Klettern: Akademikersteig

Noch ein fantastischer Tag in diesem kurzen Zeitraum. Obwohl so gut standen die Zeichen nicht!

Ich bin ganz sicher, dass Carina und Jasmin am Donnerstag Mathe-Schularbeit haben. Oh, Jasmin hat am Dienstag und Carina am Mittwoch und der Maler beginnt auch noch am Mittwoch mit dem Haus. Aber auf den Dienstag in der Sonne über dem Nebel möchte ich nicht verzichten. Sollte die Note schlechter als ein Gut sein, so geht das auf meine Kappe.

So wollen Gernot und ich zumindest früh starten, sodass ich noch am Dienstagnachmittag ein bisserl mit Carina lernen kann. Aber neun Autos verkeilen sich auf er Südautobahn. Gernot und ich wollen uns in Heiligenkreuz treffen. Aber Google verrechnet sich und so starten wir erst mit erheblicher Verspätung. Statt der Autobahn gibt es Landstraße. Gernot wird schlecht. Der Nebel entspannt auch nicht. Wird der Fels trocken sein?

Kein Auto parkt im Höllental. Wieder werden wir keinen Menschen treffen. Diesmal finden wir den Zustieg zum Akademikersteig beim ersten Versuch. Noch im steilen Zustieg ist Gernot übel. Der Arme, sieht nicht so gut aus.

Aber beim Einstieg schaut Gernot um die Ecke und ehe ich mich versehe, ist er weg. Die ersten beiden Seillängen klettert er ungesichert. Wieder denke ich mir: „Was für ein Fortschritt!“. In der dritten Seillänge gibt es erstmals 2+ und wir sichern. Immerhin habe ich das lange Seil mit. Im Nachstieg klappt alles bestens. Ich hingegen versteige mich im Vorstieg, verliere den Steig und sehe mich losem Gestein gegenüber. Absteigen muss ich auch wieder. Ein Felsbrocken ruckt, will talwärts, hält aber nochmals inne. Glück gehabt. Das wäre hässlich geworden.

Der Nebel wird immer dünner und bald sind wir über der Nebeldecke. Unter uns füllt Watte das Höllental. Man möchte sich reinfallen lassen, sollte man aber nicht. In der Sonne ist es herrlich warm, ohne heiß zu sein. Die Kletterei, oder eigentlich Kraxelei, ist wieder ein traumhafter Genuss. Oberhalb des Felsfensters komme ich in den Schutt. Das beschert Gernot einen Dauerbeschuss. Beim Steigbuch ist er sicher, aber um ihn herum pfeift es. Wie muss das am Wochenende sein!

Die letzte Seillänge am Grat steigt Gernot vor. Die Szenerie ist wirklich unbeschreiblich. Was für ein Glück wir doch haben!

Nach kurzer Rast geht es wieder über den Wachthüttelkamm runter in den Nebel, wo sich hoffentlich doch noch ein bisserl Zeit finde, um auch Carina zu zeigen, dass ich für Mathe da bin oder grundsätzlich da wäre.

Die Tour auf Garmin