Lech am Arlberg

Carina zieht es an den Arlberg nach Lech. Letztes Jahr habe ich mich noch gedrückt. Aber in diesem Jahr geht es in den Ort aus vergangenen Tagen, wo sich die Wiener Nobelbezirkbewohner in den Semesterferien die Hand geben. Eigentlich tuen sie das nicht, man sagt es halt. Lech ist in der Hand der Reichen und der Schönen. Böse Zungen sagen: die Reichen sind nicht schön, und die Schönen sind nicht reich. Egal, wir sind mitten drin an der Rüflikopfbahn im Hotel Pfefferkorn. Auch, wenn das Haus in die Jahre gekommen ist, so wird es regelmäßig renoviert. Die Gastleute sind wirklich freundlich und zuvorkommend, das Essen ist erwähnenswert gut. Einzig das Frühstück hat noch genug Raum zur Entfaltung. Das Mineralwasser am Abend kostet 9,80 Euro. Die Preise kann man hochrechnen und erkennen: ja, die sind hier hoch!

Lydia ist auch da. Sie ist schon einen Tag früher gekommen und düst mit Carina bis Sonntag. Von Dienstag bis Freitag hat Carina dann noch Tilla zu Besuch. Was würde sie denn sonst alleine in ihrer Suite machen? Renate und ich rutschen an den sonnigen Tagen über die Piste. An einem Tag sind wir zu fuß in Oberlech. Das ist autofrei und eine eigene Liga für sich. Sehr gediegen, sehr edel!

Renate war früher oft hier in Lech und Oberlech. Für sie ist es ein bisserl ein Abschied. Mich hat das Skigebiet nicht so recht überzeugt. Aber ehe wir zu sentimental werden, ist schon fix, dass wir nächstes Jahr nochmals herkommen müssen – das sagt Carina. Ihre Freunde sind hier, alle!

Das Skigebiet hat mich nicht so überzeugt, weil Lech doch ein eher eingeschränktes Angebot an Pisten hat. Ja, man kann nach Zürs. Da lässt sich mehr fahren. Und man kann nach St. Anton, wo man dann wirklich viel und edel fahren kann. Aber dazu muss man erst nach Zürs, von dort mit einem Lift den Berg hinauf und auf der anderen Seite wieder runter. Dann noch ein Lift und dann ist man in St. Anton. Na ja. Zurück von Zürs nach Lech haben wir überhaupt gleich den Skibus gewählt, da die Skiroute mangels Schnee recht steinig ist.

Ja, am Schnee mangelt es. Kein Vergleich zum vorigen Jahrhundert. In Lech kämpfen die Schneekanonen wie verrückt unter Einsatz von Strom, der durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe gewonnen wurde, gegen die Auswirkung der Verbrennung fossiler Brennstoffe. So richtig nachdenken sollte man da nicht! Bei Sturm ist Lech übrigens schnell abgeschnitten. Okay, man kann noch mit dem Bus nach Zürs fahren.

Weiterhin edel muss es sein, wenn man abseits der Piste fahren kann. Das war auch der Grund, warum wir früher, also vor Jahrzehnten, hierher gekommen sind. Doch dazu hätte der Winter 2026 noch viel zu tun. Ich wünsche es den Gastgebern.

Für Renate und mich war es ein Erfolg, weil wir mit Pisten zufrieden sind. Carina war fleißig in der Schnäggerei, beim Moserwirt, etc. Das Skifahren hat ihr auch Spaß gemacht – passt. Für 2027 haben wir ein ganz neues Hotel ausfindig gemacht. Schauen wir mal, ob wir da mithalten können, wenn 0,75 Liter Mineral am Abend die Zehn-Euro-Marke überschritten haben werden.

Haidsteig

Lydia und Nico sind da und wollen den Haidsteig gehen. Es ist Wochenende und am Nachmittag ist Regen möglich. Zwei gute Gründe, nicht allzu spät zu starten. Um neun Uhr sind wir am Parkplatz in Griesleiten und der ist voll. Also, man findet noch diese „Da kann man schon auch stehen, oder?“-Parkplätze. Doch diese werden auch bald weg sein.

Der Zustieg ist gemütlich, und wir treffen erstaunlich wenige Menschen. Da kommen wohl nicht alle her, um zu kraxeln. Wie Lydia am Klettersteig unterwegs ist, weiß ich ja schon. Aber, wie es Nico geht, habe ich mich nicht getraut zu fragen. Das war ein Dilemma, denn einerseits gehört es zu einer ordentlichen Vorbereitung, anderseits: darf man das einen Schweizer fragen? Sind die nicht in Felswänden oder Steilabfahrten geboren? Wir besprechen das also am Zustieg. Nico muss eine Variante im Schweizer Genom haben. Die Höhe im Allgemeinen und Leitern im Speziellen sind nicht so sein Ding. Okay, das bekommen wir hin!

Am Einstieg spielen sich Szenen ab, die an die Fotos vom Hillary Step am Mount Everest Mitte Mai erinnern. Die Leute sind halt leichter gekleidet und kaum einer, oder keiner, hat ein Sauerstoffgerät. Trotzdem staut es. Bunt ist es, schön anzuschauen ist es. Und dann höre ich seltsame Geräusch. Da mag sich doch einer, der wohl gerade den Kopf weit im Nacken hat, um die Wand zu studieren, durch einen Ausritt in eine Geröllrinne unerlaubt von der Truppe absondiert haben. Ich sitze da, schlüpfe gerade in meinen Klettergurt und staune nicht schlecht. Schon sehe ich nur noch einen Arm vom Abtrünnigen. Auch die anderen stehen herum. Niemand eilt zur Hilfe, vielleicht ist der Platz in der Schlange zu wichtig. Vielleicht soll sich jemand anderer darum kümmern. Sachen gibt’s!

Dann kommen auch wir dran. Als bunte Perlen in der Kette steigen wir los. Nico ist anfangs respektvoll, ehe das Selbstvertrauen einschießt. Der Weg ist leicht zu finden: „Immer dem Seil nach!“, und so steigt er vor. Na ja, wir sind wie schon erwähnt mittendrin. Vor uns geht nicht viel weiter und hinter uns klebt ein tschechischer Grünhelm so knapp an Lydias Fersen, dass ich kaum brauchbare Fotos zu schießen vermag. Also, Mio hält definitiv respektvolleren Abstand, auch wenn man Leckerlis in der Tasche hat.

Wir sind jedenfalls nicht Ursache für den Stau und werden auch nicht abgebremst. So genießen wir die Tour. Die Einsamkeit und das Gefühl des Auf-sich-gestellt-Seins erleben wir heute nicht.

Bei der Madonna sind die technischen Schwierigkeiten weitgehend erledigt. Lydia erinnert sich gar nur noch an ein Geröllfeld und ein bisserl Aufstieg, was da folgen wird. Oh, da spielt ihr die Erinnerung aber ein bisserl einen Streich. Jetzt gibt es erst einmal Besuch bei Ulli. Die ist gut abgelenkt. Es sind so viel Leute heute hier. Da bleiben wir dann doch nicht lange.

Weiter geht’s über die Demutsleit’n. So nenne ich den der Madonna folgenden Abschnitt. Technisch leicht und unversichert treibt mir der Abschnitt jedes Mal den Puls in die Höhe. Irgendetwas treibt auch Nico in die Höhe. Bald sehen wir in nur noch weit über uns. Ja, der Stau hat sich gelöst. Nico wird sich in Jahren erinnern, dass der Steig okay war, er aber oben dann doch auf die zwei Österreicher warten musste. Das sei ihm vergönnt.

Wir erreichen das Plateau und wandern zum Kreuz weiter. Was für ein Tagerl! Die Optionen Königschusswandsteig und Holzknechtsteig werden abgelehnt. So steigen wir über den Göbl-Kühn-Steig zum Waxriegelhaus und nach einem Mittagessen zum Auto ab. Beim Abstieg dann Blitzen, Donnern und erste Regentropfen. Aber hallo! Bergfex meinte in der Früh noch Null Prozent Regenwahrscheinlichkeit. Meine verlässlichste Quelle, Meteoblue, hat die Gewitter für den Nachmittag mit hoher Wahrscheinlichkeit vorhergesagt. Kurz vor dem Auto kommt Wind auf, daher Laufschritt! Beim Einsteigen dann starker Regen, im Auto sitzend dann Platzregen. Wow, das nenne ich ein Timing. Der Parkplatz ist noch gut gefüllt und die Straße vom Parkplatz raus auch. Da werden wohl einige nass werden, aber wir hatten Glück und eine definitiv feine Tour!

Die Tour auf Garmin

Hohe Wilde und Eiskögele


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Hohe Wilde (3.480m)

Gernot, Lydia und ich reisen nach Obergurgl. Gernot, der nur am ersten Tag dabei sein will, mietet in Obergurgl ein e-Mountainbike und radelt zur Langtalereckhütte. Lydia und ich nehmen die sieben Kilometer und 600 Höhenmeter zu Fuß in Angriff. Die Rucksäcke deponieren wir in Obergurgl. Sie werden am Abend zur Hütte transportiert. Die Hütte ist recht fein. Wir sind in einem der mit acht Betten größten Mehrbettzimmer. Aber auch das Zimmer selbst ist groß. Hier sollten wir es recht gemütlich haben.

Am Abend sitzen wir noch nach dem Abendessen beisammen. Weder Gernot noch ich haben diesmal ausreichend Zeit in die Planung investiert. Die Route auf die Hohe Wilde bzw. Hochwilde habe ich gar von Alpenvereinaktiv automatisch erstellen lassen. Lydia geht die Route im Geiste durch, und da entdecken Gernot und Lydia fast zeitgleich, dass da auch ein Klettersteig dabei ist. Der Hüttenwirt hat schon gemeint, dass wir eine lange Tour vorhaben. Ich frage wegen des Klettersteigs nochmal nach. Nein, den würde er auslassen, weil es dann für den Tag zu viel wird. Wir werden schon so zehn Stunden unterwegs sein. Was uns bei der Überschreitung erwartet, habe ich auch ausgelöscht. In den Beschreibungen stand etwas von Klettern bis II+ und fast durchgängigem Stahlseil. Das widerspricht sich meines Erachtens und mein Hirn hat dann all diese Herausforderungen auf „Sehen wir, wenn wir dort sind!“ reduziert.

Das Zimmer teilen wir mit einer Familie aus München. Ich entschuldige mich schon, dass der Wecker um fünf Uhr läuten wird. Das nimmt die gute Frau gelassen. Es ist, wie es ist, solange nur keine schweren Schnarcher dabei sind. Upps, da hat sie mit uns leider doch ein ziemliches Pech. Wir werden uns beherrschen!

So starten wir nach dem Frühstück um 05:30 kurz nach sechs in unser Abenteuer. Mit uns machen sich noch zwei Deutsche und ein Vater mit Sohn aus Tschechien auf den Weg. Anfangs läuft es gut, aber unterhalb dem zerstörten Hochwildehaus holen sie uns ein. Der Ruhrpott quatscht unentwegt. Anfangs amüsant, dann zunehmend nervig. Zwei Männer und endlos Belanglosigkeiten. Wir rasten beim Hochwildehaus lange, um dem deutschen Wanderradio Vorsprung zu geben. Das Hochwildehaus ist leider dauerhaft geschlossen. Die globale Erwärmung hat den Permatfrostboden, auf dem das Haus gegründet wurde, tauen lassen. Eine 2014 errichtete Stützkonstruktion sicherte es vorübergehend. Schade!

Am Gurglerferner machen wir uns fertig für den Gletscher. Spalten mag ich nicht zu erkennen. Schön ist er trotzdem. In weiter Ferne schaut die Hochwilde zu uns herunter. Das ist schon noch ein Stück. Da ist das gesprächige deutsche Team wieder. Ohne Seil aber mit Eile macht man sich auf den Weg. Auch wir starten, knapp gefolgt vom tschechischen Team. Es geht aufs Annajoch, das über die Jahre ausgeapert ist und damit einen Teil des Gurglerferners abgetrennt hat. Nun wird es auch mal steiler. Deutschland steigt direttissima auf und legt so auf bald 3.300m ein Kardiotraining hin. Wir gehen es gemütlicher an und erreichen wieder mit den beiden anderen Länderteams den Beginn des Fels.

Oh, was ist denn das? Das ist ein Klettersteig. Da sind wir aber ein bisserl überrascht. Ich erinnere mich, was ich gelesen habe. Aber das war verwirrend – Schwierigkeit II+. Wie soll das gehen, wenn es ein Klettersteig ist? Ein mäßig schwieriger Klettersteig soll es sein. Meine Meinung dazu: technisch ist der Klettersteig nicht schwer. Vielleicht sind da ein oder zwei C-Stellen dabei. Überwiegend ist die Schwierigkeit B/C. Die Herausforderungen sind wohl die Ausgesetztheit und die Höhe. Das macht den Steig für die eine oder den anderen spannend. Lydia behilft sich mit Gernots Selbstsicherungsgerät. Gernot verwendet selbst zwei Bandschlingen mit Karabinern. Ich spaziere ungesichert nach. Da werden die Profis jetzt schimpfen, dass Lydias und Gernots Sicherungen nicht den Anforderungen entsprechen und mangels Dämpfung sehr gefährlich sind. Besser als meine sind beide Varianten und psychologische Unterstützung bieten sie auch mehr.

Der Nordgipfel ist bald erklommen. Wui, ist der spektakulär! So ein kühner Gipfelaufbau! Leider kommen erste Wolken auf. Für ein paar Fotos reicht es noch. Wir genießen den Ausblick, aber machen uns dann doch zügig auf den Weiterweg. Wer weiß, was noch auf uns wartet!

Der Kamm vom Nord- zum Südgipfel ist fast durchgängig mit einem Stahlseil und mit einigen Tritthilfen versichert. Spektakulär ist das passende Attribut. Lydia blickt besorgt, klettert aber tapfer weiter. Wo das Seil endet, soll eine leichte Kletterei der Schwierigkeit II beginnen. Diese muss aber der Wind davon getragen haben. So erreichen wir den 3.480m hohen Südgipfel problemlos. Hohe Wolken türmen sich auf, Lydias Füße haben Blasen bekommen und die Deutsche Welle funkt auch wieder.

Ja, Deutschland weiß, wo man zum Langtalerferner absteigt. Der Abstieg macht mir ein bisserl Sorgen, weil als sehr steil und steinschlaggefährdet angekündigt. Bei den hohen Temperaturen ist das kein erfreulicher Ausblick. Ich frage beim deutschen Team nach, ob sie Ahnung haben. Klaro! Selbstbewusst weist man den Grat entlang und zeigt auf Markierungen. Mein Hinweis, dass dieser Weg doch zu einer italienischen Hütte führt, wird abgeschmettert. Da vorne halt links halten, ist doch nicht so schwer. Bescheidener und pragmatischer antwortet das tschechische Generationenduo auf die Frage nach ihrem Abstieg. „There is the hut!“ und zeigt mit einer Abweichung von 180° zur deutschen Variante.

Lydia erhält noch Unterstützung aus Deutschland in Form eines Blasenpflasters, ehe die deutschen Stimmen in Richtung Italien absteigend immer leiser werden. Tschechien wartet taktisch, wir starten. Schon nach wenigen Metern weichen wir scharf links von der deutschen Variante ab. Sogar Markierung sieht man hier und der Abstieg ist nicht annähernd so übel, wie von mir erwartet. Der Nebel hüllt den Langtalerferner und den Grat ein bisserl ein. Gut so, da sieht man das Übel nicht so. Auf der italienischen Seite ist das Wetter klar. Ebenso klar ist, dass von da unten kein Weg heraufführt. Mal sehen, wann die deutsche Sperspitze den Fehler einsieht und umgekehrt.

Der Übergang vom Fels zum Gletscher ist aufgrund des Rückgangs des Gletschers nicht ganz so einfach, weil steil und mit losem Gestein überzogen. Aufgrund der Steilheit entscheiden wir uns, ohne Seil zu gehen, bis wir im flacheren Teil sind. Hier heroben würden wir uns nur gegenseitig mitnehmen, wenn einer losrutscht. Gernot geht vor und sieht sich einer Gletscherspalte gegenüber. Hinter uns beobachtet Tschechien und – da schau her – Deutschland unser Tun. Ich höre, wie Deutschland laut kundtut, wie es die Sache besser angehen wird. Von Demut ist da keine Spur.

Am Seil führt dann Gernot tadellos durch den doch spaltenreichen Ferner Richtung Hütte. Die Spalten sind nicht groß, aber zahlreich. Es ist nicht herausfordernd, aber auch nicht ganz einfach. Zum Glück versteckt sich die Sonne. So ist der Schnee, der zwischen dem Blankeis liegt, nicht ganz so weich. Der Abstieg ist lange, aber irgendwann haben wir die steilen Passagen hinter uns. In sicherem Abstand sind uns die Teams gefolgt. Nun, wo es flach wird, überholt wieder Deutschland. Die beiden deutschen Kinder sind ein paar Jahre jünger als ich. Wir machen Pause und legen das Seil ab. Der Ferner fließt hier ein paar Kilometer noch das Tal hinaus. Das sollte ohne Seil entspannter zu gehen sein. Der Vater aus Tschechien bedankt sich, dass Gernot so brav als Erster über den Gletscher ist. Einer muss es ja tun, und er ist froh, dass er es nicht sein musste.

An der Gletscherzunge sind die drei Teams schon wieder beisammen. Wir haben das Seil aber schon versorgt. Vor allem wittert Gernot aber eine Chance, dass er den Zug nach Wien noch schafft. So eilen wir zur Hütte im Laufschritt und fliegen nach ein, zwei Kilometer an der Stempelstelle für den Langtalerferner vorbei. So alt sieht die Box noch gar nicht aus. Mann oh, der Rückgang der Gletscher passiert hier mit einer irren Geschwindigkeit. Wir sind mit großem Abstand als erstes Team nach über zehn Stunden zurück. Gernot springt aufs Rad und erreicht Bus und Bahn, Deutschland spricht nicht mehr mit uns.

Das war heute wirklich eine tolle, lange, abwechslungsreiche und lohnende Tour. Dringende Empfehlung!

Die Tour auf Garmin

Eiskögele (3.233m)

Mit Lydias Blasen ist wohl an eine Überschreitung des Schlafkogels nicht zu denken. So haben wir am Vorabend den Rucksack mit der Gletscherausrüstung gepackt und nach Obergurgl geschickt. Wir wollen das Eiskögele besteigen. Die Tour ist kürzer und eher ein Wanderberg mit tollem Ausblick, aber ohne Gletscherkontakt.

Wir schlafen aus und Lydia ist bis auf die Blasen wieder fit. Die meisten anderen Gäste sind schon weg, als wir uns fertig machen. Vor uns muss es wild zugegangen sein. Im Ergebnis sind meine Hochtourenschuhe weg. Die Story ist lustig, aber ich gebe sie hier nicht wieder. Gerne erzähle ich sie privat. Ergebnis ist aber, dass meine tollen Schuhe von Mammut weg sind. Stattdessen ist ein Paar über, dass eine Nummer kleiner ist. Sie sind nicht nur eine Nummer kleiner, qualitativ minderer und nicht voll steigeisenfest. Irgendwer ist also mit meinen schönen Schuhen auf und davon. Leider hat er sich bislang nicht gemeldet.

Lydia und ich besteigen das Eiskögele und sind zu Mittag wieder auf der Hütte. Nach dem Mittagessen machen wir uns auf den Fußweg nach Obergurgl. In Summe war das dann fast so viel wie die Überschreitung des Schlafkogels. Wir haben jeden und jede an diesem Tag wegen meiner Schuhe befragt. Wie gesagt, ich schreibe dazu hier nicht mehr. Es gilt die Unschuldsvermutung. Vielleicht hat derjenige die Verwechslung bislang nicht bemerkt. Mag ja sein, dass das jemand ist, der solche Schuhe nur einmal im Jahr trägt. Eigentlich ist das alles wenig glaubwürdig. Aber was macht man, wenn einer in der Gruppe nach einer Stunde, vielleicht auf dem Weg zu einer anderen Hütte, draufkommt, dass er die falschen Schuhe genommen hat? Dreht dann die ganze Gruppe um und riskiert den Tagesplan? Ich vermute, die Gruppe geht gemeinsam weiter. Vielleicht traut sich der Betroffene auch nichts zu sagen. Aber jetzt, wo das Wochenende und damit wahrscheinlich auch die Tour zu Ende ist, würde ich schon erwarten, dass der gute Mann beim Hüttenwirt anruft. Der hat meine Kontaktdaten. Ich würde mich freuen.

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Schafberg

Mit der Schafbergbahn auf den Schafberg und dort ein bisserl die Aussicht genießen. Und damit es nicht ganz so fad wird, noch eine Rundwanderung oben mit drei Seen. Das klingt doch gut. Lydia wählt die Turnschuhe, weil die neuen Bergschuhe unbequem geworden sind. Zum Glück schließt sie sich uns an und schlüpft noch am Parkplatz in die lange Berghose. Dreieinhalb Stunden und ein paar Höhenmeter brauchen keine sonderliche Vorbereitung. So denken wir. Renate reklamiert uns in die ausgebuchte Fahrt um 09:15 und so zuckeln wir in 35 Minuten auf über 1.700m.

Der angekündigte Wetterumschwung kommt ein bisserl eher daher – oha! Der Wind pfeift und wir haben schnell unsere Stirnbänder und Mützen auf. Erstmal geht es bergab Richtung Mönichsee. Lydia tippt dazwischen E-Mails. Sieht alles friedlich aus. Bald wird es abenteuerlicher. Da muss eine Felswand gemeistert werden. Aus der Ferne wirkt sie wild, aus der Nähe ist sie mit Seilen und Stufen versehen. Da bin ich aber froh, dass wir nicht vor drei Tagen als erste Tour den Schafberg gewählt haben. Denn hier im frischen Schnee – aber hallo! Wir sind sicher, dass damit die schwierigen Stellen auf diesem lieblichen Rundweg gemeistert sind. Lydia korrespondiert weiter, die Turnschuhe sind am Limit, aber auf der sicheren Seite.

Beim Mönichsee stören wir eine Eisbadende. Ich kann gar nicht glauben, dass sie da wirklich ins eiskalte Wasser will. Aber sie meint es ernst und ist auch in der Sache gänzlich spaßbefreit. Okay, wir schleichen uns. Mann oh!

Es folgt ein Anstieg Richtung Mittersee und Himmelspforte – meinetwegen. An der Scharte angekommen folgt dann auf der Schattseite ein Abstieg im Schnee. Oh, da könnte man überrascht sein. Sind wir auch ebenso wie unsere Füße schnell nass sind. Lydias Turnschuhe sind jetzt über dem Limit.

Der Mittersee wird bewundert, es geht weiter in einem stetigen Bergauf und Bergab Richtung Suissensee. Langsam wird es zäh. Ein Unterstand gefällt Mio sehr. Leider hat nur er eine Jause mit. Wer rechnet den bei so einer Tour mit Hunger? Ab jetzt sollte es irgendwo bergauf zur Himmelspforte gehen. Fasziniert suchen wir die wirklich steilen Felswände nach einem Weg ab. Nichts da, wird schon kommen. Da Umdrehen eh keine Option ist, gehen wir die Nordseite weiter. Die zu querenden Schneefelder werden steiler, sind aber zum Glück richtig weich. Da schau‘ her, nun ist es fix: die Tour ist anspruchsvoller als gedacht.

Und irgendwann geht es dann gerade nach oben. Oha! Bei trockenen Verhältnissen mag das eine steile, aber doch nette Wanderung sein. Nun ist da jede Menge nasser Schnee drinnen. Huch, das wird ja wirklich noch eine Bergtour. Wir schlagen so gut es geht Stufen in den nassen Schnee. Lydia ist nun wirklich mit dem falschen Schuhwerk unterwegs. Eine Spur ist vor uns. Aber die muss vor ein paar Tagen bei noch mehr Schnee angelegt worden sein. Wir machen eine Variante aus, die einen Grat über Geröll und Wiesen steil und direkt hinaufführt. Mich schreckt es nicht so, aber mit einem normalen Weg hat das wenig zu tun. Die Damen bleiben tapfer. Mio kennt so einen Mist ohnedies und wird auch heute nichts sagen.

Jetzt sind es nur noch 50 Höhenmeter bis zur Himmelspforte. Dort, wo die Seilversicherung herausschaut, kann man erkennen, dass die Stahlseile die ambitionierten Zahnradbahnfahrer links und rechts sichern . Aber nicht nur die in den Fels geschlagenen Stufen auch die Stahlseile sind teils weit unter dem Schnee. Aber hallo!

Von der Bergstation kommen immer wieder Wanderer und blicken ehrfürchtig durch die Himmelspforte in die Wand. Das Bild, das sich ihnen bietet, muss sie erschaudern lassen. Da ist eine junge Frau in Turnschuhen in den steilen Schneefeldern unterwegs. Gelegentlich sichert sie der Vater mit einem Stock. Einen kleinen Hund haben sie auch dabei! Der eine oder andere will einen Rettungsversuch starten, scheitert aber. Wird sich hier gleich ein Bergdrama abspielen? Drehen die eine weitere Folge von „Die Bergretter“ oder eher „Der Bergtrottel“?

Nur noch eine kurze Seillänge trennt uns vom Ziel, aber Seil haben wir eh keins dabei. Umdrehen ist eine Option, aber keiner will die Schneefelder wieder runter. Nicht einmal Mio.

Neugierige Blicke von Wanderinnen in T-Shirts und Shorts, die da oben recht fröstelnd aber zumindest in der Sonne ihren Hals über die Kante vorschieben, treffen uns da in der Nordwand unter der Himmelspforte. Mio startet durch, verirrt sich, hängt aber an der Leine. Na, wenn das nicht Stoff für eine eigene Folge dieser Bergretterserien ist!

Da schicken wir Renate los. Sie ist unerschrocken genug, um sich den Weg über das letzte Schneefeld zu bahnen. Da kommt auch schon der erlösende Ruf von oben: „Alles easy, ab da geht es gut! Ihr könnt kommen!“. Na bitte, geht ja. Unter Ohs uns Ahs erreichen wir den Ausstieg.

Auch wenn es nicht ganz so wild war wie beschrieben, zeigt es ein weiteres Mal, wie leicht man in den Bergen in Nöte kommen kann. Wenn der Schnee ein bisserl härter gewesen wäre oder wenn mehr Schnee eingeweht worden wäre, hätte es schlecht ausgesehen. Wahrscheinlich wären wir dann eher umgedreht. Vielleicht auch nicht, den keiner kann die Bedingungen hundertprozentig vorhersagen. Deswegen mein Appell an alle: seid gnädig mit den „Vollpfosten“, die in Turnschuhen mit einem Hund an der Leine plötzlich weder vor noch zurück können. „Unverantwortlich“ und „deppert“ sind die Attribute, die da schnell in den sozialen Medien verwendet werden. Also, wir waren weit von einer Notsituation entfernt. Anderseits vielleicht auch gar nicht so weit weg, wenn ein paar Grad Celsius weniger, Regen und die Angst dazukommen.

So hatten wir eine überraschend kurzweilige Rundwanderung, die letztlich mit einem ausreichenden Sicherheitspuffer ihr gutes Ende gefunden hat. Wir hatten gar noch Zeit für ein Mittagessen im Berghotel Schafbergspitze vor der gebuchten Abfahrt ins Tal.

Mitgenommen haben wir neben den intensiven Eindrücken auch die gar nicht neue Erkenntnis, dass selbst einfache Touren eine gute Planung brauchen.

Noch im Auto klingen die Eindrücke nach, wie aus der harmlosen Seenrundwanderung aufgrund des Schnees eine alpine Erfahrung geworden ist. Jepp, das war mal was!

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Braunedlkogel (1.894m)

Tag 2 unseres Mondseeaufenthalts ist da. Renate ist nach Wien gereist und unterbreitet ein Angebot. Mio wollen wir heute Schnee bieten. Über 1.300 Meter sollten die Chancen dafür noch gut stehen. Wir suchen und suchen mit den vorgegeben Werten für zu bewältigende Höhenmeter und Tourenlänge. Die Wahl trifft auf die Postalm und den Braunedlkogel.

17 Euro beträgt die Maut auf der Privatstraße. Da habe ich mich schon einmal gewundert, was es so gibt. So halte ich mich diesmal nicht wieder mit den Gedanken auf, nach welchen Kriterien die Allgemeinheit die Kosten für eine Straße übernimmt und wann sie das nicht tut. Jetzt, wo ich diesen Beitrag tippe, komme ich schon wieder ins Grübeln.

Wie auch immer, die geplante Anreise biegt bald von der Asphaltstraße in eine Schotterstraße Richtung Rettenegghütte ab. Ein Schranken macht der holprigen Fahrt bald ein Ende, und wir bekommen noch ein oder zweihundert Höhenmeter dazu. Macht nichts, wir starten. Mio hat nach wenigen Metern seinen Schnee und ist vor Freude ganz aus dem Häuschen. So soll es sein.

Erst geht es über eine Almwiese und einen eher flachen Schotterweg mit tollem Panorama dahin. Der Föhn bläst und wir sind froh, noch Gewand dabei zu haben. Der Weg biegt ab, wird steiler und ein kleiner Nassschneerutsch legt sich über den Steig. Wir lassen uns nicht abschrecken und steigen höher. Die Schneefelder werden häufiger. Jetzt, am letzten Apriltag, sind sie durch und durch nass. Meine Füße bleiben nicht lange trocken. Aber alles ist machbar. Wir folgen einer frischen Spur und sind dankbar darüber.

Hundert Höhenmeter unter dem Gipfel kommt uns dann der einsame Bergsteiger entgegen. Er kennt sich hier aus. Ich bedanke mich für die Spur und frage, ob man auch über die Nordostseite absteigen kann. Kann man, aber wird halt viel Schnee sein.

Den Gipfel erreichen wir dann rasch, die Jause wird verzehrt und Mio bekommt traditionell auch etwas. Da schaue ich so weit möglich in die unverspurte Route und erkenne, dass es steil ist. Okay, das hat die Karte schon verraten. Und dass wohl einiges an nassem Schnee anzutreffen sein wird. Lydia stört es nicht, wenn wir denselben Weg wieder zurückgehen. Mio auch nicht, und ich kann auch damit leben. So steigen wir nach herrlichem Rundblick wieder unsere Spur hinunter zum Auto.

Der Braunedlkogel ist damit erledigt. Ein tadelloser Tag in den Bergen war das! Die Beine haben auch etwas getan, und nach den zwei Tagen steht definitiv nun ein Erholungstag an. So wird’s gemacht!

Die Tour auf garmin.com

Drachenwand

Lydia gönnt sich nach Projektende eine Woche Auszeit und so treffen wir uns am Mondsee. Renate, Mio und ich kommen aus dem Osten, Lydia aus dem Westen. Für den ersten Tag haben wir uns den Klettersteig auf die Drachenwand vorgenommen. Das ist ein Klettersteig der Schwierigkeit C bzw. C/D, wenn man die Hängebrücke umgeht. Das klingt nicht schwer und sollte als Einstieg passen. Die Berge in der Umgebung sind ordentlich angezuckert. Facebook sagt, dass der Steig und der Abstieg schneefrei sind. Das Wetter passt, und es ist Montag. Das sollte also alles perfekt passen.

Der Parkplatz lässt vermuten, dass hier an Wochenenden und Feiertagen die Hölle los sein muss. Aber an diesem Montag ist wenig los. Statt den Leuten ist der Wasserfall da. Beeindruckend fällt er neben dem Steig nach unten. Lydia hat sich ein Klettersteigset und neue Bergschuhe geleistet. Los geht’s!

Schwierigkeit B soll das hier neben dem Wasserfall sein? Da schau her! Das erscheint uns aber schwieriger, wenngleich auch nicht schwer. Aber wenn das B ist, dann…?

Am oberen Ende des Wasserfalls holen wir uns beim Überqueren desselben gleich mal nasse Füße. Nachdem Renate rechts durchs Wasser ist, möchte ich Lydia vorzeigen, wie das hier ein echter Bergfex angeht und steige dabei prompt ins Wasser, verheddere mich in den Armen des Klettersteigsets und mache, kurz gesagt, keinen guten Eindruck. Nach Lydias Überquerung, ebenfalls satt im Wasser, steigen wir also mit gut gekühlten Hufen weiter.

Steil ist das da, lang ist das da! Etwas überraschend, aber noch nicht wild. Ich hätte aber schon eher mit einem leichten Herumkraxeln gerechnet, als mit einem ordentlichen Klettersteig.

Renate steigt forsch vor. Gelegentlich hört man ein zuversichtliches „Ich schaff‘ das!“ und „Ich kann das!“ von oben. Dahinter folgen Lydia und ich in respektvollem Abstand. Habe ich schon erwähnt, dass der Steig länger als erwartet ist? Dann sind wir bei der Abzweigung. Rechts die kühne Hängebrücke, links die Umgehung in C/D mit guten Möglichkeiten, die Damen auf der Brücke zu fotografieren. Auch das C/D hat es in sich, hält mich aber nicht auf und ich hänge fotobereit in der Wand.

Vis-a-vis sehe ich die Leiter, die um den Felsen biegenden Damen und ein vertrautes „Boah! Na, bravo!“. Aber die Damen sind kein bisserl zögerlich. Renate fragt, wo man sich denn da einhängen soll. Mit der Beantwortung tue ich mir aus der Ferne schwer, aber die Frage war wohl ohnedies rhetorisches Stilmittel, denn schon ist sie über dem Abgrund unterwegs. Fotos werden geschossen, ehe Lydia ebenso vorgeht. Aha, ich staune. Mir soll es recht sein

Wir klettern weiter und der Steig ist doch länger als erwartet. Aber das habe ich schon weiter oben geschrieben. Allzu endlos können 385 Höhenmeter jedoch nicht sein und so sitzen wir bald nach ein paar Gipfelfotos oben und genießen unsere Jause. Der Ausblick auf den Mondsee ist eine Freude. Ein paar Fotos schießen wir noch beim Drachenloch. Schwindel ist den beiden Damen fremd. Ich bin nicht ganz so sicher, ob ich da ebenso entspannt auf dieser ausgesetzten Felsbrücke gestanden wäre. Die Fotos gelingen jedenfalls.

Dann kommt noch der Abstieg, vor dem am Internet so eindringlich gewarnt wird. Heute ist es trocken und wir vermögen die Gefahr nicht zu erkennen. Nach dem Gegenanstieg werden die Schilder eindringlicher. In allen Varianten wird gewarnt, wie verheerend ein Sturz hier wäre. Aber es ist trocken und so sehen wir uns auch hier keiner sonderlichen Gefahr ausgesetzt. Dass es trocken ist, ist eigentlich paradox, denn der Wasserfall, der im Sommer ganz versiegt, ist dieser Tage sehr gut gefüllt.

Wir erreichen jedenfalls das Auto unbeschadet. Bei der Jüngsten in der Runde zittern die Oberschenkel gewaltig. Da muss eine Ladung Magnesium nachgefüllt werden. Bei der zweitjüngsten Teilnehmerin schnalzt 50 Meter vor dem Auto das Knie und so werden es noch anstrengende 50 Meter für Renate. Wir danken es wem auch immer, dass das nicht mitten im Steig passiert ist. Uppsi!

Alles andere war und ist fein. Mio hat den Tag bei einer Betreuerin am anderen Ufer des Sees verbracht. Obwohl auch andere Hunde zu Besuch da waren, war Mio wohl fad. Das vermute ich unbestätigt, denn wie so oft schweigt er dazu. Er freut sich jedenfalls, dass wir wieder da sind und wir freuen uns über einen spannenden und leicht unterschätzten, aber letztendlich souverän gemeisterten Klettersteig.

Wochenende Zürich

Wir besuchen Lydia in Zürich! Carina, Jasmin, Renate und ich starten ins Wochenende. Das Hotel Ameron ist es diesmal. es passt gut, da kann man herfahren. Jasmin verbringt das Wochenende mit unterschiedlichen Freunden, die sie in Kanada kennengelernt hat. Am Samstag gibt es einen Stadtbummel durch Zürich. Groß ist Zürich ja nicht, da reichen zwei Stunden.

Am Nachmittag wartet Thomas Maschine in seinem Büro. Er hat über mehrere Jahre hinweg eine Fitness-Maschine entwickelt und von Schweizer Maschinenbauern zusammenbauen lassen. Die Maschine stimuliert innerhalb von 30 Minuten deine Muskeln, ohne dass du ins Schwitzen kommst. Man strengt sich schon an, aber bekommt keine Schweißflecken und auch keinen Muskelkater. Software berechnet die optimale Belastung. Das Gerät ist so groß wie ein Kleinwagen und daher nicht unbedingt für den privaten Abnehmer gedacht. Stattdessen sollte es in Büros stehen und die Mitarbeiter fit machen. So der Plan! Mittlerweile kenne ich Thomas schon über 20 Jahre und bin sicher, dass er Abnehmer finden wird, selbst wenn meine 40 Jahre Fitnesscenter-Erfahrung mich ein bisserl zweifeln lassen. Man sieht Thomas jedenfalls an, dass ihm die endlosen Selbstversuche gut tun, und das ist gut so.

Am Abend sind wir bei Thomas und seiner Familie zum Abendessen, pardon Nachtessen, eingeladen. Carina kommt mit und auch Darek stößt dazu. Ein gelungener Abend ist das! Am Sonntag regnet es, wie so oft um diese Jahreszeit, in Zürich. Ein paar Maroni am See und heim geht es wieder.

Hawaii – Sommer 2023


Zu den Fotos


Der Urlaub wird spannend werden. Da steht so einiges am Programm. Jasmin hat ein Jahr in Kanada verbracht. Lydia hat sie am 30. Juni in Vancouver abgeholt und ist vierzehn Tage mit ihr durch Kanada. Die beiden werden am selben Abend wie wir auf Maui landen. Am 15. Juli starten auch Carina, Renate und ich von Wien aus. So treffen Carina und ich Jasmin wieder erstmals nach einem Jahr. Renate und Jasmin lernen sich überhaupt am anderen Ende der Welt kennen.

Maui

Der Flug ist recht erträglich, auch wenn Austrian bei der Zuteilung der Sitzplätze patzt. Wir haben für fußfreie Plätze bezahlt, sitzen aber trotzdem mitten drinnen. Aber das geht erstaunlich gut. Auch ist Westen als Flugrichtung von der Belastung durch die Zeitverschiebung angenehmer als ein Flug Richtung Osten. Der Tag dehnt sich einfach nur sehr. So sitzen Renate und ich also etwas müde am späten Abend am Flughafen Kahului auf Maui und schauen aufs Handy. Nichts tut sich am kleinen Flughafen. Die Rolltreppe, die Jasmin eigentlich runterkommen sollte, steht still. Und plötzlich spricht uns da eine junge Dame an. Sie lacht, wir schauen verdutzt. Ja, das ist sie ja, unsere Jasmin. Ein freudiges Wiedersehen und erstes, persönliches Kennenlernen am Ende eines langen Tages am anderen Ende der Welt. So kann Familie sein!

Wir holen unser riesiges Auto bei Sixt ab, rollen noch ins AC Hotel by Marriott in Wailea und holen mal Schlaf nach. Das Frühstück bietet Avocado-Toasts, der Urlaub ist wohl gerettet. Das Hotel liegt nicht am Strand. In Hawaii sind die Preise auf einem anderen Level. Da sind Schweiz und Norwegen günstig und so reicht unser selbst gegebenes Budget eben nur für die zweite Reihe. Aber auch hier lässt es sich leben.

In Wailea ist alles sehr gepflegt. Der Golfplatz ist gediegen und kaum bespielt. Im kleinen Einkaufszentrum reihen sich die Stores von Louis Vuitton, Prada, etc., aneinander.

Am ersten Tag fahren wir die Küste im Norden entlang, bestaunen Blow Holes und schwimmen in natürlichen Pools am Meer. Den Abend lassen wir in Lahaina ausklingen. Unter dem Baum, der nach den verheerenden Bränden traurige Berühmtheit erlangen wird, essen wir ein Eis nicht ahnend, dass die kleine Stadt nur noch ein paar Wochen hat.

Am nächsten Tag geht es auf den Haleakalā, den höchsten Berg auf Maui. Wir wollen den Sonnenaufgang sehen. Lydia hat reserviert und gebucht. Auch die Natur ist auf Hawaii eben gut organisiert. Wir starten gegen vier Uhr und schrauben uns in endlosen Serpentinen in eine Höhe von 3.055 Meter. Oben ist es kalt, starker Wind weht und wir sind fast die letzten, die noch rechtzeitig zum Sonnenaufgang eintreffen. Der Sonnenaufgang ist schön, aber irgendwie auch nur ein Sonnenaufgang im Beisein vieler anderer Touristen. Wir frieren. Carina kämpft mit der Zeitverschiebung, ihr Magen rebelliert. Da tun die endlosen Kurven auch nicht gut. Aber sie ist tapfer und schafft alle Kurven wieder runter. Erst am Heimweg eskaliert die Situation dann richtig. Renate lenkt das Auto in der linken Fahrspur und Carina sitzt am Beifahrersitz.

Carina: „Schnell, fahr rechts ran!“.
Renate: „Das geht nicht, der lässt mich nicht rüber!“
Carina reißt das Fenster auf und wirft dem ungewöhnlich sturen Ami ihr Frühstück mit einem „Nimm‘ das!“ entgegen. Der wird wohl seine Lektion gelernt haben, dass man spurwechselwillige Europäer nicht behindern sollte!

Und weil Kurven so lustig sind, geben wir uns am nächsten Tag noch die Road to Hana. Das ist angeblich eine der schönsten Straßen der Welt. Sie führt ins Nirgendwo zu seltsamen Menschen, die irgendwann wohl zum Surfen hierhergekommen und hängengeblieben sind. Nun nerven sie sich über die endlosen Kolonnen an Touristen. Am Ende der Straße gibt es nicht viel. Ein Food Truck hat sich und seine Zelte aufgestellt. Die Familie grillt und verkauft ihre Chicken und Ribs. Bargeldloses Zahlen geht nicht, Cash haben wir nicht. Aufgeregt und amüsiert werden unsere Euros akzeptiert. Nein, solche Scheine haben sie noch nicht gesehen. Google hilft bei der Umrechnung, denn Mom weiß den Umrechnungskurs, aber die Tochter multipliziert den Dollarbetrag mit 1,12 statt ihn zu dividieren. Das wäre bei den Mondpreisen auch egal, aber Ordnung muss sein.

Am Rückweg halten wir noch in Hoʻokipa am Wellenreiter- und Surferstrand. Robby Naish ist nicht da. Vielleicht liegt es an den fehlenden Wellen. Als ich das letzte Mal vor 30 Jahren hier waren, gab es riesige Wellen, aber heute ist Family Day und so dürfen die Kleinen auch mal raus aufs Wasser. Die Hauptattraktion sind diesmal die Schildkröten, die sich hier in der Sonne den Panzer wärmen.

Hawaii – The Big Island

Unser nächster Stopp ist The Big Island. Wir landen in Kona und bekommen ein noch größeres Auto. Der GMC Yukon Denali bietet drei Sitzreihen und einen riesigen Kofferraum. Auch wenn es ungewohnt ist, man fühlt sich sehr unverletzbar in diesem rollenden Panzer. Möge sich uns niemand in den Weg stellen! Renate wirkt etwas verloren am riesigen Fahrersitz, steuert aber souverän. Wir sind in Kona in einem Strandhaus untergebracht. Das ist recht edel und man schläft so gut bei den Wellen.

Hilo steht am Programm. Das war schon 1995(?) weit hinten und hat sich in den letzten Jahrzehnten nicht recht weiter entwickelt. Wir lunchen, besuchen zwei Wasserfälle, die nur gegen Gebühr aus großer Distanz bestaunt werden dürfen und spazieren noch ein bisserl entlang der wilden Küste. Letzteres ist wohl das Highlight. Carina und ich haben Boogie Boards mit. Die tragen wir aber nur spazieren. Wir wollen beide nicht an die Felswände geklatscht werden. So reicht uns das Betrachten der wilden Szenerie.

Am nächsten Tag wollen wir auf den Mauna Kea. Der ist mit 4.205 Meter richtig hoch. Leider aber auch zu hoch für unseren Kleinlaster. Man braucht unbedingt Allrad und einen halb vollen Tank. Darüber wacht ein Ranger und der ist ebenso freundlich wie unerbittlich. Auf 3.000 Meter ist beim Besucherzentrum Schluss. Lydia und Jasmin kommen am letzten Tag mit einem geliehenen Allrad zurück und „erledigen“ damit den höchsten Berg der Erde. Dazu muss man den Teil des Berges unter der Meeresoberfläche einbeziehen. Denn dann ist der Berg gewaltige 10.203 Meter hoch.

Beim Baden im Meer touchiere ich nicht nur zuhauf Lava-Felsen, sondern kicke auch wieder einen Seeigel. Der lässt seine Stacheln in meinem Fuß, der sich umgehende schick blau um die abgebrochen Stacheln färbt. Aber mein Körper ist das fast gewöhnt und beginnt am zweiten Tag mit der Verwertung der zugeführten Mineralien. Da schaust aber!

Kauai

Auf Kauai beziehen wir wieder ein Haus in Strandnähe. An das Getöse der Wellen kann man sich gewöhnen. Ich schlafe so tief wie selten.

Ein erster Erkundungsspaziergang führt den Strand entlang. Neben vielen Badegästen liegt auch eine Robbe da. Bei solchen gewaltigen Naturphänomenen stellt sich in den USA gleich mal ein Freiwilliger ab. Der bezieht Posten und hält ahnungslose Zivilisten davon ab, das Tier zu kuscheln oder es gar zu grillen. Ähnliches sehen wir noch bei einem Nachtspaziergang, Eine Freiwillige hat sich mit ausreichend Tee und Wasser („Stay hydrated!“) sowie Campingstuhl und Rotlichtlampe für die Nacht eingerichtet. Sie wird die Schildkröten bewachen und ihnen regelmäßig in die Augen leuchten. Ich überlege, ob die gute Frau früher Krankenschwester war und Menschen mit Gefahr auf Hirnblutung überwacht hat. Aber ich weiß ja nicht einmal, ob Meeresschildkröten einen entsprechenden Pupillenreflex zeigen. Ich habe Fragen. Anderseits ist ihr Dasein mehr als berechtigt. Denn immerhin war ich es, der bei der Annäherung an die Frau und Turtles im schwachen Mondlicht von Stein zu Stein hüpfen wollte. Ein schriller Schrei aus der Finsternis hat mich davon abgehalten, einer Schildkröte ins Kreuz zu springen. Uff, gerade noch gutgegangen.

Kauai ist auch diesmal meine Lieblingsinsel. Sie heißt nicht umsonst „The Garden Isle“. An Polihale kann ich mich erinnern. Aber auch hier ist vieles anders. Die Straße ist zwar noch immer nicht geteert, aber Menschen sind hier. Noch immer nicht viele, aber eben nicht mehr menschenleer. Der schöne Strand zwischen Militärbasis und den steilen Felsen der Napali-Küste ist an diesem Tag so heiß, dass auch ich ihn nicht ohne Schuhe zu begehen vermag. Dafür sind die Wellen so harmlos, dass man schwimmen kann. Wir bleiben nicht lange. Die Mädels würden wohl noch den Tag draußen verbringen und auf den kühleren Teil des Tages hier am Ende der Welt warten.

Lydia hat dankenswerterweise auch Plätze für den Ha’ena Beach Park gebucht. Dort startet der 11 Meilen lange Kalalau Trail, dessen Anfang wir wandern wollen. Wir erreichen den
Hanakāpī‘Ai Strand, der selbst schon beeindruckend ist und wandern weiter zum gleichnamigen Wasserfall. Das ist alles in allem recht weit, aber auf jedem Fall lohnend. Das Bad unter dem von weit oben in die Tiefe stürzenden Wasser ist schon was. Ja, das macht Spaß. Der Weg zurück ist dann den einen doch schon ein bisserl lang, während es Renate ein bisserl Auslauf beschert. Am Abend dann noch ein Abstecher zur berühmten Buch von Hanalei. Alles gut!

Ein wilder Tag steht noch an. Während sich die Mädels in einem Motorboot entlang der Napali Coast von Wellen weichklopfen lassen, geben sich Renate und ich 22 Kilometer Trail weit oberhalb der Napali Coast. Die Mädels berichten von Schnorcheln, beeindruckenden Höhlenfahrten und freundlichen Delfinen. Wir gönnen uns zuerst den Awa’awapuhi Trail und danach noch den Nu’alolo Trail. Renate lässt sich nicht abschütteln. Die Ausblicke und die Kulisse entlang dieser Küste kann man ruhigen Gewissens als atemberaubend und „awesome“ bezeichnen. Wenige Amis gehen so weit und so gehört uns das Naturschauspiel fast alleine. Dazu muss man halt die Hubschrauber, die kühn zwischen den Klippen ihre Flugmanöver absolvieren, als Teil der Natur sehen. Egal, müde sind wir am Abend jedenfalls beide.

Oahu

Der letzte Stopp ist auf Oahu. Oahu ist die größte Insel, die Autobahn hat viele Spuren, Hochhäuser prägen das Strandbild in Honolulu. Bei unserem Start verstehe ich das Navi nicht und wir stürmen Pearl Habour. Der nette junge Mann mit Maschinengewehr nimmt mir den Ausweis ab und gibt ihn erst wieder zurück, sobald sicher ist, dass ich mit unserem Leihauto nicht mehr in sein Revier zurück kann. Er will wohl ausschließen, dass ich mich kamikazeartig auf eine Fregatte oder zumindest Frikadelle oder so stürze. Mir soll es recht sein.

Wir haben uns im Turtle Bay Resort einquartiert und sind alles in allem autofaul geworden. So bleiben wir im Ressort. Die Preise haben hier ein Niveau erreicht, dass es gar nicht mehr leicht zu packen ist. Einen Salat gibt es ab 25 USD, Steak und Fisch dann ab 60 USD, gerne aber auch ab 100 USD. Wer das Besondere liebt, kann auch 155 USD für eine Fischsuppe oder 160 USD für ein ausgewähltes Steak spendieren. Das Restaurant wird als elegant beworben. Beim ersten Mal ziehe ich gar eine lange Hose an und fühle mich unsicher, weil ich kein Hemd mithabe. Tja, und dann sitze ich als einziger in langer Hose da. Ein langärmliges Hemd gilt hier wohl als schrullige Tracht der Italiener. Die engstehenden Tische sind mit Bermuda- und Baseballkappenträger besetzt. Die Kellner haben sicherlich auch irgendeinen Beruf gelernt.

Wir sind im fünften Stock und blicken auf die Turtle Bay – das passt. Der Mond ist fast voll und strahlt den weißen Strand an. Wir spazieren weit am späten Abend vom Hotel weg. Keine dekadenten Amis weit und breit, keine Volunteers, die Tiere beschützen, die wahrscheinlich besser ohne sie auskommen würden. Da zeigt sich Hawaii zum Abschied in der Keiki Bay nochmals von seiner schönsten Seite. So soll es sein und so soll es in Erinnerung bleiben.

Resümee

Vor mehr als 25 Jahren war ich schon einmal auf diesen vier Inseln. Mir hat es auch diesmal wieder gut gefallen. Viel ist noch stärker kommerzialisiert. Häufig trifft man auf eine Kultur, die uns doch sehr fremd ist. Kulinarisch ist Hawaii Ödland. Entweder man ernährt sich an Food Trucks oder man speist in teuren Restaurants, die gut aber bar fast jeder Esskultur sind.

Wer sucht, findet nach wie vor unberührte, atemraubende Natur. Ein drittes Mal Hawaii wird knapp werden. Ich denke, es gibt noch ganz viel auf diesem Planeten zu sehen.

Lydias Graduation

Gratulation, liebe Lydia!

Mit Carina fliege ich nach Zürich, um am Samstag, den 1. April, an zwei Feiern teilzunehmen. Am Vormittag werden die Absolventen des Lehrgangs Master in Banking and Finance gefeiert. Die Stimmung ist ausgelassen, die Freude groß. In den Ansprachen ist von Schnelllebigkeit, immer schneller werdendem Wandel und großen Herausforderungen die Rede. Das war es vor 30 Jahren auch. So sitze ich da und werde ein bisserl nachdenklich. Die Absolventen strahlen zu recht. Längst keine Kinder mehr. Die neuen Leistungsträger und Entscheider sitzen da, in den Kinderschuhen ihrer Karriere. Jeder und jede Einzelne sicherlich leistungsfähiger, belastbarer und schneller als ich. Eltern sind gekommen und gar noch ein paar Großeltern. Schon bei mir als Elter ist es allzu offenkundig, dass ich den übermütigen Jungen nur noch ein bisserl mit Erfahrung, Weitsicht und Gelassenheit entgegenhalten könnte. Aber was soll das ausrichten gegen diese unbändige Energie gepaart mit einem analytischen Verstand, der sie nun als Absolventen des angesehensten Lehrgangs an der Universität St. Gallen hier sitzen lässt?

30 Jahre ist es her, dass ich selbst vorne gesessen bin. Einerseits ist das eine Ewigkeit, in der liebe Menschen gekommen und gegangen sind. Selbst habe ich mein Berufsleben in der Zeit gelebt, vor sieben Jahren abgeschlossen und das sogar recht erfolgreich. Anderseits kommt es mir vor, als wäre meine Feier letzte Woche gewesen. Man hat uns erinnert, neugierig und interessiert zu bleiben. Zuversicht und Mut hat der immer schnellere Wandel schon damals von den Absolventen verlangt. Ach ja, und der Uni und der Wissenschaft mögen wir verbunden bleiben. Die Banker haben gestern noch die Mahnung mitbekommen, stets ethisch zu handeln. Das hätte den Informatikern auch nicht geschadet. Es war wohl nur vergessen, damals.

Und so spaziere ich nun hinter Lydia im Anzug und in anständigen Schuhen durch St. Gallen Richtung Messehalle zur großen Feier. Der Anzug ist mir nicht mehr zuwider wie einst. Nun schützt er mich ein bisserl wie die Schildkröte ihr Panzer, verleiht mir Seniorität und macht mich ein bisserl resistenter gegen das Andrängen der Jungen. Tut sich ja doch etwas in den Jahrzehnten. Nur die Schuhe passen nicht! Die komfortable Dämpfung fehlt. Sieht ja keiner, wie ich hinterher stakse! Mann oh, wie die Zeit vergeht!

Macht nichts, ich bin stolz! Und ich habe gar nichts gegen den Wechsel. Mögen andere übernehmen und sich probieren! In unser aller Interesse wünsche ich dabei viel, ganz viel Erfolg! Wir als Gesellschaft und unser Planet werden viele Erfolge brauchen. Sie werden sich einstellen, ich bin zuversichtlich.

Toll gemacht, Lydia! Und nein, dein Studium mit solch einem Abschluss hätte ich auch bei aller Anstrengung nicht geschafft. Das muss dir erst einmal einer nachhüpfen.

Viel Erfolg und Freude! Mögen deine und eure Ziele erreicht werden!

Paris

Carina wünscht sich ein Wochenende in Paris zum Geburtstag. Eine Freundin darf auch mit. So mache ich mich mit Lydia, Jasmin, Carina und Ilina auf den Weg. Die Blicke, die ich mir als mutmaßlicher Mädchenhändler in solchen Situationen beim Check-In einfange, erspare ich mir diesmal. Es ist mein erstes Mal Airbnb. Da gibt es keine Rezeption, der junge Mann hat andere Sorgen und Interessen.

Ein weiteres erstes Mal habe ich. Auch Uber steht am Programm. Das klappt super. Als Dino aus einem anderen Jahrhundert interessiere ich mich für Fragen nach dem Vertragspartner und Rechnung. Ui, ui – das sieht nach Ärger aus. Auf der Rechnung steht nur salopp Uber. Damit genügt die Rechnung sicher nicht den Anforderungen. Und so funktioniert ein modernes Unternehmen mit Milliardenumsatz – ich staune. Ähnlich meine Gedanken zu Airbnb. Aber hier ende ich lieber in meinem Ausführungen. Da hatte ich als Geschäftsführer jedenfalls wegen deutlich nichtigeren Themen ein Thema.

Die Mansardenwohnung in der Nähe des Place de la République am Boulevard Saint-Martin ist extravagant und schön. Wir haben ausreichend Platz und keinen Grund zur Klage. An Airbnb muss ich mich noch gewöhnen. Aber das ist eine andere Geschichte – siehe oben.

Wir haben Wetterglück und erledigen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Entspanntes Frühstücken und Spazieren stehen am Programm. Der Eifelturm bei Nacht muss auch sein. Wie ich mich freue, dass teils noch Metro-Wagen fahren, die schon 1983 unterwegs waren, als ich mit Oskar durch Europa getrampt bin! Auch wenn Masken, Uber und Airbnb neu sind, so haben die alten Waggons noch Bestand.

Das Abflugsterminal 2G am Flughafen Charles de Gaulle erinnert ein bisserl von der Größe her an einen Flughafen auf einem der kleinen Inseln des kanarischen Archipels. Das erstaunt sogar den moderenen Uber-Fahrer.

Gelungene Tage mit meinen vier jungen Begleiterinnen. Fein war’s!