Skiurlaub: Obertauern

Uh, da haben wir wohl die letzten Zimmer ergattert. Und das in Obertauern! Das ist gut, weil in den Alpen liegt so gut wie kein Schnee. Da sollten wir doch in Obertauern auf der sicheren Seite sein. Nach einer kurzen Silvesternacht holen Beene, Carina und ich Sabines Sohn, Basti in Graz ab. In Obertauern angekommen staunen wir über den Schneemangel nicht wenig. Aber zumindest liegt Schnee. In den anderen Gebieten sieht es noch trauriger bzw. grüner aus.

Wir belegen im Hotel Snowwhite zwei Einzelzimmer „Seppl“ und ein neu renoviertes Doppelzimmer „Brummbär“. Die Gastgeber sind herzlich und freundlich, das Essen gut. Überall stehen Zwerge herum. Ein bisserl viel Themenabend. Aber wir fühlen uns wohl und sind froh, überhaupt noch etwas gefunden zu haben.

Jeden zweiten Tag lacht die Sonne. Für Mitte Jänner ist es ungewöhnlich warm. Auf den Hütten können wir an den Sonnentagen auf der Terrasse sitzen. Das hat man wahrlich selten um diese Jahreszeit. Die Pisten sind sehr voll. Die Tagesgäste parken die Bundesstraße zu. Auch scheint es so, dass andere Wochengäste aus ihren schneearmen Urlaubszielen auf den Tauernpass flüchten. Viele Menschen und fast ausschließlich Kunstschnee führen zu rutschigen Eisplatten mit zusammengeschobenen Schneehaufen. Ins Gelände kann man nicht ausweichen. Das verstärkt das Gedränge auf den schmalen Pisten. An einem Tag bietet das nordseitige Zehnerkar gute, weil trockene Bedingungen. An einem anderen Tag firnt es gar auf, und der Schaidberg lädt zum Frühlingsfirn.

Die sechs Tage sind schnell vorüber. Am letzten Abend wollen Beene und ich noch auf den Urlaub anstoßen, aber der Bar im Schneewittchen-Hotel fehlt jeglicher Vibe. Ich erinnere mich an „Das Kohlmayr“. Jasmin und Carina hatten hier ihr Mittagessen, als sie vor Jahren im Skikurs waren. Das könnte Beene gefallen. Und das tut es auch im vollen Umfang. Ich denke, das nächste Mal sind wir in diesem Hause untergebracht.

So endet der Urlaub fein und an der Rezeption meint man, im Wetterbericht einen Meter Neuschnee in der kommenden Woche zu entdecken. Vergönnt sei es ihnen! Notwendig ist es jedenfalls.