Schneeberg

Mio und ich starten am Parkplatz des Sesselliftes in Losenheim. Tourengeher kommen uns vergnügt und zufrieden entgegen. Ich staune, was haben denn die heute gemacht? Es ist kalt, der Boden hart, aber wenig Schnee. Keine Wolke trübt das Blau des Himmels, ein feiner Tag wartet, aber die sind schon fertig – hmm?

Die Bürklehütte ist bald erreicht, die beiden jungen Damen, die wir dort treffen, wollen Mio nichts von ihrer Jause abgeben. So hart kann das Leben sein. Wir machen weiter, trotzdem. Nach eineinhalb Stunden bin ich mitten im Nandlgrat. Nach 90 Minuten enden meine Touren am Hometrainer, aber hier ist noch lange kein Ende in Sicht. Die Grödel versehen gute Dienste, ohne sie wäre es kaum machbar. Mio ist immer voraus. Als ich dann auf allen Vieren weitermache, wundert er sich. Was ist denn heute mit seinem Zweibeiner los? Ja, der ist fertig. Beim Spar habe ich mir so eine Trinkmahlzeit mitgenommen. Über 2.000 Kalorien schütte ich mir fast in einem Zug rein, das hilft – ein bisserl.

Und irgendwann sind wir dann doch am Plateau. Jetzt muss ich nur noch durchhalten. Das kann ich, der Geist ist stark. Im Winterraum der Fischerhütte erhole ich mich gut, wir können weiter zum Klosterwappen. Runter geht es den Wurzengraben. Die Tourengeher, die sich da herauf und danach auch wieder hinunterquälen verdienen Anerkennung. Ich komme auch so gut voran. Die Bedingungen sind ideal, ich sinke gerade mal die obersten paar Zentimeter ein. Die Spuren zeigen, dass vor ein paar Tagen andere Fußgänger unterwegs waren, die wohl bis zum Oberschenkel eingebrochen sind. That’s bad, so bad!

Die Schneedecke geht allmählich in eine Eisdecke über. Ab der Edelweißhütte sind die Eisflächen dann schon sehr oft unterbrochen. Ein Tourenfahrer, der wohl nie aufgibt, rutscht diese seitlich ab. Ein Lärm ist das, als würde jemand mit schwerem Gerät den Berg umackern. Am letzten Zipfel holen Mio und ich ihn ein. Glückseligkeit findet sich in seinem Gesicht. Was hat der? Aber er berichtet von den besten Firnbedingungen seit Ewigkeiten hier am Schneeberg. Oben kann ich mir das sogar vorstellen. Man muss halt bereit sein, so einiges an aperen Höhenmetern auf sich zu nehmen.

Ich habe mich ausreichend ermüdet und lasse mich zufrieden ins Auto fallen. Mit ein bisserl Aufwand werde ich meine Radkondition in eine Bergkondition wandeln – soweit der Plan. Alles gut!

Die Tour auf Garmin