Bergsteigen: Zagelkar – Hochschwab – Trawiessattel

Selbe Prozedur wie in der Vorwoche! Mio kommt zur lieben Sonja an die Hohe Wand und ich düse nach Graz, wo wir am Abend noch ausreichend das Ende des Lock-downs genießen. Mit mehr als ausreichend Kalorien geht es bald in der Früh Richtung Hochschwab. Dies, um Neuland zu erforschen.

Der Bodenbauer hat Montag und Dienstag Ruhetag. Entsprechend wenig ist am riesigen Parkplatz los. Man kann nur erahnen, was da am Wochenende los sein muss.

Um kurz nach 8 Uhr starte ich zu meiner Tour. Der erste Teil ist gleich der Route durchs G’hackte. Man folgt dem Pfad durchs Trawiestal, bis der Steig im Aufstieg nach links abzweigt. Hier noch ein paar Meter am Trampelpfad, bis nach wenigen Metern auf etwa 1.500m Seehöhe ein blaues Z auf einem größeren Stein am Weg aufgemalt ist. Unscheinbar! Wer nicht sucht, übersieht es garantiert. Mir ist es noch nie aufgefallen. Auch der erste blaue Punkt der Markierung, die ins Zagelkar führt, ist schon zu erkennen.

Der Pfad ist wenig, sehr wenig begangen. Aber die blaue Markierung ist gut zu sehen. Mit entsprechender Vorbereitung, wo die Tour verläuft, und ein bisserl Umsicht habe ich sie kein einziges Mal verloren. Anfangs geht es mit wenig Höhengewinn wieder Richtung Westen, ehe die Route dann das Zagelkar recht direkt nach oben führt. Es ist weglos und geht immer steiler bergauf. Da gehe ich so wie wahrscheinlich die meisten anderen auch geradewegs nach oben und das ist anstrengend. Die Sonne brennt ins Kar, ein gelangweilter Steinbock wundert sich, ich kämpfe tapfer.

Nach geraumer Zeit ist die Kletterstelle erreicht. Gar ein Seil ist gespannt. Dieses ist nass und elastisch. Da kann man sich festhalten, aber auch ohne lässt sich die Stelle recht leicht bewältigen. Die SG I+ erscheinen mir gerechtfertigt. Unaufhaltsam steil geht es danach wieder weiter. Der Weg zum Zagelkogel ist von einem steilen Schneefeld versperrt. Ich müsste es umgehen, aber darauf habe ich nicht unbedingt Lust. Ich war schon zweimal am Zagelkogel und edr G’hacktkogel schaut mit seiner steilen Wand her. Also, dann G’hacktkogel. Der ist weglos und leicht zu besteigen. Im Nordwesten wartet der Hochschwab, im Südosten grinst der Zagelkogel. Ich mach‘ mal Pause.

Am Hochschwab treffe ich ein paar Wanderer, am Schiestlhaus bin ich dann der einzige Tagesgast. Ein paar Übernachtungsgäste haben sich eingefunden, aber sonst herrscht hier eher Stille. Man nimmt sich Zeit für die Zubereitung meiner Tortelloni und so verbringe ich eine recht lange Mittagspause hier. Soll so sein.

Nach Kuchen und Kaffee steige ich über den Graf-Meran-Steig ab. Ein paar Schneefelder verschaffen mir dabei Erleichterung. Vis-a-vis, auf der anderen Seite der Oberen Dullwitz, geht es den Trawiessattel hinauf. Die Schneefelder sind weich und mit festeren Bergschuhen sowie Stöcken absolut problemfrei zu gehen. Auf den Gegenanstieg bin ich vorbereitet. Wenn man weiß, was da kommt, dann kommt einem der Anstieg fast kurz vor. Härter für die, die nicht vorbereitet und schon müde sind!

Ab dem G’hacktbrunn und dem Vogauer Kreuz geht es die vertraute Strecke zurück zum Bodenbauer. Lange Wanderung, neue Strecke, cooler Tag!


Nun weiß ich auch, wo man mit Skiern abfahren kann, wenn man diese das G’hackte raufgeschleppt hat. Das Zagelkar muss im Winter bei entsprechenden Bedingungen ein tolles Erlebnis sein!

Tourdaten auf garmin.com