Urlaub: Kolfuschg

In den Semesterferien urlauben wir in Südtirol. Die Anreise ist ein bisserl lang, aber dafür warten ein tolles Quartier, feine Pisten und tadelloses Wetter. Mit dabei sind Carina, Jasmin, Lydia, Beene und ich. Im Herbst, als im Süden über ein Meter Neuschnee gefallen war, hatte ich mir überlegt, dass wir nach Südtirol fahren könnten. Guter Gedanke, aber leider ist nicht viel Schnee nachgekommen.

So müssen wir uns mit Kunstschnee begnügen, denn rundherum lacht eher das Wanderherz. Im Mittagstal, der klassischen Variante in der Sella, liegt keine durchgängige Schneedecke. Eine Befahrung ist undenkbar. So bleiben uns die Pisten und die sind fein. Vielleicht waren die Skier früher schlechter oder vielleicht gelingt mittlerweile besserer Kunstschnee. Alpinfahren ist jedenfalls wieder ein Genuss. Mir macht es Spaß. Es warten endlos Pistenkilometer. In die Liftinfrastruktur wurde viel Geld investiert. Vorbei sind die Zeiten endlosen Anstehens und langsamer Lifte. Selbst auf die Marmolata rauscht in drei Etappen eine moderne Gondel. Die Sessellifte auf der kalten Nordseite der Marmolata wurden wohl nach dem schneereichen Winter 2013/14 mit seinen Lawinen abgebaut. Einen einzigen Sessellift mit Nostalgiecharakter haben wir am Weg von Arabba zur Marmolata gefunden – siehe Foto!

Die Unterkunft in Kolfuschg, das Lüch de Costa, können wir dringend empfehlen. Das Haus bietet toll eingerichtete Ferienwohnungen mit grandiosem Ausblick und einem großen, ruhigen Spa-Bereich. Das Frühstück ist klein, aber fein und das Auto verschwindet per Aufzug in der Tiefgarage. Sachen gibt’s!

Abgerundet wird das alles durch italienisches Essen auf den Hütten und am Abend. Da kann man sich es gutgehen lassen!

Alpin-Ski und 41. Skitour: Leogang

In diesen verrückten Zeiten ist ein Nebenwohnsitz von großem Nutzen! Warum haben wir nur das Haus in Mitterfelden verkauft? Egal, wir finden eine Lösung. Die drohende Option „Locked down in Breitenfurt Ostende“ macht erfinderisch, und wir machen uns auf den Weg nach Leogang.

Lydia ist auch dabei und so rauscht die vollbepackte Q Richtung Westen. Wir wagen das deutsche Eck, auch wenn wir nicht wissen, welche Belege wir für unseren Ausbruch aus dem Lock-down brauchen. Zum Glück überholt uns ein Fahrzeug mit rumänischem Kennzeichen vor der Grenze. Nach so etwas sind wir für die reaktivierten Grenzbeamten am kleinen deutschen Eck zum Glück uninteressant. Wir dürfen anstandslos passieren.

Gernot und Renate sind am Vortag angereist. So ist das Haus schon vorgewärmt und im Handumdrehen auch rappelvoll – die verordneten Babyelefanten sorgen für Ordnung. Die Zimmer sind verteilt. Schön haben sie es hier und wir. Hier werden Gernot und Renate also die nächsten Monate verbringen – beneidenswert.

Wir haben Wetterglück. Das Skigebiet in Leogang ist klein aber fein. Saalbach-Hinterglemm hat wegen der unklaren Auflagen geschlossen. So rauschen wir mit ein paar Einheimischen und Zweitwohnsitzlern über die Pisten. Der Tag in Kitzbühel ist ähnlich. Die Zweitwohnsitzler kommen aber den KFZ-Kennzeichen folgend aus Großbritannien, den Niederlanden oder der Ukraine.

Eine Skitour in Leogang ist auch dabei. Ich steige mit Lydia zur Mittelstation der Steinbbergbahn auf. Gilt das als Skitour? Zumindest tun das hier viele. Der Aufstieg erfolgt über die Piste. Im neuen Jahr steigen Gernot, Renate, Sabine und Lydia durch den Wald auf. Die Abfahrt ist wegen Schneemangels jedenfalls nur über die Piste möglich.

Ein weiteres Highlight ist die Abfahrt von Gernot, Sabine, Lydia und Jasmin nach Viehhofen, von wo sie mit der Q abgeholt werden wollen. Das ist eine halbe Stunde Fahrzeit von Leogang entfernt. Ich habe schon Sorge, dass ich vier Eiszapfen einsammeln werde, zumal kein Gasthaus, keine Schihütte und keine Liftstation wärmenden Unterschlupf bieten darf. Lieber wird erfroren, als Ischgl 2.0 zu drehen. Die Verhältnismäßigkeit der Mittel ist längst verlorengegangen. Wie auch immer, zu meiner Überraschung bin ich es, der noch eine Spanisch-Lektion einschieben kann, ehe ich am oberen Ende einer kaum schneebedeckten Wiese vier Skifahrer schon im schwachen Tageslicht erspähe. Etwas verschwitzt berichtet man von einigen Unwegsamkeiten und zumindest einem lohnenswerten Tiefschneehang. Passt – nicht nur Jasmin wird sich lange an die Abfahrt erinnern.

Silvester ist auch ein gelungener Abend. Und das liegt nicht nur daran, dass die Destillerie in der Nachbarschaft ein Click & Collect eingerichtet hat. So tanzen wir auf der leicht schneebedeckten Terrasse ins neue Jahr, ehe es am 2. Jänner wieder zurückgeht!

Hochtour: Hochschober (3.240m)

Nach ein paar Tagen Weißensee sind Ulli, die Mädels und ich weiter nach Kals am Großglockner ins edle Gradonna Mountain Resort gezogen. Lydia ist schon an den Weißensee nachgekommen, Gernot kommt nach Kals. Die Wetterlage ist leider labil. D.h., wir wechseln oft zwischen Hochschober und der Kendlspitze als Alternative. Erst in der Früh fällt die Entscheidung zugunsten des Hochschobers.

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