Fuchslochsteig

Der Fuchslochsteig kommt mir diesmal etwas alpiner vor. Schon der Einstieg erscheint mir recht ausgewaschen. Aber keine Sorge, Mio geht vor und wir schaffen es auch.

Der Zustieg ist im Herbst wahrlich ein Genuss. Einerseits ist es kühl und anderseits erwärmen sich die Stellen, die von der Sonne bestrahlt werden, angenehm. Früh starten muss man nicht. Wir sind um zehn Uhr vom Parkplatz los. Für uns hat das locker gereicht. Mio ist auch mit.

Kühn und kraftvoll steigt er nach dem Zustieg ins Abenteuer ein. Was das bedeutet? Unser Vierbeiner lässt von oben Steine rieseln, dass gar ein Helm angebracht wäre. Haben wir aber nicht. Komisches Geröll – so habe ich das gar nicht in Erinnerung. Man kann ein bisserl in den Fels ausweichen. Aber ich habe das anders in Erinnerung. Vielleicht, weil die anderen Male Schnee gelegen ist.

Die Schlüsselstelle ist vor allem für Mio eine Schlüsselstelle. Er geht sie scharf an und scheitert. Da dreht er um und ich fange ihn gerade noch zusammen. Er wäre da runtergesprungen und hätte es wahrscheinlich geschafft. Aber so gibt’s in weiterer Folge eine Helping Hand von Renate und oben ist er. Was heißt oben ist er? Weg ist er. Einmal noch ein beherzter Sprung und er hat auch die Schlüsselstelle für kleinere Vierbeiner genommen. Normalwüchsige Zweibeiner sollten mit ein bisserl Erfahrung kein Problem haben.

Oben am Plateau wird es dann vertraut frisch. Zwischen zwei Gamsherden gehen wir durch. Mio schaut sehr einschüchternd. Bewegt sich eine Gams nur aus der Ferne auf ihn zu, ist allerdings er eingeschüchtert. Also, keine Sorge, dass er einer Gams je näher als 50 Meter kommen wird.

Auf den letzten Metern zum Kriegerdenkmal auf der Heukuppe macht es der Nordwind richtig kalt. Mio taugt das. Ich staune darüber, wie viele Jacken in Renates kleinen Rucksack passen. Ich meine mich an vier Jacken zu erinnern. Alles recht, solange ich sie nicht tragen muss. Aber beeindruckt bin ich trotzdem.

Am Karl-Ludwig-Haus wird ausgiebig pausiert und konsumiert, ehe es den Karl-Kantner-Steig runtergeht. Diesen zu finden ist ein bisserl verwirrend, denn die Schilder zeigen in Richtungen, die ich so gar nicht glauben will. Ich gehe vor. Aber wann immer Mio und ich ein Stückerl abgestiegen sind, höre ich von hinten: „Mir wird ständig der Martinsteig eingespielt. Das könnte falsch sein.“. Ich habe keinen Plan und nur Erinnerungen. Eine der letzten Male waren wir falsch. Deswegen bin ich nicht so stur wie sonst und steige wieder auf. Aber was heißt „Mir wird der Martinsteig eingespielt.“ Hallo, Kommandozentrale Renate?

Egal, beim dritten Versuch sind wir richtig. Mit Hund ist der Steig immer eine Challenge. Oben fürchtet sich Mio diesmal sogar. Er bekommt sein Klettersteigset, in das ich mich mit dem Daumen einhänge, während die übrigen vier Finger den Stahl fest umklammern. Eines Hundes nicht würdig, aber sicher für beide!

Die Schlüsselstelle folgt dann unten bei den ersten Versicherungen im Aufstieg. Ich kann mich erinnern, dass wir das letzte Mal gezaubert haben. Aber diesmal wählt Mio die Magic Variante. Er pfeift da nicht rum, sondern springt die letzten ein, zwei Meter in die steile Landefläche. Mio – warst du das gerade? So kennen wir dich gar nicht.

Also, den Fuchslochsteig kann man mit Hund gehen, aber den Karl-Kantner-Steig muss man nicht mit Hund im Abstieg wählen.

Feiner Tag!

Die Tour auf Garmin