blockwerk, das nicht enden will. Dafür ist das Trinkwasser längst aus. Mühsal macht sich breit. Aber dann kommt das erste Bächlein, wir füllen die Wasserdepots auf und schon ist uns wieder ein bisserl Leben eingehaucht. Ein bisserl und sicher nicht mehr!

Die Zwischenräume im Blockwerk werden mit jedem Meter Höhe, die wir verlieren, mehr durch Gras und Erde aufgefüllt. Irgendwann geht es fast entspannt auf Wanderwegen zur Gießener Hütte. Kulinarisch hat sich eine neue Hirschvariante auf die Speisekarte verirrt. Wir konsumieren fleißig, ehe wir die verbleibenden sechshundert Höhenmeter zum Auto absteigen.

Eine lange, anstrengende, abwechslungsreiche und letztlich fantastische Tour geht zu Ende. Ob die Hochtourensaison damit auch zu Ende ist? Für heute und die kommenden Tage auf jeden Fall. Aber schauen wir einmal, wie es in ein, zwei Wochen aussieht.

Garmin
Zustieg Gießener Hütte vom Gößkarspeicher
Rudolstädter Weg – Hochalmspitze – Detmolder Grat – Gießener Hütte – Gößkarspeicher

Deneck (2.433m)

Wir haben uns ins Hotel Schloss Pichlarn verfügt. Was staune ich über die fünf Sterne! Gediegen ist es da. Man möchte gleich ein Monat oder zwei hier verbringen. Begeistert jagen Menschen mit ihren Schlägern kleine, weiße Bälle über die weiten Rasenflächen. Golfen geht aber im Moment nicht. Das gehe ich dann als Mensch mit voll flexibler Hüfte an. Renate ist dann auch wieder fit. Also, rauf auf den Sölkpass und von dort aufs Deneck. Gernot verweilt auf der anderen Seite der Alpen und ist spontan zu begeistern. Also, um neun in der Kaltenbachkehre der Straße auf den Sölkpass.

Drei Seen, der Untere, der Mittlere und der Obere Kaltenbachsee warten. Mio sollte ausreichend Wasser finden. Das Wetter ist nicht sonderlich stabil, aber wird halten. Wir starten. Der Aufstieg ist eine feine Bergwanderung und landschaftlich überaus reizvoll. Wir wandern, scherzen, weichen in gewohnter Weise den Kühen aus. Kurz, wir machen Höhenmeter. Der Gipfelaufbau des Deneck ist recht steil und schließt den Anstieg würdig ab. Am Gipfel zieht Nebel herum, wir machen Fotos und haben eine gute Zeit in den Bergen.

Der geplante Abstieg sieht die Überschreitung des Nagelecks vor. Aber darauf hat niemand so recht Lust. Regentropfen genügen als Ausrede, um uns zu überzeugen, dass der Abstieg über die Etrachböden auch genug ist. Auf der Kaltenbachalm gibt es noch Essen, das einer Alm würdig ist, aber jedem Internisten die Schweißperlen auf die Stirn treibt. Als einer, der es wirklich wissen will, gönne ich mir noch einen frisch gemachten Bauernkrapfen. Entsprechend schlecht ist mir. Aber satt bin ich auch – hmm? Derart gestärkt ziehen wir uns wieder in unsere Täler zurück. Gernot zieht es in den Süden und uns ins Schlosshotel im Norden.

Landschaftlich feine und abwechslungsreiche Tour. Schwierigkeiten gibt es keine, solange kein Schnee liegt und das Wetter passt. Alles gut!

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Blarergraben – Windberg – Lohmgraben

Wir brauchen eine Wanderung ohne Hände, sagt Renates Schulter. Das ist gut so, denn da kann Mio mit. Und Gernot ist auch dabei. Es geht nach Altenberg und von dort den Blarergraben hinauf. Aber schon bald zeigt sich, dass das für einen hier anstrengend werden wird. Der arme Mio kann nicht schwitzen. Das können und tun wir, aber er kann nur hecheln. Bald legt er sich im Wald nieder. Uje, wir haben noch nicht einmal ein Drittel.

Beim Aufstieg durch den Blarergraben bewundern Gernot und ich uns gegenseitig. Dass man hier mit Skiern abfahren kann. Auch Renate entfleucht gelegentlich ein der Höflichkeit geschuldetes: „Nein, wirklich!“.

Mio macht uns Sorgen. Gernot ringt mit seiner Contenance, habe ich doch Mios Trinkflasche vergessen. Schnell ist ein Blatt gefaltet und Mio schlempert fröhlich einen halben Liter weg. Vor dem Ausstieg aufs Plateau wartet dann noch Schnee. Den Hund haben wir oben, das ist fix.

Wir wandern über die Hochfläche Richtung Windberg. Mio lockt die Kühe an, was wiederum Gernot verjagt. Es ist gar nicht so leicht, die Herde beisammenzuhalten. Am Gipfel des Windbergs warten schon andere zehn bis fünfzehn Rindviecher. Da ist heute was los. Eigentlich sind Zwei- und Vierbeiner recht gelassen. Aber Mio traut sich nicht vorbei und fängt zu bellen an. Jetzt kommt Bewegung in die Szene. Renate steht beim Gipfelkreuz, ich schreie die Rinder an, um einen Korridor für Mio zu schaffen. Nur, so richtig gut ist die Idee nicht. So wird das nichts. Die Kühe springen prompt auf, aber starten Richtung Mio, der sich in die Felsen verdrückt. Gernot macht sich auf den Weg, um Mio weit umzuleiten, aber der bellt weiter und will es wissen. Er versucht, die Rinder in die Felsen zu locken, vielleicht um sie von uns abzulenken. Schlauer Kerl. Die Situation deeskaliert letztlich durch Gernots Rufe aus sicherer Entfernung, Mio stürmt in großem Bogen in Sicherheit, ich folge hüftbedingt deutlich langsamer quer durch die Herde, die Kühe kennen sich gar nicht mehr aus und Renate steht weiterhin am Gipfel. So weit der Überblick.

Irgendwann ist das Katz-und-Maus-Spiel mit Rind und Hund allen fad. Aber Mio entdeckt neue tierische Herausforderungen. Die Murmelpfiffe erwecken seine Aufmerksamkeit. Murmel sind auch eher seine Gewichtsklasse und so stürmt er ihnen nach. Er folgt ihnen gar ihn ihre Höhle. Aber so schnell wie er rein ist, hüpft er wieder raus – und hinkt. Uh, da hat ihn wohl jemand in die Pfote gezwickt. Was für ein Tag, läuft nicht! Also, der Hund schon bald wieder.

Der Pausenbedarf steigt bei allen an, und wir zur Michelbauerhütte ab. Es wartet wirklich gutes Hüttenessen. Nach Kuchen und Kaffee geht es noch einmal an der angriffslustigen Kuhherde vorbei Richtung Lohmgraben. Der Abstieg führt an mumifizierten Gamsteilen vorbei. Mio erkennt darin seine geliebte Rinderkopfhaut, darf aber nicht an die gut abgelegte Gams ran. Vielleicht ist das der Grund, dass er irgendwann nicht mehr weiter will. Er sagt ja nichts! Hat er genug vom Bergsteigen? Tun die Pfoten weh? Ist es zu heiß? Trotzt er wegen der versagten Gams? Man weiß es nichts. Mit den letzten Leckerlis schaffen wir es noch zum Auto. Dort werden die Pfoten gut gekühlt, ehe den armen Hund der Tiefschlaf im Auto übermannt. Oha!

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Bergsteigen: Fuchslochsteig

Herminensteig, Novembergrat,.. Der Schneeberg soll es werden. Aber beim Spar in Reichenau kommen Gernot und ich drauf, dass wir ein bisserl gar falsch sind. Die Gewohnheit ist ein Hund.
Mio ist übrigens auch mit. Statt 40 Minuten zurück, geht es aufs Preiner Gscheid. Der Fuchslochsteig ist das spontane Objekt der Begierde.

Das Wetter könnte besser sein. Für Ende April liegt noch gar viel Schnee. Stellenweise mehr als im Winter. Beim Blick in die Raxenmäuern wird es uns ein bisserl mulmig. Wir wissen ja nicht, dass wir in die falsche Rinne blicken. Wie sollen wir da rauf? Zum Glück haben wir Mio als Ausrede, wenn sie notwendig wird. Gernot meint auf der Rückfahrt, dass er es bei dem Anblick sein hätte lassen. Aber wir beschließen, uns zu nähern und zu inspizieren.
Beim Fuchsloch wird dann das Wetter richtig dunkel. Ohne jede Rücksicht drängen wir uns in die Felshöhle. Die Gämsen sind sauer, zurecht. Gernot und Mio gönnen sich ein Camembertvollkornbrot. Der Schnee fliegt vorbei, und irgendwann auch der Niederschlag. Los geht’s.

Im tiefen Schnee halten die Schuhe gut. Mio sinkt nicht ein und hat es entsprechend schwerer. Aber als Quattro auch wieder viel leichter. Gernot hat die Grödel schon an und muss gar an einer Stelle spuren. Unter der klitzekleinen Kletterstelle lege ich auch die Grödel an. Zwei Meter sind es bei 60° Neigung. In der Literatur ist die Rede von fünf Meter und senkrecht. Quatsch! Aber bei dem Schnee ist es ein bisserl wild für Mio. Was denkt der arme Hund, hat er doch das Halsband mit spürbarem Zug um? Sichtlich ist ihm nicht recht wohl. Gernot „motiviert“ ihn zum Aufstieg über die Leine durch verstärktes Ziehen. Ich „motiviere“ von hinten und schiebe den Wollhintern Richtung oben. Geht doch – irgendwie!

Kaum ist die klebehakengesicherte Stelle überwunden, warten neue Herausforderungen. Das Schneefeld ist steil, aber gut begehbar. Wären da nicht die Gämsen. Wie in einem alten Winnetou-Film haben sie sich am Grat und auf jeder Felsspitze aufgestellt. Mio ist der Grund. Für dieses Setup ist das Schneefeld zu steil. Wenn da eine Gams, vermutlich ein Bock, losrennt, zieht es uns die Beine weg. Der Steinbock auf der Hohen Wand hat sich uns mit seiner ansatzlosen Attacke eingebrannt.

So gehe ich vor, jauchze, schlage mit den Stöcken und bewirke nichts. Also, fast nichts. Provokant langsam macht man den Eindringlingen Platz. Die Vertreibung aus dem Unterstand ist vielleicht noch nicht vergessen. Mio würde es gerne wissen wollen. Ebenso ein paar von den Jungtieren, aber wir Zweibeiner sind zu alt dafür.

So steigen wir aufs Plateau, weiter zum Karl-Ludwig-Haus und entlang der Eisenkette wieder ab Richtung Waxriegelhaus. Es hat wieder zu schneien begonnen. Soll sein. Es folgen der Abstieg über den schneegefüllten Karlgraben, ein reichliches Essen am fast leeren Waxriegelhaus und dann der Rest zum Auto.

Ungeplant fein war’s! Prädikat: wiederholenswert!

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Bergsteigen: Nandlgrat

Exakt vier Wochen ist es her, dass sich Gernot selbst mit einer Gehirnblutung ins AKH eingeliefert hat. Eine Woche mit vielen Untersuchungen hat er über sich ergehen lassen, ehe er als geheilt entlassen wurde. Mit jeder Menge Empfehlungen und leichten Zweifeln wurde er entlassen. Als er mich am Vorabend vor der Tour anruft und auf den feinen Wetterbericht anspricht, sage ich ihm, dass ich den Nandlgrat vorhabe, ihn aber nicht zu fragen getraut habe. „Also, ‚Gehen Sie nicht den Nandlgrat!‘ hat keiner der Ärzte gesagt!“. Stimmt, dann können wir es ja probieren.

Die Bedingungen sind winterlicher als gedacht. In den Vortagen und in der letzten Nacht hat es ein paar Zentimeter Pulver drauf geschneit. Kalt ist es auch geblieben und so sieht alles extra fein aus. Darunter liegt teils Eis, das auf eine anstehende Vergletscherung hoffen lässt. Aber schon die nächsten Tage werden es richten.

Der Steig gehört uns alleine. Wir nehmen uns alle Zeit der Welt. Gernot hat sich einen Maximalpuls vorgenommen, den er nicht überschreiten will. Auch ich wurde ärztlich erinnert, Gernot zu bremsen. Bremsen lässt sich Gernot, aber sein Puls teils nicht. Was soll’s, wir haben so einen edlen Tag! Es macht richtig Spaß, Pickel und Grödel mal ein bisserl nützen zu können. Auf den Fotos sieht man uns die Freude an. Natürlich ist es dort nicht einmal halb so steil, wie es auf den Fotos aussieht. Die Fotos sind allesamt im Flachen gemacht und dann geschickt gedreht. Also, nicht alle, vielleicht ein paar, ein paar wenige,.. Ach, was weiß ich, mag sich jeder der fetzblauen Bilder erfreuen.

Wir erreichen nach ein paar „heikleren“ Stellen das Plateau – yes! Gernot entscheidet, dass wir noch weiter zur Fischerhütte steigen. Dort hat niemand die Tür zum Winterraum freigeschaufelt. Ob es daran liegt, dass immer wieder Leute in Bergnot eingebrochen sind? Sinn ergibt das keinen – hmm? Zum Glück lacht die Sonne bei nur schwachem Wind. Seltene Bedingungen sind das für das Schneeberg-Plateau. Es ist aber so kalt, dass weder Pause noch Jause attraktiv erscheinen. Wir steigen wieder ab Richtung Fadensteig, langsam aber immerhin mit schon fünf Stunden in den Knochen. Gernot, aus ärztlicher Sicht „Ein Traum von einem Patienten“, kontrolliert stets brav den Puls, und der will irgendwann trotz Abstieg auch in den kurzen Pausen nicht mehr sinken. Als Dr. Gottfried Google kombiniere ich, dass Gernot ja nicht wegen seines Herzens in Behandlung war, also wird es an der ungewohnten Belastung liegen. Gernot therapiert sich mit Müsliriegel und reichlich Flüssigkeit, und, siehe da, läuft bald wieder wie ein Duracell-Hase. Trotzdem sind wir beide überaus dankbar, als wir nach rund sieben Stunden wieder beim Auto sind. Bestzeit war das heute keine, aber darum ging es diesmal wirklich nicht.

Eine der edelsten Touren seit langem – aus unterschiedlichen Gründen!

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Wandern: Ramsau

Gernot ist nach seinem Spitalsaufenthalt fast wieder ganz der Alte. Trotzdem gehen wir es langsamer an. Gernot ist mit Renate und seinem Dad, Norbert, für ein paar Tage in der Ramsau im Ennstalerhof. Mio und ich reisen für den Samstag und Sonntag nach. Wie zu erwarten, ist die kulinarische Versorgung herausragend. Das Hotel selbst ist fein und hat nun einen Infinity Pool. Aber die Klimaerwärmung hat es im Winter an den Rand gedrängt. Ums Hotel ist wenig Schnee, einzelne Langläufer rennen noch vergangenen Tagen hinterher. Ostern bleibt das Hotel schon geschlossen. Die Sommergäste werden erst später erwartet.

Am Samstag haben Gernot, Renate und Norbert schon Höhenmeter in den Beinen. Ich stoße am Nachmittag dazu und wir spazieren noch zur Brandalm auf Kuchen und Kaffee. Norbert hat immerhin schon seinen 85. Geburtstag hinter sich. Das hält ihn nicht ab, tapfer und unaufhaltbar wie eine Dampfmaschine weitere Höhenmeter zu schnupfen.

Am Sonntag geht es auf die Hochwurzen. Mio ist in seinem Element. Erst ist es der winterliche Wald und dann auf den letzten Metern sind es Rodler und Skifahrer. Wir haben ihn ja im ersten Jahr mit Radfahrern, Läufern, Pferden, Rindern, etc. vertraut gemacht. Woher hätten wir Wintersportler nehmen sollen? So jagt er erbost jeden Skifahrer und jeden Rodler die Piste runter. Letztlich hält ihn nur die Leine. Bei der Hochwurzenalm wurrelt es plötzlich von hunderten Skifahrern mit Helm. Das ist auch einem Lagotto irgendwann zu viel. Er resigniert. Und da er sich mit nassem Bauch nicht auf den Steinboden legt, darf er auf der Bank schlafen. Der Hund ist fertig, das Personal gnädig.

Die Brandalm-Tour auf Garmin
Die Hochwurzen auf Garmin

Bergsteigen: Martinsteig

Schnee ist gefallen, das Karl-Ludwig-Haus geht am Wochenende in die Winterpause, die Sonne lacht. Unsere Damen wie auch Mio fallen aus. So planen wir eine Sonnentour mit Erkundung. Am Preinergscheid starten wir. Gernot möchte den Martinsteig für Renate und seinen Vater vorkosten.

Der Anstieg ist derselbe wie zum Gretchensteig. Der ist gut ausgetreten. Irgendwann zweigt der Martinsteig ab und der ist noch nicht gespurt. Alles kein Stress! Das Stück werden wir schaffen. Der Schnee stollt an den Grödeln, aber Gernot ist das wurscht. So stapfen wir dahin. Die Erkenntnis ist, dass der Steig im Winter für Gernots Vater, der fit, aber doch schon über 80 ist, vielleicht nicht so geeignet ist. Zwei Stellen sind ordentlich eingeweht. Da ist die einfache Kraxelei sogar ein bisserl spannend. Ebenso leicht spannend ist die Querung des Schneefeldes unterhalb der Materialseilbahn. Kurz denken wir gar daran, ob das eh halten wird. Es ist steil und der Untergrund grasig. Da lohnt es sich, ein bisserl nachzudenken.

Aber alles hält, der Martinsteig hat eine neue Spur und wir Hunger für die Hütte. Gunnar und Jeanette, das Pächterpaar, gestehen, dass es hier ihr letztes Wochenende ist. Sie wechseln im Frühjahr auf die Gablonzer Hütte. Das finde ich schade, habe ich mich doch mit den beiden immer gut unterhalten. Schauen ma a mal, wer da im Frühjahr nachkommt.

Für den Abstieg wählen wir den Gretchensteig, da lacht die Sonne am Nachmittag so fein. Alles in allem eine leichte Genusstour selbst im November, wenn nicht gar eher Winterwanderung. Ach ja, Gernots Vater sollte die Tour im Sommer auch schaffen. Da bin ich mal zuversichtlich.

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Akademikersteig II+

Nebel liegt im Wiener Becken und in den Bergen ist kein Schnee. Dafür soll oben die Sonne lachen. Facebook erinnert, dass wir schon ein paar Mal im November den Akademikersteig gegangen sind. Jedes Mal im T-Shirt. Auf der Autobahn haben wir noch Zweifel, ob denn das möglich ist. Aber schon in Gloggnitz lichtet sich der Nebel. Das ist schon ein bisserl unfair, um wieviel besser es das Wetter hier mit einem meint.

Beim Stadelwandgraben und beim Weichtalhaus parken Autos – oh Schreck! Heute ist der 15. November – Heiliger Leopold! Oder wie auch immer die windige Begründung lautet, dass die Schulen heute geschlossen sind. Am Parkplatz am Wachthüttelkamm sind wir aber alleine – uff! Den ganzen Tag werden wir niemand treffen. Nur an der gegenüberliegenden Wand sehen, oder viel mehr, hören wir zwei Frauen. Man sieht sie nicht immer, aber man hört sie fast pausenlos. Upps!

Mittlerweile finden wir den Einstieg sicher und ohne jeden Funken des Zweifels. Wir haben nur das kürzeste Seil mit 20 Metern mit. Gernot will es nur verwenden, falls doch eine Passage zu kniffelig oder ausgesetzt ist. Wir dirndeln uns am Einstieg mit Klettergurt und Material komplett an, nur das Seil bleibt im Rucksack. Gernot ist schon im T-Shirt, ich zur Sicherheit mit Jacke. Am Einstieg muss man sich ein bisserl rauslehnen, zum Aufwärmen sozusagen. Aber es gibt kein Warten, Gernot mutiert vom Alpensalamander zur bedachten Bergziege. Die ersten Seillängen gehen ohne Seil schnell vorbei. Ich wechsle auch auf T-Shirt. Irre! Es ist Mitte November und wir genießen kurzärmelig die Sonne!

Die Stelle, an der Gernot einst verweigert hat, macht ihm keine Probleme. Schon folgt der Abstieg zur nächsten Bedenken-Stelle. Okay, die ist nicht so ganz einfach wie gedacht, kann uns aber trotzdem nicht aufhalten. Gernot hat die Topo im Kopf. Eine Stelle mit II+ will noch gemeistert werden, ehe es in einer leichten Querung zum Felsfenster geht.

Und hier unterm Fenster hängt sich Gernot in den Bohrhaken und lacht. Nein, hier ist „Aus die Maus!“. Ich frage nicht nach, aber wundere mich, wie schnell er das entschieden hat. Er hatte doch kaum Zeit, sich die Stelle anzuschauen. Vielleicht will er das mitgetragene Seil und restliche Equipment zumindest einmal verwenden. Ich dränge ihn sicher nicht. Das 20m-Seil ist im Handling ohnedies überaus komfortabel. Schnell sind wir eingebunden und los geht’s! Noch schnell ein paar Fotos. Die Stimmung ist ausgelassen. So soll es sein!

Ich kraxle durchs Felsfenster. Einmal muss man sich mit viel Luft unterm Hintern etwas verdrehen. Das mag vielleicht ein bisserl unangenehm sein. Oder ist es das „Hinaufspreizen“ zwischen Wand und Säule? Technisch ist es jedenfalls mit II bewertet, also recht überschaubar. Ein bisserl Überwindung kostet es halt. Das Seil ist rasch aufgebraucht, Gernot kommt nach. Er meint, dass es genau das Richtige war, diese Stelle zu sichern. Da schau her, auch recht!

Wir packen das Seil wieder ein und Gernot übernimmt den Vorstieg. Seine Freude kann man kaum übersehen. Viel zu schnell sind wir dann auch schon über den Grat am Ausstieg des Steiges. Wir genießen die Sonne, denn schon 15 m Richtung Auto beginnt der Schatten. In Payerbach spätestens beginnt der Nebel, ab Gloggnitz ist es durchgängig grau und ab Wiener Neustadt herrscht dann Dunkelgrau. Da bleiben wir lieber heroben in der Sonne und haben unseren Spaß.

Im November gibt es nichts Besseres fürs Gemüt – yes!

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