Bergsteigen: Seewiesen – Seeleiten

Kein Hotel, kein Gasthaus,.. Nix hat offen. Den Schneeberg und die Rax kenne ich schon in aller Stille. Also, mal ein bisserl weiter mit dem Auto, nach Seewiesen und hier ist dann doch nicht alles so einfach.

Eigentlich sollte mich die Tour von Seewiesen über den Gamssteig auf den Hochweichsel führen. Abgestiegen wäre ich über Krautgartenkogel, Mieserkogel und Seeleiten. Hätte, hätte, Fahrradkette.

Von Seewiesen geht es durch den Seebergwald mal mächtig bergauf. Stetig und steil, da kann man sich sicherlich austoben. Nach der Abzweigung Richtung Gamssteig zeigen sich die ersten Schneefelder. Der Schnee ist weich genug, um keine Gefahr darzustellen. Anderseits ist er hart genug, um nicht selbst abzurutschen. Aber wären da nicht die Schuhe. Ich habe mir die alten Lowa angezogen. Was ich mir dabei gedacht habe? Vielleicht, dass sie immer so traurig sind, wenn nur die jungen Kollegen rausdürfen? Das Problem mit den Lowa ist nämlich, dass sich das Goretex über die Jahre gewendet haben muss. Soll heißen, Feuchtigkeit und Nässe kommen gut ins Innere, aber keine Luft nach außen.

Und so stehe ich da und schaue auf die glitzernde Schneefläche, auf die Tourengeher ihre Schwünge gezeichnet haben. Fasziniert übersehe ich dabei auch, dass die Spur gar nicht den Firnhang hinaufführt, sondern über teils apere Stellen führt. Aber ich habe keine Ahnung, wie es hinter diesen Hängen Richtung Hochweichsel weitergeht. Und da Corona angesagt ist und ich die falschen Schuhe anhabe, obsiegt die Vernunft und ich übe mich im Umdrehen, das ohnedies mehr Kraft fordert als das Weitergehen.

So steige ich auf die Seeleiten, was ein trockenes Unterfangen ist. Von dort habe ich einen Überblick über den Gamssteig, den Hochweichsel in weiter Ferne und das Plateau. Der Gamssteig wäre sicherlich ohne Steigeisen und ohne Stöcke machbar gewesen, das Plateau sowieso. Der schneebedeckte Hochweichsel in der Ferne schüchtert bei den Bedingungen ein. Aber das tun Gipfel aus der Ferne ja immer. Den hätte man sich anschauen müssen, und Schritt für Schritt hätte es auch geklappt.

Aber so absolviere ich fast trockenen Fußes und absolut vernünftig meine Tour. Zwischenzeitlich sind die neuen Hochtourenschuhe in der passenden Größe gekommen. Der/Die Hochweichsel läuft mir nicht davon, und beim nächsten Besuch bietet vielleicht sogar wieder ein Gastronom Speis‘ und Trank feil.

So kann’s gehen!

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