Menorca

Für den Sommerurlaub haben wir uns Menorca ausgesucht. Carina will ans Meer, und damit sie nicht alleine ist, kommt in der ersten Woche Amelie und in der zweiten Woche Mia mit. Als Hotel haben wir uns das Hotel Villa Le Blanc in Sant Tomas ausgesucht. Nach der ersten Nacht gönnen wir uns ein Upgrade auf die Ocean Suite, und alles wird gut. Das Hotel bietet wirklich alles, was das Herz begehrt. Das Meer ist glasklar, Renate ist am besten Weg mit offenem Wasser Freundschaft zu schließen.

In der ersten Woche mieten wir ein Auto. Die Insel ist recht klein, die Anzahl der Sehenswürdigkeiten eher überschaubar. Am ersten Tag besuchen wir den höchsten Berg Monte Toro. 358 Meter über dem Meer – da nehmen wir das Auto. Ein Ausflug nach Punta Nati, wo es Überreste militärischer Einrichtungen am Meer zu sehen gibt, steht auch noch am Programm. Die Hitze beendet den Ausflug zu Mittag.

Am nächsten Tag machen wir mit Amelie und Carina einen Ausflug an den Cala del Pilar, einen abgelegenen Strand, der für seine rötlichen Felsen und den goldfarbenen Strand bekannt ist. Ein bis zwei Kilometer langer Wanderweg führt vom Parkplatz durch Pinienwälder ans Meer. Am Strand selbst gibt es keinerlei Infrastruktur und keinen Schatten. Entsprechend kurz bleiben wir.

Am dritten Tag sind wir wieder zu zweit unterwegs. Wir besuchen Binibeca Vell, das vermutlich bekannteste und fotogenste Städtchen Menorcas mit seinen weißen Häusern und ganz engen, labyrinthartig angelegten Gässchen. Wir sind überaus positiv überrascht. Zum Abschluss dann noch in die neue Hauptstadt Mahon. Auch recht nett, in einer kleinen winzigen Lebensmittelhalle gibt es Mittagessen, ehe es wieder zurück in den klimatisierten Bereich geht.

Am vierten Tag mit Leihauto sind wir wieder zu viert unterwegs, Es geht in die alte Hauptstadt, Ciutadella. Hier hat mir die Hitze schon alle Erinnerung aus dem Hirn gebrannt. Am alten Hafen haben wir uns im Schatten bei reichlich Mineralwasser gekühlt, daran kann ich mich noch gerade erinnern. Zum Glück schieße ich gelegentlich Fotos.

Die restlichen Tage verbringen wir im Hotel. Wir starten noch eine Versuch für einen Ausflug. Das Hotel liegt an einem Wanderweg entlang der Küste. Nur bei der Schwüle habe ich am Wandern gar keine Freude. Renate wäre noch weiter marschiert, aber ich vermag keinen Genuss zu erkennen.

Wieder im Flugzeug verabschiede ich mich schon auf der Startbahn von Menorca – vermutlich für immer. Renate musste sich gegen Ende des Urlaubs schon im Zweistundentakt von mir anhören, warum man hier um diese Jahreszeit auf Urlaub herfährt oder sich gar ein Haus hier kauft. Der Flieger beschleunigt und bricht den Start ab. Ui – das fühlt sich übel an – Flugzeug kaputt – Menorca hat uns wieder. Es ist schon spät am Abend. Wir könnten unser Schicksal in die Hände der Fluglinie legen oder selbst buchen. Um zwölf liegen wir in den Betten des Hotel Senator Port Mahón. Deutlich günstiger ist es hier ;-). Für einen Stadtspaziergang am nächsten Tag fehlt mir wieder temperaturbedingt der Nerv. Am Abend klappt der Heimflug nach Wien – uff!

Insel und Hotel waren wirklich schön. Das Klima ist aber ein bisserl sehr mühsam. Die Temperatur ist vergleichbar wie bei uns in Wien, aber die Luftfeuchtigkeit ist hoch. Wir hatten gefühlte Temperaturen zwischen 38° und 45°. Da ist auch der Aufenthalt im Schatten kein Genuss – zumindest für mich nicht. In der Früh haben wir die Terrassentüren geöffnet. Das hat den Spiegel und die Fliesen im Zimmer sofort beschlagen lassen. Wahrscheinlich ist diese Luftfeuchtigkeit gut für Haut und Haar. Den Pflanzen gefällt das Klima vielleicht auch, aber ich verfalle dabei. Wer es recherchiert, findet heraus, dass auf den Balearen solche Temperaturen und diese Luftfeuchtigkeit die vorherrschende Wetterlage bestimmen. In Griechenland ist es in der Ägäis auch heiß, aber der Meltemi, also der Wind aus dem Norden, lässt nicht nur das Surferherz höher schlagen sondern sorgt auch für eine erträglichere Hitze. Oder, auf den Kanaren sorgt der stete Nordostpassat speziell im Südwesten der Inseln für vorwiegend Wüstenklima.

Die Balearen im Hochsommer tue ich mir also nicht mehr an. So schön können Hotel und Meer gar nicht sein. Die junge Mitarbeiterin an der Rezeption hat es mit umwerfender Ehrlichkeit frei rausgesagt: „Wir empfehlen einen Besuch vor Ende Juni und ab Mitte September!“.