Klettersteig: Haidsteig – Königschusswandsteig – Preinerwandsteig

Ulli hat eine stabile Nacht, die Schwiegereltern haben sich zum Besuch angesagt, und ich nutze die Chance für Auslauf. Gernot ist auch auf der Rax. Aber das erfahre ich erst am Nachmittag.

Die Intervalltrainings sind ebenso qualvoll wie effizient. Auch wenn ich jedesmal eine Ausrede erdenke und eine Verschiebung dieser mühsamen Einheiten erwäge, so sehr kommt mir diese Plagerei am Berg zugute. In 42 Minuten bin ich beim Einstieg und weitere 38 Minuten später beim Ausstieg des Haidsteigs. All das ohne sonderliche Hast.

Viele Wanderer und Klettersteiggeher sind unterwegs. Der Herbst scheint die Wandersaison zu sein. Am Steig werde ich zuvorkommend vorgelassen. Zwei Ostländer hole ich beim Ausstieg noch ein. Sie schnaufen schwer, ich werde sie heute noch einmal sehen. Zwei Steirer sind vor dem Short-Distance-Skyrunner aufs Plateau geflüchtet. Aber nach dem Abstieg über den Holzknechtsteig zum Königschusswandsteig sehe ich schon kommen. Die schauen auch nicht schlecht, als sie mich schon wieder im Steig sehen, während sie noch im mühsam Geröll stecken.

Na ja, am Königschusswandsteig ist dann aber „the magic gone!“. Uff, das hängt sich nach der Sprint-Session rein. Bin ja auch kein 25 mehr! So steige ich langsam und genieße. Das rede ich mir ein, die Konstitution lässt eh nicht viel mehr zu. Die Kohlenhydratespeicher scheinen leer zu sein.

An meiner Lieblingsstelle, der Höhle mit Felsfenster, schieße ich Fotos und bald ist auch der Steig vorbei. Ich taumle zum Preinerwandkreuz, womit die letzten Höhenmeter erledigt sind. Es folgt der Abstieg über den Preinerwandsteig.

Der Steig ist wieder einmal einer, der steiler als in meiner Erinnerung ist. Auch die Seile sind länger als in meiner Erinnerung. Dafür ist er weniger unangenehm als in meiner Erinnerung. Man sollte Wanderer und Bergsteiger nicht nach dem fragen, was einem auf einer geplanten Tour erwartet. Also, kann man schon. Dann darf die Begehung des befragten aber nicht länger als 24 Stunden her sein. Oder, zumindest sollte man mich nicht fragen.

Beim Abstieg bin ich extra aufmerksam. Hier ist irgendwo der arme Ungar abgestürzt und gefunden worden – siehe dazu den Bericht vom 25. September 2017. Ich überlege lange, wie und wo das passiert sein könnte. Einmal verliere ich trotz aller Aufmerksamkeit sogar den Steig. Da ist konsequentes Zurückgehen angesagt. Alles andere mag gut gehen, ist aber auch oft Ursache für Bergunfälle – unwegsames Gelände, immer steiler werdend,… Also, brav am Weg bleiben! Immer!

Ein paar Hundert Meter weiche ich schon von diesem Grundsatz ab. Ein Geröllfeld mit üppig Abstiegsspuren lädt zur Abfahrt. Arme Schuhe, aber mir spart es etwas. Ich erhole mich dabei und sobald ich wieder im Wald bin, laufe ich los. Das geht mittlerweile gut. Früher hätte ich am nächsten Tag auf der Rechnung Knie- und Bänderschmerzen und einen unerträglichen Muskelkater gehabt. Aber, das war mal!

Um 14 Uhr bin ich wieder daheim und wir gehen gemeinsam zum Griechen essen, wo ich mich leider gnadenlos überfresse. Daran muss ich noch arbeiten. Wird werden!

Details der Tour auf Garmin

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