Schneeberg

Mio und ich starten am Parkplatz des Sesselliftes in Losenheim. Tourengeher kommen uns vergnügt und zufrieden entgegen. Ich staune, was haben denn die heute gemacht? Es ist kalt, der Boden hart, aber wenig Schnee. Keine Wolke trübt das Blau des Himmels, ein feiner Tag wartet, aber die sind schon fertig – hmm?

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Haidsteig – Königschuss

In Wien liegt seit Tagen oder gar Wochen der Nebel. In den Bergen hingegen lacht oft die Sonne. Haidsteig und, wenn es gut geht, auch Königschusswandsteig. Gernot verwendet lieber Knieschusswandsteig. Ihn brauche ich also gar nicht fragen. Renate bevorzugt auch sicherere Bedingungen. Mio wäre für alles zu begeistern, aber.. Also, geht es alleine los.

Der Zustieg geht schnell, weil schneefrei und gar nicht kalt. Die Madonna ist auch bald erreicht, wo ich die beim Spar gekauften Spitzbuben auspacke. Ulli lehnt dankend ab und so mampfe ich das ganze Packerl alleine runter. 500g, immerhin ein halber Kilo! Prompt ist mir auch bald ein bisserl schlecht. Also, genau gesagt, ist noch ein anderer Steiggeher nachgekommen, der mir ein Keks abgenommen hat. Vier Jahre ist er jünger, wir tauschen uns aus. Und dann kommt noch einer daher. Ohne Klettersteigset schwebt er vorbei, biegt nach links ab und tänzelt den Malersteig hinauf. Ich schau‘ nicht schlecht!

Ein bisserl bleibe ich noch, genieße die Sonne und Ullis schweigsame Gesellschaft, ehe ich weiter steige und auch zeitnahe das Preinerwandkreuz erreiche. Ich fühle mich fit und einige mich mit mir selbst auf den Königschusswandsteig. Zwischen den Latschen liegt Schnee, aber sonst alles easy. Also, zum Einstieg.

Die Sonne lacht, das langärmlige Shirt reicht. Mir fehlt ein bisserl die Übung, und so nehme ich den Königschusswandsteig heute als deutlich schwieriger wahr als sonst. Auf die Frage, welcher Steig denn schwieriger sei, hatte ich nie so recht eine Antwort. Hier im Osten sind alle ähnlich, aber heute merke ich den Unterschied. Die Bedingungen sind zumindest richtig fein, womit auch der Königschuss ein Genuss ist.

Runter dann den Holzknechtsteig, an den ich mich auch irgendwann gewöhnt habe. Und ab zum Auto! Edler Tag, Sonne getankt, alles gut!

Die Tour auf garmin

Haidsteig

Tadellose Sonne, aber kalt und sehr einsam. So lässt sich mein diesmaliger Besuch beschreiben. Aus der Ferne möchte man überhaupt bezweifeln, dass ein Aufstieg möglich sein wird. Das Phänomen kennen wir: je näher man kommt, umso weniger Schnee liegt. Der Parkplatz ist verwaist, Iduna fühlt sich einsam, ich starte. Schon herunten liegt Schnee. Schauen ma a mal!

Erst ist noch eine Spur eines Menschen zu sehen, der mit einem Hund spaziert ist. Aber irgendwann gibt es nur noch Tierspuren. Ich bin entsprechend langsam, aber so langsam? Egal, das überlege ich mir wann anders.

Über eine Stunde brauche ich bis zum Einstieg. Im Steig lächeln mir dann früh Eiszapfen entgegen. Der Fels ist entweder aper, mit losem Eis, mit festem Eis oder Pulverschnee überzogen. So muss ich viele Schritte öfters setzen. Oh ja, ich spüre in den Sohlen, was mich erwartet. Am wenigsten Komfort macht sich breit, wenn Eis unter der Sohle ist. Denn dann muss ich mich ordentlich ins Seil hängen. Das ist eigentlich nur zur Sicherung da. Heute wird es aber auch mal von mir an diesen Stellen zum Raufziehen und Reibungsaufbau missbraucht. Der Steigerhalter mag es mir nachsehen.

Bei der Madonna pausiere ich lange. Es ist einer der seltenen Tage, an dem kein Wind geht. Ich trinke meinen Tee und denke mir, dass Ulli die Ewigkeit sicherlich schon auf die Nerven geht. Nun ja, hier kommt wenigstens Unterhaltung vorbei. Vielleicht bin ich heute der einzige Besuch. Und das Portal! Das muss natürlich eingenommen werden. Alles unverständlich – gut so!

Weiter geht es langsam Richtung Plateau und zum Preinerwandkreuz. Den Königschusswandsteig habe ich schon früh von der heutigen Liste gestrichen. Es liegt daran, dass die Bedingungen heute etwas ermüdend waren. So bleibt mir nur noch ein Abstecher zur Neuen Seehütte, wo ebenfalls ein Portal umgefärbt werden will.

Der Holzknechtsteig ist wie erhofft heute erträglich, ja gar fast angenehm. Am Weg liegt Schnee, und dieser dämpft und bremst den Schritt. Schnee kommt in den Schuh, aber das ist angenehmer als die Steinchen, die es sonst sind. Worüber man sich so freuen kann!

Beim Abstieg passiere ich den Einstieg zum Haidsteig. Hier sehe ich, dass noch zwei andere Klettersteiggeher gefolgt sind. Wie gesagt, am Haidsteig ist eigentlich immer etwas los. Und das ist gut so!

So steige ich nach diesem ruhigen, einsamen Tag ins Auto und rolle heim. Passt so!

Gradonna


Zu den Fotos


Carina schlägt vor, dass wir die Herbstferien im Gradonna in Kals verbringen. Da schlage ich zu. Zwei Turm-Suiten sind noch für diesen Zeitraum frei. Die nehmen wir auch gleich. Wir reisen am Sonntag an, Jasmin kommt am Mittwoch nach. Passt!

Der erste Tag beginnt eiskalt. Ja, da schau her! Am Nachmittag fängt es gar noch an zu schneien. Wir besteigen die Kranzwand, um zu testen, ob Carina bergfit ist. Ist sie. Mio soundso!

So planen wir für den Dienstag den Aufstieg zur Glorer Hütte. Das sind 732 Höhenmeter. Nur ist da noch keine Spur gezogen. Macht aber nichts, denn der Weg ist nicht zu verfehlen. Einzig mit zunehmender Höhe wird der Schnee immer tiefer. Einer geht vor und plagt sich. Irgendwann kommt auch Mio drauf, dass es mit seinen kurzen Beinen besser ist, wenn er hinten nach geht. So hat er wenigstens irgendeine Chance, die Hütte zu erreichen. Dicke Schneeklumpen haben sich an seinem Fell festgeheftet. Uh, das ist so hart, dass ihn Renate gar mal trägt. Aber das ist für sie dann noch härter. Carina kämpft tapfer. Auch für sie ist es anstrengend. Ich habe meine schweren Bergschuhe daheim gelassen. Carin hat nicht einmal daheim hohe Bergschuhe. So haben Carina und ich bald nasse Füße. Das erfrischt, hilft aber auch nicht. Renate motiviert trockenen Fußes Carina und Mio. Noch ein Kilometer und der Schnee ist wirklich tief. Teils brechen wir bis übers Knie ein. Mann oh!

Und dann schaffen wir es doch. Hier heroben sitzt einsam Carsten, vermutlich ein deutscher Aussteiger. Wir sind und werden heute die einzigen Gäste bleiben. Ich kann das alles nicht glauben, aber Carsten ist mit sich im Reinen. Passt doch. Das Essen ist gut. Wir plaudern, Mio schnorrt ein Paar Frankfurter. Wir trauen uns den Abstieg wieder zu. Der ist auch viel leichter, wenn man in Kauf nimmt, dass die Schuhe völlig durchnässen.

Wieder beim Lucknerhaus zurück, bin ich erleichtert, dass die Sonne Schnee und Eis von der Straße geschmolzen hat. Wir sind mit Sommerreifen unterwegs. In der Früh ging es einigermaßen auf der Schneefahrbahn, weil bergauf. Bergab hätte das hart werden können. Ein E-Auto mit zweieinhalb Tonnen am Eis in Sommerreifen bergab – uff! Sorgen waren umsonst, alles gut! Das Abendessen haben wir uns verdient.

Die Tour zur Glorer Hütte auf Garmin


Am Mittwoch macht Carina Pause. Renate und ich kehren zum Lucknerhaus zurück. Von hier wollen wir aufs Figerhorn. Der Schnee hat sich gesetzt, es taut. Am Figerhorn warten über 800 Höhenmeter und eine Spur auf uns. Das sieht machbar aus. Schon nach kurzer Strecke warnt uns ein Vogelfotograf, dass Mio in Gefahr sein könnte. Zwei Adler sind unterwegs, und das könnte für Mio eng werden. Solche Geschichten habe ich auch schon gehört. Aber so richtig glauben will ich das nicht. Egal, Mio muss in der Nähe bleiben. Macht er aber nicht lange, und Adler sind auch keine zu sehen.

Die Tour ist heute bequemer als gestern, auch wenn nach dem Greibichel der Schnee tiefer wird. Dort, wo es dann steiler wird, ist der Weg tief eingeblasen. Der abgeblasene Grat hingegen ist schneefrei. Die Sonne hat brav gewirkt. Nur ist der Grat richtig steil und mit nun nassem Gras bedeckt. Rauf kommt man ja, auch wenn es anstrengend ist, aber runter? Egal, das überlegen wir uns später. So erreichen wir doch etwas außer Atem wieder den Weg, der nun den restlichen Grat entlang zum Gipfel führt. Hier ist es schneefrei und das Gipfelkreuz bald erreicht. Der Großglockner schaut her, wir machen Fotos. Die Bergsteigerjause aus dem Gradonna schmeckt , alles passt.

Irgendwann wird es dann doch kalt und wir steigen ab. Ein Paar hat sich am offiziellen Weg heraufgequält. Das finde ich sehr löblich, denn nun sollte der Abstieg kein Problem sein. Der junge Mann wirkt auf mich wie eine Dampflok, die sich auf Schienen durch den tiefen Schnee heraufgearbeitet hat. Er lacht. Ja, anstrengend war es schon. Aber was soll’s? Seine Partnerin ist gar im kurzen T-Shirt unterwegs, weil das so deppert anstrengend war. Auch sie ist sich bewusst, was das Spuren ihres Partners ihr erspart hat. Ich bedanke mich und bin beeindruckt.

Ja, so ist der Abstieg schnell erledigt. Die Schuhe sind zwar genauso nass wie am Vortag. Die kommen in den Trockenraum, und ich hole noch Jasmin aus Lienz ab. Als sichere L-Fahrerin bringt sie mich nach Kals zurück. Am Donnerstag ist Ruhetag für uns, das Wetter ist okay aber nicht sonderlich gut.

Das Figerhorn auf Garmin


Der Freitag bringt dann eine Tour mit Jasmin zur Blauspitze, immerhin über tausend Höhenmeter. Es ist frühlingshaft warm. Entsprechend sind die Sonnenseiten wieder abgetaut. Auf der Nordseite wird aber schon einiges an Schnee warten.

Wir steigen über das Bergrestaurant Glocknerblick auf. Die Hüttenwirtin erkenne ich prompt. Das letzte Mal habe ich sie vor knapp 25 Jahren gesehen. Wie die Zeit vergeht! Sachen gibt’s. Sie kann sich an mich nicht erinnern – komisch!

Wie auch immer, weiter geht es. Erst die Piste hinauf, ehe wir unter der Blauspitze nach Osten queren. Tja, und irgendwann geht es in die Schattseite des Berges, wo der Schnee beginnt. Eine Spur ist hier vorhanden, das hilft. Die Schneefelder, die es zu queren gilt, sind teils steil. Zum Glück trägt der Schnee gut. Jasmin kämpft tapfer. Oben unter dem Gipfel wird es dann nochmals mühsam. Aufgeben ist aber keine Option, und so erreichen wir lange nach Mio den Gipfel. Die Pause ist hier kürzer, denn es hat zugezogen und es beginnt gar leicht zu nieseln. Fotos, Mannerschnitten, Abstieg..

Mio ist völlig gaga. An den steilsten Stellen dreht er durch. Er will spielen. Das Spiel schaut derart aus, dass er versucht, meine Schuhbänder zu schnappen. Ich wehre ihn ab und er springt bellend herum. Keine gute Idee hier. Sein Hintern hängt bei diesen Spompanadeln bedenklich weit über dem Abgrund hinaus. Mio wird angeseilt mit Sicherung um den Hals. Na ja, besser als abgestürzt!

Auf der Hütte gibt es dreimal Burger. Eigentlich sperrt die Hütte schon um 15 Uhr, aber wir haben Glück. Und wie das schmeckt, da kann die Jause im Gradonna nicht mithalten. Am letzten Stück läuft uns Jasmin davon. Die jungen, elastischen Gelenke sind bergab schneller als meine. Einzig Mio schafft es, zwischen Jasmin und uns zu pendeln.

Die Blauspitze auf Garmin


Am Samstag machen wir noch einen letzten Ausflug zum Glocknerblick zur Jause. Jasmin und Carina genießen die Annehmlichkeiten des Mountain Resorts. Renate, Mio und ich geben unserem Bewegungsdrang nach, der aber nach dieser Woche schon deutlich abgeschwächt ist.

So geht am Sonntag eine Woche in den Bergen zu Ende. Auch das Ressort schließt hinter uns die Pforten. Nach einem Monat Pause beginnt Anfang Dezember hier die Wintersaison.

Fein war es!

Fuchsloch & Karl-Kantner

Vom Preinergscheid über den Fuchslochsteig zum Karl-Ludwig-Haus und von dort wieder runter zum Auto – soweit der Plan. Renate hält sich jetzt bei den Vorbereitungen mit verunsichernden Aussagen zurück, trotzdem fragt sie mich zumindest einmal, ob ich in der kurzen Hose gehe. Dass ich mich ganz spontan auf die Lange umentscheide, bereue ich dann knapp nach Beginn der Tour schwitzend.

Den Fuchslochsteig ist Mio nun schon ein paar Mal gegangen. Vielleicht ist es die Routine, aber heute will es nicht so recht. Wir erreichen den Einstieg rasch. Renate und ich sind beide fit. Garmin vermag keine sonderliche Anstrengung festzustellen. So kommen wir also frohen Mutes zum Steig. Mio schreitet voran und lässt massig Geröll auf uns hernieder. So weit, so normal. Bei der Schlüsselstelle – immerhin mit ausreichend glitzernden Haken versorgt – muss Mio geholfen werden. Diesmal hebe ich ihn hoch, Mio erreicht mit den Pfoten die Wand, drückt sich ab und hebelt mich fast aus der Wand. Pah, der hat eine Kraft! „Der will nur spielen!“ sagt man da als guter Hundehalter. Aber er will nicht spielen und ich finde es nicht lustig. Mann oh!

Die Schlüsselstelle ist wie schon ein paar Mal hier geschrieben wirklich nicht wild. Keine sechs oder gar zehn Meter, wie in mancher Literatur angegeben, und sicher nicht senkrecht. Sonst läge ich jetzt am Fuße der Schlüsselstelle. Also, Schlüsselstelle gut, Rest gut.

Kalt ist es am Plateau. Bin ich froh, dass ich eine Lange anhabe. Kurz nach elf kommen wir zum Karl-Ludwig-Haus. Es gibt Gams-Ragout. Das ist ausgezeichnet, aber auch ein bisserl komisch, da wir drei jede Menge Gämsen gerade noch bewundert haben. Einer ganz besonders, aber der geht jetzt leer aus. Wir plaudern entspannt mit den neuen Leuten der Hütte und brechen doch beeilt auf. Das Wetter ist nicht gut angekündigt und es sieht aus, als käme der Regen früher.

Spontan entscheiden wir uns für den Karl-Kantner-Steig. Eine „Kletterstelle“ umgeht Mio selbständig im Geröll, zweimal braucht er einen Lift. Zusätzlich zu seinem Halsband hat er jetzt ein Brustgeschirr oder passender einen Klettergurt an. Und damit er nicht wieder an der Wand antaucht, halte ich ihn von dieser weg, während ich die paar Schritte absteige. Der freischwebende Mio und ich geben sicherlich ein skurriles Bild ab, schaffen es aber derart ohne Zwischenfall über die zwei leichten Klettersteigstellen.

Knapp vor Einsetzen des Regens schaffen wir es ins Auto. Eine tadellose, kurzweilige Tour ist geschafft.

Die Tour auf Garmin

Haidsteig -Königschuss – Haid

Ein Auto in der Griesleiten – da ist ja wie damals! Die Sommerferien sind vorbei, da wird es einsam an einem Mittwoch werden. Ich bin alleine unterwegs und will zügig den Haidsteig und den Königschusswandsteig gehen. #beatYesterday lautet Garmins Motto. Ich will auch besser sein als gestern. Schauen ma a mal! So ziehe ich los ohne übertriebene Eile, aber auch ohne Trödeln und verliere bis zum Einstieg gegenüber meinen schnellsten Tagen als Ü50 ganze zehn Minuten. Oida, wie geht denn das? Das muss ich daheim studieren. Nix mit #beatYesterday, eher #beatenByYesterday.

Der Haidsteig ist fein wie immer. So ganz alleine für mich mag ich ihn besonders. Bei Ulli schaue ich vorbei. Da ist ein neuer Aufkleber an der Hüttenbuchbox angebracht – siehe Fotos. Seltsam, ob sie das war? Ich bleibe ein bisserl bei ihr.

Der weitere Aufstieg ist natürlich auch kein Problem, nach knapp über eineinhalb Stunden bin ich am Ausstieg. Da fehlt dann eine Viertelstunde auf die alten Zeiten bzw. die Zeiten eines Ü50-Alten. Damit kann ich leben. Vielleicht will ich es ja einmal wissen und es in weniger als 90 Minuten schaffen. Die eineinviertel Stunden scheinen nicht mehr erreichbar. Wichtig war es nie und ist es nicht. Die Sportuhr muss herhalten! Sie ist schuld, weil sie mir das immer vorzeigt bzw. mich nachschauen lässt. Wie schnell ich mit 30 war? Keine Ahnung, da gab es solche Uhren noch nicht.

Beim Preinerwandkreuz treffe ich dann erste Wanderer. Aber kaum verlasse ich das Plateau und steige zum Königschusswandsteig ab, bin ich wieder alleine. Die Querung treffe ich diesmal gut. Beim Einstieg ein Packerl Schnitten und los geht es. Gut geht es. Das Felsenfenster ist gar nicht so feucht wie befürchtet und diesmal tritt ein, was selten vorkommt. Ich komme fast elegant, also ohne Quetschen, Schieben und Drücken, durch. Recht so, das gibt Auftrieb!

Wieder oben am Plateau sehe ich plötzlich das Gesicht eines finster dreinschauenden Kameraden in der gegenüberliegenden Felswand – siehe Fotos. Den habe ich noch nie gesehen. Es muss an der Wolkenstimmung oder am Sonnenstand bzw. der Jahreszeit liegen. Oder er war schon immer da, nur ich blicke diesmal in die richtige Richtung.

Der Boden ist „übersät“ mit Edelweiß. Die haben sich über die Jahre ausgebreitet. Ich mache Fotos und beschließe, den Haidsteig wieder abzusteigen. Man muss ja variieren. Beim Abstieg kommen mir dann vier Gruppen mit insgesamt zehn Kraxlern entgegen. Gleich viele Frauen wie Männer sind unterwegs. Ich plaudere und hole das soziale Defizit der letzten Stunden nach. Die tschechische Vierergruppe ist sehr jung und etwas verwundert, dass man den Steig auch bergab gehen kann. Kann man, ist leichter als gedacht.

Müde aber doch rolle ich wieder heim. Auch wenn alles unerklärlicherweise laut Uhr langsamer geworden ist, habe ich mich fast so gefühlt wie vor ein paar Jahren. Ich muss das noch einmal überprüfen oder – besser – einfach akzeptieren. Fein war es jedenfalls allemal!

Die Tour auf Garmin

Altenbergsteig

An diesem Samstag zieht es uns wieder einmal an die einsame Seite der Rax. Am Preinergscheid ist noch massig Trubel. Die Parkplätze sind am späteren Vormittag schon knapp, die meisten Wanderer zieht es Richtung Waxriegelhaus.

Wie zu erwarten sind wir somit am Weg zu Karreralm einsam unterwegs. Renate düst dahin. Bei der Karreralm will sie nicht einmal eine Pause machen. So steigen wir nach ein paar Distelfotos eben weiter. Mit den Höhenmetern fällt die Temperatur und das ist Mio gerade recht. Der Aufstieg ist eine schöne Wanderung ohne technische Schwierigkeiten, und wer sie ohne Unterlass geht, ist auch bald oben.

Mio hat Gämsen erblickt. Aber er ist kein junger Hund mehr, also kein Imponieren oder angedeutetes Jagen mehr. Stattdessen die Schnauze tief am Boden jagt er über das Gras. Er mag das Plateau. Liegt es an der Kälte, die einige, junge Wanderer in kurzen Hosen und mit blauen Knien wegzulächeln versuchen? Pah, da pfeift der Wind und die Sonne versteckt sich hinter den Wolken. Der Sommer ist vorbei, zumindest für heute. Wir haben uns fest eingepackt.

Auf der Heukuppe drängen sich die kurzhosigen, jungen Männer aus dem Osten im Windschatten einer Mulde. Mio überwindet Sprachbarrieren und bettelt ihnen ihre Jause ab, zumindest den wurstigen Anteil. Er will gar nicht weiter. Als ich ihn dann doch losreiße, ist Renate schon vom eisigen Wind verweht. Zahlreiche Wanderer kommen vom Karl-Ludwig-Haus herauf. Mit dem Wind im Rücken vermag Mio sein Frauchen nicht zu erschnüffeln. Hat er es diesmal mit dem Nicht-Hören-Wollen übertrieben? Was für eine Freude, als er sie dann doch ausmacht!

Das Karl-Ludwig-Haus hat einen neuen Pächter. So viel Personal habe ich hier heroben überhaupt noch nicht gesehen. Alles läuft recht professionell ab. Wir werden freundlich empfangen. Okay, wir sind ein bisserl spät dran und die anderen Gäste mit dem Mittagessen wohl schon fertig. Egal, wir bekommen das Essen schnell und gut ist es auch. Am Internet beschweren sich die Gäste über die hohen Preise, doch die Aufregung mag konzertiert sein, denn mir fällt kein Aufschlag zu früher oder einer anderen Hütte in der Nähe auf. Wir sind zufrieden und steigen mit vollem Bauch den Schlangenweg ab, wo es allmählich wieder wärmer wird.

Der Abstieg vom Siebenbrunnenkessel über die Alte Schipiste wird renaturiert. Aha, was es nicht gibt. So geht es teils die Forststraße und teils durch den Wald zum Parkplatz zurück.

Schnelle Runde mit Renate und Mio – tadellos!

Die Tour auf Garmin