Hohe Veitsch

Meine Planungsplattform, alpenvereinaktiv.com, liefert manchmal Ergebnisse der seltsamen Art. Recht spontan entscheiden wir uns für eine Runde auf die Hohe Veitsch. Den Wetterbericht hat Renate gecheckt und sie meint, dass es besser wird, als erwartet. Okay, da nehme ich nur kurze Sachen und Regengewand mit. Letzteres aus Prinzip, und das ist gut so. Dazu später.

Renates Schulter lässt weiterhin nur ambitionierte Wanderungen zu. So stehen wir beim Gasthof Scheikl und wollen los. Nur dort, wo laut Handy ein Weg oder Steig sein sollte, ist nichts. Mio muss an die Leine, weil da wieder einmal Kühe rumstehen und naturgemäß blöd schauen. Der geplante Track führt gerade nach oben. Da kann man nicht viel falsch machen. So steigen wir steiglos und steil Wiesen hinauf. Und weil niemand steil bergauf über einen Zaun mit Stacheldraht springen will, wechseln wir auf eine Lifttrasse. Jö, die ist schön zu gehen – so steil, so endlos! Schon bald höre ich wie sich in meinem kleinen Team Widerstand aufbaut. Mio ist es zu heiß und an der Leine zu fad. Nicht einmal Renate kann ich von der Sicht aufs Positive überzeugen. Immerhin lenkt einen nichts ab. Es geht einfach steil bergauf. Keine Fauna, keine besondere Flora, kein Blick übers Land, nur die lange Spur nach oben. So viel Fokus hat man selten. Man ist mit sich selbst und der Frage: „Warum der Scheiß?“ ganz allein. Auch lässt sich die Frage leicht beantworten, ob dem Bergsteigen hedonistische Züge innewohnen. Leider ist aber diese Strecke auch bald vorbei. Bei Renate muss sie eine Katharsis ausgelöst haben. Sie erwägt tatsächlich, weiter direkt zum Bergkamm aufzusteigen. Ist das eine Falle oder Unterzuckerung? Oder gar Sarkasmus? Sie erwägt es tatsächlich, aber ich verweigere strikt. Wir wollen ja gemeinsam im Auto heimfahren.

So wählen wir den vorgesehenen Goassteig, weichen dabei Kühen in Muttertierhaltung – wer hat sich übrigens das einfallen lassen? – aus und werden auch einmal ein bisserl vom Regen gewaschen. Von Schauern habe ich nichts gehört. Was soll’s? Wir gelangen aufs Plateau, wo die Wolken allmählich zu Nebel werden. Der Wind und leichter Niesel lassen meine kurzen Hosen und das T-Shirt komisch erscheinen. Mio erfreut sich letzter Schneefelder. Meine Hände haben mittlerweile eine ähnliche Farbe wie diese Felder. In mir formuliert sich eine Regel: „Den Wetterbericht glaubst du nur, wenn du ihn selbst gelesen hast.“. Bald habe ich die Notfallsausrüstung an. Mio und Renate verschwinden im Nebel. Die nächste Steigerung zur Wahrung des thermischen Wohlbefindens wäre es, in den Biwaksack zu schlüpfen, aber damit warte ich noch. Ich hole auf und wir erreichen das Gipfelkreuz. Es wartet ein kurzer Abstieg zum Graf-Meran-Haus, aber der hat es in sich.

Kuhglocken hallen durch den Nebel. Ach, was gehen mir diese Rindsviecher auf die Nerven. Wir weichen in steiles, nasses und entsprechend rutschiges Gelände aus. Plötzlich höre ich einen Schrei, Renate stürzt ab, bringt sich instinktiv in eine tadellose Langsitzhaltung und bremst den freien Fall auch schon wieder nach einem halben Meter. Ob was passiert ist? „Popschi nass!“ und ohne zeitliche Verzögerung „Ich muss mir die Hose umziehen!“. Da wundert sich der Bergfex in mir. Immerhin weht eine steife Brise aus Nordwest und der Nebel kommt recht feucht daher. Aber da steht Renate schon befreit von ihrer Hose. Ob das der richtige Ort für so eine Umziehaktion ist? Immerhin sind es maximal noch 250 Meter zur Hütte und die Kühe, soweit im Nebel erkennbar, schauen noch blöder als sonst. Ich kann mit Mio schon beruhigt vorgehen. Verwundert nehme ich das Angebot an und steige ab. Da höre ich von hinten noch durch den Wind, ob man die Regenhose ganz aufmachen kann. Ja, kann man. Der Nebel hebt sich und ich sehe eine Gruppe Bergsteiger mit Hund aufsteigen. Mann oh, die treiben die Kühe von links zu uns. Nach rechts ausweichen geht nicht, denn da sind Gämsen. Ober mir sehe ich Renate, die mit der Regenhose in Händen aber nicht an den Beinen kämpft. Was mögen nur die aufsteigenden Wanderer denken?

Mio und ich navigieren ruhig aber stark abgelenkt durch diese animalischen Gefahren. Ich drehe mich immer wieder um. Da steht meine Renate noch immer ohne Hosen. Komisch! Wir warten in der Nähe der Hütte. In einer Windpause höre ich etwas. Ruft oder flucht da Renate? Soll ich wieder aufsteigen? Kurz geben die Nebelfetzen einen Blick frei. Ah, tadellos gekleidet macht sie sich langsam an den Abstieg. Mir wird kalt und ich gehe zur Hütte vor. Aber der Wurm ist drin. Mio bekommt es als erster ab. Er streift mit seinem Schwanz den elektrischen Zaun. Er schreit auf und versteht nicht, wie ihm geschieht. Mir geht es ähnlich, als Renate wieder da ist. Halt, nicht ganz so schlimm! Renate prüft und meint, die Hütte hat zu. Schweigend und mit gesenktem Haupt stehen wir hinter Renate. Zweifel an der Aussage getrauen wir uns nicht anzubringen. Wir umrunden die Hütte, drinnen sitzen Leute. Ich gehe vor und probiere es an der Tür. Ist ja eh offen, aber jetzt ist Renate weg. Mann oh, das läuft ganz schlecht. Mio muss nochmal am Zaun vorbei und eine Runde um die Hütte drehen. Er fürchtet sich und ist dabei nicht ganz alleine. Ah, da ist sie ja!

Irgendwie geht es bekanntlich immer weiter und so sitzen wir ein paar Minuten später bei einer dürftigen Speisekarte im Gastraum. Aber die kalorische Versorgung zeigt Wirkung. Wetter und Stimmung hellen auf. Kulinarisch war es die Hütte nicht wert, aber zumindest mit Kalorien im Bauch und aufgewärmt starten wir den Abstieg. Irgendwer muss meine Trinkflasche nicht richtig zugeschraubt haben. Der Rucksack ist voll Wasser, das langsam, sehr langsam heraustropft. So habe ich während dem Abstieg einen konstant nassen Hintern. Ausgleichende Gerechtigkeit? Man weiß es nicht. Ach ja, wir weichen Kühen in Muttertierhaltung – langsam krieg‘ ich einen Grant – aus und landen auf einer Lifttrasse. Bergab sind diese übrigens auch nicht viel besser als bergauf.

Alles in allem eine kurzweilige Tour, wie man sie nicht unbedingt wiederholen muss. Trotzdem aber auch nicht wirklich übel. Eine Sitzheizung ist übrigens mitunter eine wahrlich feine Sonderausstattung!

Die Tour auf Garmin

Blarergraben – Windberg – Lohmgraben

Wir brauchen eine Wanderung ohne Hände, sagt Renates Schulter. Das ist gut so, denn da kann Mio mit. Und Gernot ist auch dabei. Es geht nach Altenberg und von dort den Blarergraben hinauf. Aber schon bald zeigt sich, dass das für einen hier anstrengend werden wird. Der arme Mio kann nicht schwitzen. Das können und tun wir, aber er kann nur hecheln. Bald legt er sich im Wald nieder. Uje, wir haben noch nicht einmal ein Drittel.

Beim Aufstieg durch den Blarergraben bewundern Gernot und ich uns gegenseitig. Dass man hier mit Skiern abfahren kann. Auch Renate entfleucht gelegentlich ein der Höflichkeit geschuldetes: „Nein, wirklich!“.

Mio macht uns Sorgen. Gernot ringt mit seiner Contenance, habe ich doch Mios Trinkflasche vergessen. Schnell ist ein Blatt gefaltet und Mio schlempert fröhlich einen halben Liter weg. Vor dem Ausstieg aufs Plateau wartet dann noch Schnee. Den Hund haben wir oben, das ist fix.

Wir wandern über die Hochfläche Richtung Windberg. Mio lockt die Kühe an, was wiederum Gernot verjagt. Es ist gar nicht so leicht, die Herde beisammenzuhalten. Am Gipfel des Windbergs warten schon andere zehn bis fünfzehn Rindviecher. Da ist heute was los. Eigentlich sind Zwei- und Vierbeiner recht gelassen. Aber Mio traut sich nicht vorbei und fängt zu bellen an. Jetzt kommt Bewegung in die Szene. Renate steht beim Gipfelkreuz, ich schreie die Rinder an, um einen Korridor für Mio zu schaffen. Nur, so richtig gut ist die Idee nicht. So wird das nichts. Die Kühe springen prompt auf, aber starten Richtung Mio, der sich in die Felsen verdrückt. Gernot macht sich auf den Weg, um Mio weit umzuleiten, aber der bellt weiter und will es wissen. Er versucht, die Rinder in die Felsen zu locken, vielleicht um sie von uns abzulenken. Schlauer Kerl. Die Situation deeskaliert letztlich durch Gernots Rufe aus sicherer Entfernung, Mio stürmt in großem Bogen in Sicherheit, ich folge hüftbedingt deutlich langsamer quer durch die Herde, die Kühe kennen sich gar nicht mehr aus und Renate steht weiterhin am Gipfel. So weit der Überblick.

Irgendwann ist das Katz-und-Maus-Spiel mit Rind und Hund allen fad. Aber Mio entdeckt neue tierische Herausforderungen. Die Murmelpfiffe erwecken seine Aufmerksamkeit. Murmel sind auch eher seine Gewichtsklasse und so stürmt er ihnen nach. Er folgt ihnen gar ihn ihre Höhle. Aber so schnell wie er rein ist, hüpft er wieder raus – und hinkt. Uh, da hat ihn wohl jemand in die Pfote gezwickt. Was für ein Tag, läuft nicht! Also, der Hund schon bald wieder.

Der Pausenbedarf steigt bei allen an, und wir zur Michelbauerhütte ab. Es wartet wirklich gutes Hüttenessen. Nach Kuchen und Kaffee geht es noch einmal an der angriffslustigen Kuhherde vorbei Richtung Lohmgraben. Der Abstieg führt an mumifizierten Gamsteilen vorbei. Mio erkennt darin seine geliebte Rinderkopfhaut, darf aber nicht an die gut abgelegte Gams ran. Vielleicht ist das der Grund, dass er irgendwann nicht mehr weiter will. Er sagt ja nichts! Hat er genug vom Bergsteigen? Tun die Pfoten weh? Ist es zu heiß? Trotzt er wegen der versagten Gams? Man weiß es nichts. Mit den letzten Leckerlis schaffen wir es noch zum Auto. Dort werden die Pfoten gut gekühlt, ehe den armen Hund der Tiefschlaf im Auto übermannt. Oha!

Die Tour auf garmin.com

Rom


Fotos gibt es hier


Vor sechs Uhr starten wir an diesem Dienstag Richtung Flughafen. Und siehe da, es sind auch schon andere Menschen munter. Am Flughafen erfreue ich andere (Viel-)Flieger damit, dass mein am Vorabend gekauftes Ticket nicht reicht, um in das vorgesehene Parkhaus eingelassen zu werden. So schiebe ich und eine ganze Schlange hinter mir im Retourgang wieder aus der Garageneinfahrt. Ich meine, viele wenig wohlwollende Wünsche für unsere Reise zu vernehmen. Verständnis und fehlendes Unrechtsverständnis bei mir vermengen sich in mir. So kann es losgehen.

In Rom am Flughafen wartet schon ein Marinegeneral ganz in Weiß – aber leider halt nicht auf uns. Die schneeweiße Uniform ist um diese Uhrzeit schön anzusehen. Wer jetzt vermutet, dass ich mich mit dem ersten italienischen Espresso noch am Flughafen angepatzt habe, irrt. Alles läuft gut.

Auch das gebuchte Hotel Monastero dei Santi ist ein Volltreffer. Fünf oder sieben Zimmer – da sind sich das Internet und Giovanni vom Empfang nicht so einig. Klein ist das Hotel, dafür sind die Zimmer bzw. Suiten richtig groß. Wir brauchen mal ein Frühstück. Wir sind verwirrt, da Giovanni uns die Speisekarte per WhatsApp reicht und meint, dass er erst das Check-In abschließt und danach das Frühstück zubereitet. Oha, muss man all das verstehen, wenn man schon so früh auf ist?

Zu Mittag geht es dann den Hügel im Laufschritt hinunter in die Stadt. Der Sommer hat uns fest im Griff und ich bin in langen Hosen leicht angreifbar. Macht nichts, denn die Online-Buchung für eine geführte Tour durch die Sixtinische Kapelle et al. spart uns stundenlanges Warten vor der Kassa. Wir sind eine „Kleingruppe“ mit 25 TeilnehmerInnen. Die italienische Führerin spricht in ein kleines Radiogerät, und das brav folgende Rudel hört über einen Lautsprecher am Ohr zu. Ich leider nur in einer slawischen Sprache. Mein Empfänger wird getauscht, aber was ich jetzt höre, ist auch nicht viel verständlicher. Die gute Frau spricht mit italienischer Sprechgeschwindigkeit Deutsch und verwechselt ständig links und rechts. So versuche ich, einem Redeschwall zu folgen, der in etwa ist wie: „Dann kommene Sie’e zu die große Halle. Dort müssene Sie’e rechtse gehen. Wenn Sie’e linkse gehen, dann sind Sie’e wieder draußen und müssene sich’e wieder die ganze Schlange anstellen. Ah, rechtse meine ich, nicht linkse. Ha ha, alles klaro?“. Ich folge, wenige Minuten den Ausführungen, ehe ich mich auf die Suche nach dem Flecken in der Halle mache, wo das Verhältnis aus Zugluft und Raumtemperatur am erträglichsten ist. In der Ferne sehe und an einem Ohr höre ich, wie die Schnellsprecherin zweihundertachtundsiebzig Skulpturen erklärt und gar eine Wandteppichausstellung androht. Oha, ich hoffe auf die 50%-Chance, sodass ich vorzeitig rausfliege.

So durchstreifen wir das Museum, bestaunen die Sixtinische Kapelle, lesen enttäuscht, dass der Papst seine Audienz in dieser Woche am Petersplatz absagen muss (ist wohl irrtümlich links abgebogen) und erfreuen uns letztlich am beeindruckenden Petersdom. Wow, das nenne ich ein Bauwerk! Okay, katholische Demut und Bescheidenheit spiegelt es nicht wieder. Aber gerade deswegen ist es vielleicht überwältigend.

Wir retten uns ins Arlú. Wunderbares Essen, freundliche Bedienung – Ciao Italia! Okay, wir sollten den Flüssigkeitsbedarf nicht mit Prosecco decken. Ach was, nachher weiß man es besser. Aber da schaukelt uns schon das Taxi ins Kloster. Tag 1 ist damit ein voller Erfolg.

Tag 2 beginnt mit einem italienischen Frühstück auf unserer Terrasse. Der Blick über Rom ist ein Hammer, die vier Stück Kuchen bleiben mir. Denn das kontinentale Frühstück am Vortrag hat die Erwartungen von Renate nicht erfüllen können und so brechen wir zum Eataly auf. Das ist ein riesiges Kaufhaus für Feinkost. Drinnen sind auch ein paar Restaurants, aber keines hat vor zwölf Uhr offen. So hetzt Renate mit leerem Bauch und dem feinen Duft von Prosciutto und Parmigiano in der Nase durch die Gänge. Die Geschwindigkeit nimmt bedrohlich zu, ein Plan muss her. Renate kauft jetzt hier Zutaten fürs Frühstück und wird sie irgendwo verdrücken. Nur so leicht ist das nicht. Man muss ja erst am Ausgang zahlen. Und ob dann ein Verzehr im freien zwischen geparkten Autos so fein ist? Mit vier Stück Kuchen im Bauch kann man leicht Zweifel haben. Und da höre ich schon: „Ich habe jetzt echt Hunger und wenn ich in zehn Minuten nichts im Magen habe, geht das ganz schlecht aus! Für alle hier!“. Die Leute hier, die friedlich Fisch schlichten oder ihre Schinkenschneider verträumt putzen, sind plötzlich so alarmiert, als hätte Mio gehört, dass ich mit den Ohrentropfen anrücke. Wir bestellen also feinste Ware und Renate kürzt ab. Ein Restaurant ihrer Wahl wird auserkoren. Aber weit gefehlt, das Restaurant darf diesmal nur den Platz aber keine Speis und keinen Trank verkaufen. Stattdessen sitzt Renate da und verzwickt breit grinsend ihren selbst mitgebrachten, aber noch nicht bezahlten Schinken. Käse, Brot und Wasser passen wunderbar. Der Kellner rückt immer wieder an, mir krampft es den Magen zusammen, aber der gute Mann rückt jedes Mal ohne Wortmeldung wieder ab. Die Erfahrungen vieler Generationen müssen ihn gelehrt habe, dass er jetzt besser keinen Mucks macht. Ein „Buon appetito!“ wäre schon gewagt. Wir zahlen die leeren Verpackungen an der Kassa und fragen nach einem Espresso. Ja, da hinten gibt es wirklich in geordneter Manier Speisen und Getränke. Aber das kann ja jeder und so komme auch ich zu meinen Leckereien.

Weiter geht es mit Kolosseum, Forum Romanum und so weiter. Heiß ist es und ich der einzige Dodl in langer Hose. Renates Bekleidungsvorschriften sind ebenso strikt wie missverstanden. Was soll’s? Ich werde es überleben.

Am Abend folgen noch nach Rast im Kloster ein hervorragendes Essen im Restaurant Tadi und ein Konzert von Ludovico Einaudi. Da schau‘ her, wozu ich in der Lage bin. Auf einer Sitzfläche, die mich an Jasmins und Carinas Kindergartenzeit erinnert, lausche ich den repetitiven Klavierklängen, die irgendwo zwischen Etüden und klassischer Trancemusik anzusiedeln sind.

Zwei Stunden und zwei Zugaben später hat sich die Nacht über Rom gelegt. Heim sollte es gehen. Nur, Rom hat viel zu wenig Taxi und so wird der Heimweg nochmals spannend. Uber rettet uns. Noch eine Überraschung!

Tag 3 beginnt wieder mit Frühstück und Blick über Rom. 35 Grad und knapp über 100% Luftfeuchtigkeit sind angesagt. Da freut man sich schon auf die Spanische Treppe. Ist das nicht auch ein Folterinstrument? Wenn es ernst wird, stürze ich mich eben in den Trevi-Brunnen. Wird schon gehen. Die Antica Enoteca hat eine Klimaanlage und wieder feines Essen. Allmählich habe ich Zweifel, dass wir so gut sind im Auswählen. Was, wenn in Rom das Essen überall gut ist?

Irgendjemand hat mir Chili ins Essen gerührt, die Wirkung lässt nicht lange auf sich warten. In Frankreich startet man einen weiteren Atomreaktor, um die Kühlung hier zu pushen. Nix hilft, Renate reicht’s. Warum ich denn nicht eine kurze Hose anziehe? Fassungslosigkeit und Hoffnung kämpfen in mir. Aber ich dachte doch, dass du… Papperlapapp, wir kaufen jetzt eine kurze Hose für dich. Kurz zweifle ich noch an der Ernsthaftigkeit und vermute gar eine Falle. Letztlich komme ich mit drei kurzen Hosen aus dem Geschäft, und das in Farben, die eher an Eissorten erinnern. Mir soll es recht sein. Da fällt es sogar leicht, dass wir im Feinkostladen am Trevi Brunnen nur ein bisserl viel mehr als überhaupt möglich für den Prosciutto und ähnliches zahlen.

Am Tag 4, und damit letzten Tag, geht es dann nach der Frühstücksroutine ans Meer in den Beach Club Shilling in Ostia. Das Meer ist vertraut, vieles andere fremd. Also, wenn wir an den Strand wollen, kostet das 15 Euro pro Person. Für den Sonnenschirm kommen 100 Euro dazu. Ja, was denn? Wie soll ich denn einen Sonnenschirm ins Handgepäck bekommen. Wir wollen außerdem nur ins Restaurant und am Strand spazieren. Ah, das kostet nichts. Als, wir dann unsere Schuhe abstellen wollen, sind wir dann beim Kollegen wieder bei den Kästchen um 15 Euro.

Egal, wir haben einen wunderbaren Tag am Meer mit zwei Strandspaziergängen und einem feinen Essen dazwischen. Meeresfrüchte, Pasta,.. all das über den Nachmittag verteilt, begleitet von angenehm belebend einschläferndem Wein. Dolce far niente – oder so ähnlich! Wie könnte man sich besser auf den Heimflug vorbereiten.

Ach Roma, wir mögen dich!

Wildfährte und Bärenlochsteig

Das Wetter ziert sich anständig in diesem Jahr! Wieder will es nicht so recht. Die Schönwetterfenster sind klein und schließen sich immer wieder. So stehen wir alleine in Hinternasswald. Trocken soll es bleiben, sechs bis acht Stunden lange soll die Sonne scheinen. Wir decken uns noch mit Regenschutz bei Mammut in der SCS ein und haben warme Sachen mit. Los geht’s!

Klettersteigset und Helm brauchen wir nicht – so Renate. Mir soll es recht sein. Bei der Talstation der Materialseilbahn wartet der Koch des Habsburghauses. Offen ist die Hütte noch nicht. Wir müssen uns bis zum 23.5. gedulden. Na, das glaube ich nicht. Wer öffnet an einem Dienstag? Aber Renates Anfrage, ob sie im Transportkorb mitfahren darf, gefällt dem Herrn. Der Koch weiß auch, dass im Steig nur ein Schneefeld liegt. Ja, ob er das denn vom Korb aus gesehen hat. Nein, von der Hütte sieht man das. Ah ja, das glaube ich auch nicht. So wandern wir weiter, wie es gedacht war.

Renate meistert den Zustieg und die Wildfährte bravourös. Da gibt es nicht viel zu berichten. Bei der Grasbodenalm habe ich auf Sitzgelegenheit und Tisch gehofft, aber die Hütten sind noch nicht aus dem Winterschlaf erwacht. So sitzen wir ohne Tisch und verspeisen unsere Jausen. Kalt wird es allmählich. Keine Sonne! Wenn die noch 8 Stunden scheinen will, darf sie erst gegen 23 Uhr untergehen. So brechen wir auf und haben längst alles angezogen, was wir mithaben. Ich hatte auf intensive Sonne gehofft. Nix da, vielleicht nächstes Mal.

Der Abstieg über den Bärenlochsteig geht gut. Oben liegt noch so viel Schnee, dass wir die eine kleine, gar nicht ausgesetzte und doch dämliche Stelle gar nicht mitbekommen. Im Klettersteig selbst gibt es auch kein Problem. Renate empfiehlt sich als Begleiterin. Die Wildfährte im Abstieg erfordert Konzentration. Alles tadellos, wäre da nicht das Geröllfeld. Eigentlich bieten Geröllfelder eine entspannte und gelenkschonende Möglichkeit, Höhe zu verlieren. Aber was macht denn Renate da? Mit ausgestreckten Beinen rammt sie die Fersen ins Geröll. Das klappt ebenso wenig, wie es seltsam aussieht. Ah, das Missverständnis ist schnell aufgeklärt. Sie wendet dieselbe Technik wie im Karlgraben bei Schnee an. Nein, das geht offensichtlich nicht und ist schnell korrigiert. Wieder etwas dazu gelernt.

Müde, aber doch kommen wir nach sechs Stunden am noch immer leeren Parkplatz an. Die Sonne scheint endlich, aber jetzt hat der Tag nur noch sechs Stunden. Das mit dem Wetterbericht wird eng werden.

Fein war’s!

Wildfährte bis Grasbodenalm auf garmin
Bärlochsteig im Abstieg auf garmin


Millstätter See

Die adelige Familie Tacoli lädt zur Saisoneröffnung an den Millstätter See in ihre See-Villa. Ich leite die Einladung an Renate weiter und die hat Lust auf Tradition seit 1884. Carina findet es nicht so prickelnd und so sind wir zu zweit plus Hund unterwegs in Vorfreude auf ein Wochenende der anderen Art und des sicherlich guten Essens.

Wir sind im einstigen Privathaus der Familie untergebracht. Das Zimmer ist schön groß und direkt am See. Wir verpassen bei der Anreise den Prosecco-Empfang, aber für einen Spaziergang bei Sonnenuntergang sind wir zeitgerecht da. Es ist ruhig in der Vorsaison. Das hat was.

Die See-Villa hat nun eine neue Führung. Wenn ich das richtig verstanden habe, hat einer der drei Söhne vom kinderlosen Onkel geerbt und seine beiden Brüder kellnern. Der Vater und die Frau Mama sitzen wie schon vor Jahren jeden Tag in tadelloser Tracht am selben Tisch. Ein bisserl hat man den Eindruck, dass die Familie sich selbst mehr als genug wäre in dieser wundervollen Umgebung. Die Umstände machen es halt notwendig, dass man auch einfache Leute empfängt und bewirtet. Ist ja großzügig, aber vielleicht auch nervig, wenn man die Besitzungen fremden Besuchern von zweifelhaftem Stande zugänglich machen muss. Ach, die Zeiten verlangen es! Der Kunde ist König. Sagen alle, sagt irgendwer, sagt auch die Familie. Aber glauben tut dies hier keiner so recht. Meinetwegen glauben die Gastgeber das auch, aber danach handelt hier keiner. Ja, vielleicht die beiden angestellten Kellner aus dem Ausland. Gehört Ungarn wirklich schon zum Ausland? Wie die Zeit vergeht!

So liegt der Schleier der Dekadenz über dieser tollen Location. Das Essen ist weiterhin ausgezeichnet. Speziell Wild und Fisch sind zu empfehlen, wenngleich der Versuch an Sashimi und Sushi beim Gala-Dinner doch ziemlich in den Hosen geht. Das restliche Gala-Buffet ist fein, wenngleich die Zahl der Sitzgelegenheiten deutlich unter dem Andrang steht. So stehen wir als etwas zu spät kommende Gäste mit dem Fasan in der einen und dem Hund in der anderen Hand ein bisserl wie bestellt aber nicht abgeholt herum.

Als dann am Samstagabend fürs Wochenende das Brot ausgeht, esse ich halt vermutlich ganz im Sinne der Gastgeber eben Kuchen. Geht doch! Lage und Essen sind toll, die Zimmer ordentlich groß und trotzdem werden wir nicht ein weiteres Mal zu Besuch kommen.

Am Samstag versäumen wir die in unserem Package enthaltene Bootsfahrt wie schon die Stiftsführung am Vortag. Der Grund ist eine geplante Spazierrunde oberhalb von Millstatt. Wir schrauben uns mit dem Auto ein bisserl in die Höhe. Aber da schau‘ her, da fährt einer noch weiter. Wir folgen. Ein Mautschranken wird passiert, der Asphalt endet und es geht stetig bergauf. Der Schnee ist schon in Sichtweite. Auf knapp über 1.600m Seehöhe dann der Parkplatz. Okay, dann wandern wir zur Alexanderhütte. Das reicht nicht, wir spazieren weiter zur Millstätter Hütte. Ich bin in sommerlichen Laufschuhen unterwegs. Auch sonst haben wir keinerlei Bergausrüstung dabei. Die Füße sind im Schnee schnell nass. Was soll’s!

Bei der Millstätter Hütte empfängt uns der Koch, viele Tattoos und wenig Ahnung von der Umgebung. Er verspricht Kaspressknödel und den besten Kaiserschmarren. Gäste sind keine da. Auf unsere Fragen, wie der Gipfel da heißt und ob ich mit meinen Turnschuhen da rauf komme, hören wir, dass er selbst erst seit drei Tagen hier ist, keine Ahnung von den Bergen hat und dass es heute mit den Schuhen schon gehen sollte. Ah ha! Da frage ich mich kurz, was sich denn seit gestern so viel geändert hat. Aber was soll’s, die Regel heißt: „Frag‘ besser Leute, die vom Berg kommen, als den Hüttenwirt.“.

So besteigen wir den Kamplnock, sehen das nächste Gipfelkreuz und erledigen auch noch diesen Nock mit dem Millstätter Kreuz. Das Wetter zieht rum, mal tröpfelt es, in der Ferne schüttet es. Wir sind wieder gut gelaunt und schießen Fotos. Beim Rückweg kehren wir in der Millstätter Hütte ein und haben fürwahr herrlich frische Kaspressknödel und kaiserlichen Schmarren. Da kann der Adel im Tale noch etwas lernen!

Kurz vor dem Auto beginnt es zu regnen. Im Auto erleben wir dann wolkenbruchartige Schauer. Uh, das wäre kalt und unangenehm geworden. Aber uns lacht das Glück. So soll’s sein!

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass nicht nur Mio im Millstätter See gebadet hat, sondern auch wir beide. Einer von uns drei musste doch recht überredet werden. Die beiden Zweibeiner waren da mutiger. Nicht weit entfernt haben sich Brautleute auf der Wiese vor der See-Villa das Ja-Wort gegeben. Da hatte ich schon Sorge, dass ich in meiner Badehose vielleicht das eine oder andere Foto verderbe. Gut, Renate war mangels passender Garderobe für das Bad im See deutlich leichter bekleidet als ich. Dafür hat ihr das doch kalte Wasser ein mehr als erfrischendes Jauchzen entlockt. Könnte sein, dass da jetzt ein Paar ein Hochzeitsvideo mit gesteigertem Erinnerungsfaktor hat.

Wieder herrliche Tage gehabt!

Teufelsbadstubensteig

Heute ist der Teufelsbadstubensteig dran. „Das Klettersteigset brauchen wir nicht, den Helm schon.“, so Renate. Mir soll es recht sein. Dafür nehme ich den Fotoapparat mit. Am späten Vormittag des Feiertags ist am Parkplatz vom Weichtalhaus schon einiges los. Aufgeregt eilt man zu Übungsfels oder schultert endlos Kletterseil und entsprechende Utensilien. Friends, Exen,.. alles klimpert aufgeregt. Aber auch Wanderer machen sich auf den Weg.

Schönbrunnerstiege und Höllental sind dann schon ruhiger. Bald sind wir am Ende des großen Höllentals und damit am Einstieg des Teufelsbadstubensteigs. Bei uns beiden ist es sicherlich schon zwanzig Jahre oder länger her, seit wir das letzte Mal hier waren. Der Steig macht uns keine sonderliche Mühe. Ich steige mit der Kamera locker baumelnd vor. Renate macht das Motiv. Entsprechend viele Fotos gibt es, vorrangig von Renate.

Wir sind vergnügt und nehmen die Sache nicht so ernst. Wir spielen Musik vom Handy und lachen viel. Schnell sind wir unterwegs. Oder sagen wir besser: nicht so langsam wie die Wochenendbesteiger, von denen reichlich unterwegs sind. Und so nehmen wir noch das gefürchtete Geröllfeld am Schluss des Steiges. Ein Seil ist gespannt und entschärft die aktuell ohnedies unspektakuläre Querung zusätzlich. Alles gut, alles easy. Wir sind bereit für die nächste Stufe!

Runter geht’s über den Wachthüttelkamm und der ist landschaftlich fein, aber sonst eher zach. Leitern über Leitern geht es scheinbar endlos bergab. Aber irgendwann ist Schluss und feines Essen mit Forelle wartet im Weichtalhaus.

Diesmal bei harmlosen Bedingungen und ebenfalls edel. Alles passt!

Bergsteigen: Gretchensteig

Wetter und freie Tage in Einklang zu bringen, erfordert Geduld. Aber die habe ich nicht. Aus welchem Grund auch immer will ich mit Renate heute auch auf einen Berg. Vielleicht rede ich mir auch ein, dass ich das schulde, weil ich ja am Vortag mit Gernot hier heroben war. An einem Tag, an dem sie arbeiten musste. Außerdem ist es vielleicht die letzte Chance, Renates neue Grödel und Gamaschen vor dem Sommer auszuprobieren. Wie auch immer, so stehen wir um halbzwölf am Preiner Gscheid und es schneit.

Was tun? Das Looshaus hat noch zu, der Knappenwirt auch. Oben sieht man Schneefahnen vom Plateau weit ins Lee ragen. Renate legt ein Veto ein. Was denn das bei diesen Bedingungen soll? Recht hat sie. Aber bei mir setzt es wieder einmal aus. Der Wetterbericht besteht auf Besserung, das Gelände sollte ich ausreichend gut kennen und die Tour ist auch ein bisserl kürzer als gestern. Lass‘ uns doch schauen, wie weit wir kommen. All das sind die Zutaten für einen Ausflug, der weitere gemeinsame Unternehmungen mit mir für immer vermiesen kann. So sitzen wir noch ein bisserl im Auto und schauen Mio zu, der draußen im Schnee die Welt nicht ganz packt.

Am Preiner Gscheid bläst der Wind und es ist ordentlich kalt. Das ist mir nichts Neues. Der Wind ist nach 100 Metern sicher weg. Nur heute nicht. Sachen gibt’s! So steigen wir im unverspurten Schnee Richtung Reißthalerhütte. Renate ist es sichtlich ein bisserl frisch. Also sichtlich heißt, dass ich das jetzt auf den Fotos sehe. Am Berg war ich im leichten Wahn. In eben diesem Wahn packe ich Renates Grödel und Gamaschen aus. Wir schnaufen den Rücken Richtung Gretchensteig hinauf. Zach ist es – no doubt! Kalt ist es, aber auch die Sonne lacht. Ebenso lacht Renate. Das nehme ich als Aufforderung für Weitergehen. Dann geht es durch die Latschen in immer tieferem Schnee. Der Puls steigt schneller als wir. Der Wind kann es auch. Wild schaut das aus.

Der Steig an sich ist ja nicht sonderlich lange und auch nicht technisch schwer. Nur bei den heutigen Bedingungen ist es ein bisserl spannend. Mio hat gut Schnee und Reif angelegt. Er versteht auch nicht, warum er da rauf muss. Wieder ziehe ich ihm die Schlinge um den Hals und diesmal schiebt Renate. Da ich kein Murren von hinten vernehme, steige ich weiter. Drehe ich mich um, sehe ich ein Lächeln und in den Windpausen höre ich ein „Muss gehen!“ als Antwort auf mein „Geht’s noch?“. Die Böen pfeifen den Steig hinauf, dass es eine Freude ist. Die Seile sind teils tief unter dem Schnee. Renate und ich funktionieren eingespielt, als hätten wir die letzten Jahre nichts anderes gemacht. Mit Ziehen und Schubsen kommt Mio den Berg rauf. Dicke Schneeknollen hat er am Fell. Ui, hoffentlich gibt der Hund nicht auf.

Dann ist der Steig erledigt. Das Plateau wartet. Erst habe ich Sorge, dass es Mio davon bläst, aber der hat wieder Energien und findet den Sturm da heroben lustig. Er hüpft und jagt herum. Wind oder Sturm haben Renate bei den Wetterprognosen auch immer alarmiert und jetzt steht sie da, Wind und Eiskristalle beißen im Gesicht. Und was höre ich: „Muss gehen!“. So stolpern wir in den Winterraum am Karl-Ludwig-Haus. Die Erholung tut gut.

Die Kette vom Karl-Ludwig-Haus führt heute durch Pulverschnee Richtung Karlgraben. Wann immer ich mich umdrehe, sehe ich Renate lachen. Aber hallo! Jetzt kommt noch der Karlgraben. Der ist unverspurt und recht tief. Renate fragt, ob das mein Ernst ist hier. Ist es, der direkte Abstieg durch den Graben geht doch schön entspannt. Mio hat heute keinen Übermut. Er bricht bis zum Bauch ein und will vermutlich schon gerne unten sein. Renate erkennt auch nicht ganz die Leichtigkeit, aber macht weiter gute Miene zu diesem Spiel. Blöd, dass ich meine Gamaschen vergessen habe. Aber irgendwie soll ich ja auch die Bedingungen spüren. Und das tue ich fast bei jedem Schritt, wenn der Schnee unter die Hose an die nackte Haut kommt.

Am Ende des Karlgrabens sagt Renate dann zu meiner völligen Überraschung, dass es ihr trotz der teils üblen Bedingungen auch irgendwie gefallen hat. Was staune ich!

Am Waxriegelhaus wird ordentlich gegessen. Auf der alten Schipiste geht dann ein Ausflug auf die Rax zu Ende, der sich sicherlich ganz tief in unsere Erinnerung eingebrannt hat.

Danke, Renate!

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Wandern: Wagnersteig

Kaum aus Italien zurück gibt es die nächste Probe: wie geht’s mit uns in den Bergen? Eine Warmwetterfront und ärztlich angeordnete Erholung lassen uns weiter schnell vorwärts machen. Also, die Anordnung kann man mit einem Tag Verspätung umsetzen. Das sehen wir gleich. Nur die Warmwetterfront lässt sich nicht aufhalten. Also, los geht’s mit Mio aus der Wiener Innenstadt auf die Hohe Wand.

Kurzweilig und meines Erachtens mit keinerlei Erholungsbedarf geht es vom Seiser Toni den Wagnersteig hinauf. Mio umgeht elegant die Leitern, wir rutschen ein bisserl auf nassem Untergrund.

Oben warten schon die Steinböcke. Im Steig hat sich Mio ein bisserl von dem ernährt, was die Steinböcke so in der Landschaft herumliegen lassen. Nun ist er aufmunitioniert und findet schnell einen Jungbock, der auch Ärger will. Ich werde ein bisserl panisch, sehe ich doch Renate und Mio über die Leine verbunden. Wie ich erlebt habe, ist es nicht günstig, wenn Mensch, Hund und Steinbock in einer Linie stehen und der Bock ganz oben wartet. Renate vermag meine Aufgeregtheit vielleicht nicht nachzuvollziehen, aber mir gefällt das gar nicht. Sie steht mit dem Wagnersteig im Rücken denkbar ungünstig. Diese Steinböcke fragen ja nicht nach der Wahl der Waffen und warten auch nicht auf den Gong der ersten Runde. Also, Reihung ändern! Irgendwann ist Renate am weitesten oben, Mio stänkert ein Stück weiter unten und der Bock erkennt seine ungünstige Ausgangsposition. So oder so ähnlich – egal, mein Puls ist zum Glück wieder unten. Alles gut inklusive Abstieg!

Sieht so aus, als hätte ich die beste Bergbegleiterin gefunden!

Neapel und Positano


Bilder gibt’s hier


Traumtage in Neapel und Positano! Wenn das nicht gewagt ist! Gerademal 13 Tage sind vergangen, dass Renate und ich einander über den Weg gelaufen sind und schon sitzen wir im Flieger nach Neapel. Völlig entspannt ziehen wir durch die Altstadt, genießen die angeblich beste Pizza, haben auch sonst Glück mit der Lokalauswahl, spazieren ans Meer und sind im Hilton The Britannique bestens untergebracht.

Schon nach zwei Tagen geht es weiter nach Positano, wo wir ganz oben im Hotel Villa Franca untergebracht sind. Das ist definitiv auch eine feine Wahl. Am Anreisetag regnet es ein bisserl und es ist doch recht kalt. Aber das Meer will begrüßt sein. Feinste Tage sind das! Am zweiten Tag kutschiert uns Gaitano in seiner noblen Limousine nach Pompeij, wo es mehr Geschichte und Kultur gibt, als ich mir zur merken vermag. Am Rückweg noch ein Abstecher in Gaitanos Heimatstadt, Sorrento. Im Ristorante Donna Sofia passt der Branzino und alles rundherum auch. Wir spazieren noch durch die Altstadt, ehe uns Gaitano wieder aufgabelt. Was bin ich froh, dass ich nicht selbst fahren muss! Der letzte Tag begrüßt mit strahlendem Sonnenschein. Da hätten wir das Pool am Dach unseres Hotels noch gern genutzt. Wir frühstücken und blicken über Positano, wo vielleicht gerade die ersten Sonnenliegen okkupiert werden. Zu Mittag wartet schon wieder Gaitano mit der Rückfahrt zum Flughafen.

Sieht so aus, als hätte ich die beste Reisebegleiterin gefunden!