Renate macht ernst! Vier Tage später stehen wir schon wieder am Parkplatz beim Seiser Toni. Heute lacht die Sonne den ganzen Tag, den Zustieg finden wir wieder nicht direkt. Heute also mit Technikersteig – juchhu!
Den Kanzelsteig kennen wir bis zur Abzweigung Technikersteig schon. Beschrieben ist er hier beschrieben. Renate meistert alles souverän. Keine Zwischenfälle, die der Erwähnung wert sind. Das Wetter passt, es ist wunderbar sonnig, der Fels schön warm.
Nun zum Technikersteig. Man schaut vom Gegenhang auf den Steig und da wirkt ja alles steiler, als es ist. Fast kneift Renate, aber wir probieren es. Es geht los mit einer Stelle, die mit III- bewertet ist. Das sollte somit die schwierigste Seillänge sein. Aber uns beiden fällt sie nicht so schwer. Alle paar Meter findet sich ein Bohrhaken. Von unten höre ich gelegentlich ein „Spannen, bitte!“. Aber das kommt unaufgeregt daher. Renate scheint es gut zu gehen. Die weiteren Stellen in II+ erscheinen uns beiden schwieriger als der Einstieg. Nun, das ist eine Frage der Wahrnehmung bzw. wie man es gerade erwischt. Wir sind wahrlich keine Routenbeurteiler. Mit Genuss erreichen wir das Gipfelkreuz. Alles tadellos. Ich glaube, eine von uns beiden ist trotzdem froh, dass wir es geschafft haben. Als ich mir die Jacke anziehen will, stelle ich fest, dass ich diese wohl im Auto vergessen habe. Bei diesen Bedingungen ist das kein Problem, auch wenn es schon gegen Ende Oktober geht.
Die Hütte hat heute Ruhetag, so steigen wir wieder ab. Der Seiser Toni hat offen, obwohl er eigentlich auch Ruhetag hat. Sein junger Hund bringt eine Cuteness-Overload. Wegen des Essens werden wir das Gasthaus nicht als Fixpunkt aufnehmen. Aber der Wirt gibt sich Mühe, der Hund ist überzeugend, die Sonne lacht auf die Terrasse und der Technikersteig ist erledigt. Was braucht man mehr? Toller Tag!








