Singapur und Bali


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Singapur

Über Zürich fliegen wir nach Singapur. Wir, das sind Renate, Carina, Tilla und ich. Renate hat vor doch schon einiger Zeit ein Jahr in Singapur studiert und so statten wir diesem Stadtstaat einen Besuch ab. Der Flug ist erstaunlich erträglich. Selbst in der Economy Class kann ich ganz gut schlafen. Das Fliegen wird besser. Die Immigration ist ebenso professionell und kurzweilig. Da funktioniert alles.

Zwei Taxis werden uns zugeteilt, weil wir zu viert mit dem Gepäck nicht in eines passen. Renate hat die Hotels ausgesucht. Das ist mir überaus angenehm, weil mich die Hotelwahl schlicht nervt. Ehe sie mit Tilla ins Taxi hüpft, ruft sie mir noch zu: „Wir sehen uns im Fullerton Bay Hotel“. Gerne, mir soll es recht sein. Im Taxi prüfe ich die Buchung und wundere mich, dass hier steht „The Fullerton Hotel“. Ich frage den Taxler. Ja, es gibt das Fullerton Bay Hotel und „The Fullerton“. Um es kurz zu machen, wir sitzen zu viert im Fullerton Bay bei der Rezeption. Eine Buchung findet der gute Mann nicht. Das Bay ist das modernere Hotel und gefällt den Mädels sehr gut. Das Fullerton ist das ehemalige Postgebäude mit jeder Menge Historie. Die Rezeption findet unsere Buchung letztlich im Schwesterhotel und wir wandern ins gar nicht so weit entfernte Fullerton. Uppsi, kann man ja vertauschen!

Singapur ist eine feine Stadt. Auch die angekündigte Schwüle ist bei unserem Besuch bis auf einmal eigentlich erträglich. Selbst mir gelingt es, im Freien und ohne Schweißausbruch zu essen. Wir besichtigen die Gardens by the Sea, Chinatown, Little India, das arabische Viertel, natürlich das Raffles Hotel,…

Die Stadt ist wohl organisiert und sehr sicher. Der Besuch hier ist tiefenentspannt und macht Spaß. Alles hat seine Ordnung. Na ja, und dass man fürs bei Rot-über-die-Ampel-gehen gleich eingesperrt wird, bezweifle ich nun mal schwer. Der Taxler, der uns wieder zum Flughafen bringt, hält es mit den Regelungen nicht so streng. Wir sitzen zu viert im Taxi, und weil der Kofferraum für unser Gepäck zu klein ist, habe ich einen Koffer am Schoß. Alles ganz entspannt!

Bali

Spätabends kommen wir in Denpasar an. Die Einreise ist ähnlich unkompliziert wie in Singapur, und trotzdem erkennt man einen ziemlichen Unterschied. Indonesien lässt für den Zoll genauestens ausfüllen. Das passiert ganz modern am Handy. Ich verschweige die Einfuhr des Tablets und habe ein bisserl Stress. Aber am Zoll reicht das Hochhalten des Handys für die gefällige Prüfung. Der Zöllner hält sein Handy ebenfalls hoch. So halten alle ihr Handy hoch und die Zollkontrolle ist damit für alle erledigt. Wer will, kann sich auch noch auf ähnliche Art und Weise kontrollieren lassen, ob er die Umweltabgabe gezahlt hat. Wir haben gezahlt, aber verzichten auf das Winken mit dem Handy. Welcome to Bali!

Ubud

Suad, unser Fahrer, wartet schon auf uns. Er bringt uns nach Ubud. Google Maps meint, dass wir für die 36 Kilometer fast zwei Stunden brauchen werden. Da bin ich mal gespannt. Aber so ist es dann auch wirklich auf Bali. In einer endlosen Kolonne, flankiert links und rechts von hunderten Mopeds, zuckeln wir dahin. Im Dunklen ziehen Imbissbuden, eine an die andere gereiht, an uns vorbei. Endlich in Ubud angekommen, erkennen die Mädels, dass man hier vermutlich gut shoppen kann. Die Imbissbuden sind besseren Lokalen und jede Menge Läden bekannter Marken gewichen. Im Hotel werden wir überaus freundlich empfangen. Am Zimmer wartet ein Obstkorb. Begeistert schäle ich eine Schlangenfrucht, beiße kraftvoll in den vermeintlich weichen Kern und verabschiede mich von meinem Schneidezahn. Okay, mit ausgebrochenem Schneidezahn bin ich hier nicht der einzige. Das ist mir schon am Flughafen aufgefallen. Vielleicht macht es mich sogar sympathisch hier. Es sieht jedenfalls für meine Begleiterinnen ein bisserl irritierend aus. Aber was soll’s? Wir fallen müde in die Betten, vielleicht wächst er ja über Nacht nach.

In Ubud stehen Reisplantagen, Tempel und der Monkey Forest am Programm. Kurz, alles was so zu Bali gehört. Zu Bali gehört natürlich auch der Kaffee, dessen Bohnen von irgendwelchen katzenähnlichen Viecherln vorverdaut wurden. Aha, eine Delikatesse! Die erschließt sich mir nicht zu hundert Prozent. Oder, meinetwegen bzw. für meinen Kaffee braucht niemand den Katzenmist einsammeln.

Während unseres Aufenthalts erreicht uns die Nachricht, dass Österreich von Platz 1 der Liste mit der unfreundlichsten Bewohner durch Kuwait verdrängt wurde. Ich horche in mich hinein und muss gestehen, das mit der Unfreundlichkeit ist nicht so ganz an den Haaren herbeigezogen. Die Leute sind hier so uneingeschränkt freundlich, dass ich anfangs immer dachte: „Was will die von mir?“ oder „Macht sich der gar lustig?“. Schon nach kurzer Zeit akzeptiere ich, dass man hier eben freundlich ist, auch wenn ich mir das als Bewohner des nun zweitunfreundlichsten Landes der Welt nicht so recht vorstellen kann. Es ist halt so und es ist fein so.

Sanur

Nächster Stopp auf Bali ist das Bali Beach Hotel in Sanur. Es ist das einzige Hochhaus. Als erstes Hotel dieser Art wurde es in den 60ern errichtet und diente wohl als Mahnmal, was man hier nicht will. Nun wurde und wird es renoviert. Wow, der Blick von unserem Balkon ist ein Wahnsinn. Der Pool ist riesig, Renate kann ihre Bahnen ziehen. Das Hotel lässt mich aber auch schmunzeln. Alles ist schön und großzügig. Bei genauerem Hinsehen frage ich mich aber, ob das alles auf Temu oder Wish bestellt wurde. Und welchen Beruf hat der Elektriker gelernt? Die Lichtschalter zeigen erratisches Verhalten und der Kriechstrom lässt es im Zimmer auch ein bisserl hell sein, obwohl alles ausgeschaltet ist. Macht aber nichts, weil wir unter den ersten Gästen nach der Renovierung sind. Meine Prognose ist: lange wird das nicht halten. Aber diese Prognose behalte ich für mich, sonst erkennt man mich gleich als unfreundlichen Österreicher.

Renates Sache sind die offenen Gewässer nicht. Das scheint widersprüchlich zur Tatsache, dass sie so gerne schwimmt. Egal, so fahre ich mit Carina und Tilla alleine zum Schnorcheln. Zu dritt haben wir drei Angestellte auf unserem privaten Motorboot. Das Motorboot ist ein bisserl in die Jahre gekommen und gleicht nicht sonderlich dem Boot auf den Fotos, mit denen geworben wurde. Damit taugt es nicht ganz für die sozialen Medienauftritte der Mädels, aber es bringt uns gut zu den unterschiedlichen Spots. Wir tauchen mit Rochen und Schildkröten. Einmal winken uns gar Delfine zu. Mein Highlight ist das Drift Snorkeling. Bequemer geht nicht! Eine starke Strömung zieht dich über Kilometer entlang der Küste dahin. Man muss gerade die Taucherbrille ins Wasser halten.

Jimabaran

Letzter Stopp ist Jimabaran. Hier wird nochmals ausgiebig Strandleben genossen. Es ist eine teure Ecke auf Bali, für das uns gewöhnte Preisniveau aber überaus günstig. So leisten wir uns auch hier wie bei den anderen Stationen feinstes Essen und schlürfen aus Kokosnüssen zu für Bali unverschämten Preisen. Die Mädels braten, pardon tannen, in der prallen Sonne, um bei der baldigen Heimkehr auch ordentlich Respekt bei den Daheimgebliebenen einzufahren.

Ein ganz entspannter Urlaub geht zu Ende. Der Rückflug ist ein bisserl anstrengender. Warum, weiß ich nicht. Wenn eines Tages Fernreisen umweltverträglich werden, kann man dann so einen Ausflug auch ohne schlechtes Gewissen tätigen. Ich bin sicher, daran wird gearbeitet! Dann wird alles, aber wirklich alles gut!