Podersdorf am Neusiedlersee

Heute hat sich am Vormittag ein Baum im Wald der Länge nach auf unsere Route gelegt. Das ist erstens gefährlich und zweitens ein Indiz für Wind. So fahren Mio und ich lieber an den Neusiedler See, wo die Bäume den Wind gewöhnt sind und schießen ein paar Fotos. Die Anzahl der Kiter und Surfer ist beachtlich. Ob das ein Zeichen der Klimaerwärmung ist?

Mio erinnert sich, dass man in seiner Familie Enten apportiert hat, ehe man – ebenfalls klimabedingt – auf die Trüffelsuche umgestiegen ist. Der Neusiedler See bietet ausreichend Schlamm, sodass sich Mio wie sein Ururgroßvater gefühlt haben muss. Die Enten waren jedenfalls schneller als jeder Trüffel.

Bergrettung und Umgebung

Am Samstag sind wir ins Weichtalhaus eingeladen. Ich habe Jacken für die Bergrettung finanziert. Und wenn man schon mal in Gloggnitz ist, kann man auch die Umgebung erwandern.

Auf Facebook hat die Bergrettung Niederösterreich Wien gebeten, dass man sie nicht hängenlässt. Mit 2 Euro kann man einen Meter Seil finanzieren. Da habe ich im Frühjahr mal ein längeres Seil gesponsert. Die Folge war, dass die Dame einer Spendensammelorganisation geduldig den Sommer lang mich angerufen hat. Weil mich diese Organisation nicht vom Berg holen kann, habe ich bei der Bergrettung direkt angerufen und mich als ein williger Spender mit zu viel Geld vorgestellt. Prompt hat sich der Geschäftsführer, Lukas Turk, gemeldet und wir waren schnell einig: die Hardshell-Jacken für die Lehrwarte würden passen. Lukas meinte, dass sie sich über jede Jacke freuen. Ich meinte, dass ich – wenn schon denn schon – alle zahlen würde.

Kurz zum Beweggrund

Ein Blick in die Kindheit vielleicht? Schon seit meiner Kindheit bin ich in den Bergen. Der Vater hat die Wahrnehmung bestimmt: Alpenverein und Bergrettung sind edel. Institutionen abseits der Berge kamen hingegen fast durchgängig wesentlich schlechter weg.

Über die Jahre habe ich erkannt, dass es in der Stadt Berufsfeuerwehr und Berufsrettung gibt. Am Land sieht das anders aus, in den Bergen nochmals anders. Der Ausgang von Unternehmungen hängt im Leben immer vom Zufall ab. Gute Vorbereitung erhöhen die Chancen, aber zwingen lässt sich der allmächtige Zufall nicht. Statt Zufall kann man übrigens auch Schicksal oder der liebe Herrgott sagen.

Allermeist ist der Zufall gnädig und ignoriert Fehler. Jeder, der in die Berge geht, kennt das Gefühl bei Erkenntnis eines Fehlers oder Laune des Schicksals. Also, wenn der Stein knapp an dir vorbeisurrt und dich links stehen lässt. Na ja, und dann gibt es die seltenen Fälle, in denen man auf Hilfe angewiesen ist. Das ist mir bislang erspart geblieben. Aber das war eben Zufall – siehe oben.

Edel, wenn es Menschen gibt, die Energie und Freizeit investieren, um in solchen Situationen helfen zu wollen. Wenn ich schon selbst nicht einer von denen bin, so habe ich mir gedacht, dass ich zumindest finanziell unterstützen kann.

So kam es, dass wir ins Weichtalhaus eingeladen wurden. Anwärter für die Bergrettung müssen sich an diesem Samstag beweisen oder können sich versichern, dass sie den Aufgaben eines Bergretters gewachsen sind. Lukas empfängt uns und drückt Sabine und mir vor dem Klettergarten einen Helm in die Hand. Er möchte uns die Stationen der Eignungsprüfung zeigen. In Notwehr stellt sich Beene als Weinbergsteigerin vor. Aber da rauf? Da rauf müssen wir dann eh nicht. Der Helm schützt vor dem, was aus der Wand fallen könnte.

Vom Landesleiter, Matthias Cernusca, erfahre ich, dass mir die größte Einzelspende bislang gelungen ist. Zumindest verstehe ich das so. Vielleicht gilt der Superlativ nur für Privatpersonen. Ist ja auch nicht so wichtig. Man ist jedenfalls erfreut und auch ein bisserl erstaunt.

Fotos werden geschossen. Mio interessiert sich mehr für die Kollegin bei der Bergrettung als für ein gelungenes Foto. Strahlen halt die anderen umso mehr. Beim Mittagessen mit Lukas, Matthias und Klaus lernen wir die sympathischen Herren ein bisserl genauer kennen. Die Sonne scheint aufs Weichtalhaus, Geschichten der teils abenteuerlichen Sorte werden ausgetauscht, während im Hintergrund die Anwärter ihr Bestes geben, um in den erlauchten Kreis der Bergretter aufgenommen zu werden. Toller Tag!

Ich bin sicher, das Richtige getan zu haben und habe in keiner Sekunde einen Zweifel. Möge ich die Jacken künftig öfters sehen, aber weiterhin nie im Notfall!

Die Meldung der Bergrettung zu dieser Aktion gibt es hier.


Den Nachmittag nutzen wir für eine Wanderung von Gloggnitz zur Speckbacherhütte, wo es erwähnenswert gute Nachspeisen gibt.
Die Tour auf Garmin.


Sabines Auto bleibt in Gloggnitz und so wandern wir am nächsten Tag von Prigglitz zur Pottschacherhütte. Dort begrüßt uns Franz Eggl. Bis vor kurzem hat er die Neue Seehütte auf der Rax betrieben. Wir haben öfters geplaudert. Im Kurier war er als der berühmteste Hüttenwirt auf der Rax erwähnt. So wird er also nun von seinen Gästen begrüßt. Ganz so hat er sich noch nicht daran gewöhnt, aber das wird schon werden. Ich gebe mich als Sponsor zu erkennen. Als Bergretter hat er seit kurzem übrigens eine neue Jacke. Das passt dazu. Franz wundert sich offensichtlich. Er ist froh, dass sie kein Logo eines Sponsors trägt. Schließlich ist er ja kein „Formel 1“-Fahrer. Vielleicht hätte ich doch ein Foto von mir einnähen lassen sollen 😉
Unsere Runde auf Garmin

10 Kilometer

Garmin bietet drei verschiedene Trainer an, die dir dabei helfen sollen, deine Laufziele zu erreichen. Da der Lock-down die Hotels geschlossen und das Reisen fast verunmöglicht hat, probiere ich das aus. Greg McMillan wird mich als Laufcoach trainieren. Rund 600 km laufe ich seit Anfang 2021 und das Ergebnis ist, nun ja, ernüchternd.

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Kurzurlaub: St. Martin am Tennengebirge

Zwischenhochdruckeinfluss – was für ein feines Wort! Carina, Jasmin, Vicky und ich starten am Mittwoch Richtung St. Martin am Tennengebirge. Ein bisserl zeitversetzt startet Sabine in Graz. Es regnet – unentwegt. Aber es wird besser werden.

Bei der Ankunft am Martinerhof in St. Martin setzt etwas Ernüchterung ein. Das Essen passt nicht – okay, wir waren blöderweise ein paar Stunden zuvor beim Mecki, oder so. Ob die hier überhaupt Pferde haben? Und der Reitlehrer auf der Facebook-Seite! Da sind sich die Mädels einig, dass sie ihm etwas erklären werden. Am Ponyhof ist eh alles besser und überhaupt.

Das Appartement ist fein und das Frühstück liefert auch genug Kalorien. Die Sonne lacht und so geht es zur ersten Reitstunde. Der Reitlehrer ist ein 69-jähriger Franzose mit lustigem Akzent. Er war Offizier bei der französischen Kavallerie. Jean-Paul ist einer ganz nach meinem Geschmack. Er pfeift sich recht wenig. Nicht nur die Corona-Vorschriften ignoriert er. Freundlich schüttelt er die Hand.

Die Pferde machen einen guten Eindruck. Die erste Stunde ist voller neuer Aufgaben – zumindest für mich. Aber die echte Besonderheit ist Sabines erste Reitstunde. Nach ein paar Minuten lässt Jean-Paul sie von der Longe und meint bald darauf, dass sie ja wohl selbständig durch die Halle gehen kann. Den Slalom zwischen den Huterln sollte sie auch schaffen. Er selbst steckt sich eine Zigarette an und überlässt Sabine ihrem Schicksal. Um so weit zu kommen, muss man in jedem anderen Reitstall schon mal zwei Zehnerblöcke investieren.

Während Sabine und ich am Nachmittag eine Runde laufen, reiten die Mädels nochmals. Na ja, Springen findet Jean-Paul ohnedies viel besser. Die Mädels stimmen zu und so werden Hindernisse aufgebaut. Vicky ist gerade ein Mal mit Bajazzo ein bisserl gesprungen und wird eingeladen, die 100 cm zu probieren. Geht doch! Da schmeckt dann auch das Abendessen.

Am Freitag wandern Sabine und ich von St. Martin über die Buttermilchalm auf die Ostermaisspitz und über das Korein und die Karalm wieder zurück (Details auf garmin.com). Die Sonne lacht vom wolkenlosen Himmel – tadellos! Sabine hält tapfer durch – passt. Die Mädels verbringen die Zeit bei den Pferden und sind sichtlich zufrieden. Auch Sabine nimmt noch eine Reitstunde. Diesmal etwas angespannter, aber dafür mit freiem Traben – wieder ein Zehnerblock übersprungen.

Am Samstag machen die Mädels mit Jean-Paul einen Ausritt. Dabei stürzt Carinas Pferd in einer Kurve. Schürfwunden, blaue Flecken, ein verbeulter Helm und ein gerissener Sattelgurt sind die Folgen. Carina nimmt es wie ein Boss! Sabine und ich leihen E-Bikes. Für mich ist es das erste Mal, dass ich auf so einem Gefährt unterwegs bin. Daran muss ich mich gewöhnen. Man macht so schnell und so mühelos Höhenmeter. Wir treffen die Reiter beim Halmgut zum Mittagessen. Danach noch schnell in den Badeteich, ehe schon wieder geritten wird. Auch ich nehme ein paar Hindernisse. Ich komme drüber, aber sonderlich gut läuft es nicht. Aber es wird. Vicky stürzt immer wieder, aber das kümmert weder sie noch Jean-Paul. Sachen gibt’s.

Am Sonntagmorgen reisen wir wieder ab. Das Zwischenhoch und das verlängerte Wochenende sind aus – schade! Training und Vatertagspflichten warten. Wir rauschen in getrennte Richtungen heimwärts. Toll war’s, wir kommen wieder!