Urlaub auf den Kanaren

Gottfried und Sabine auf den Kanaren – Was soll man da schon erwarten? Weit mehr, als man denkt!

Zum Zeitpunkt der Planung des Sommerurlaubs wissen wir zumindest schon, dass wir bei der Abreise ausreichend geimpft sein werden. Aber was das genau für die unterschiedlichen Destinationen und die Rückkehr von dort bedeuten wird, können wir nicht vorhersagen. Mir können Konsequenzen egal sein, auch wenn ich nicht in Quarantäne will. Sabine hat mit ihrem Arbeitgeber mehr zu berücksichtigen. Für fast alle Länder außerhalb Europas gilt Reisewarnstufe 6. Die Länder mit niedrigerer Warnstufe lassen dich nicht einreisen. Lydia ist das alles eher wurscht und sie schnappt Jasmin und Carina und sucht die Seychellen als Reiseziel für die drei Schwestern aus.

Und wir? Ans Meers soll es gehen, und so kommen wir auf die Kanaren. Ich bin mäßig begeistert. Aber die Auswahl an Flügen und Hotels ist eben noch gering. Entgegen der Verlautbarungen in den Medien sind wir weit von einem Sommer wie früher entfernt. Zumindest ergattern wir einen Direktflug nach Gran Canaria. Der Flug geht einmal in der Woche! Ich verstehe die Welt nicht. Tja, und dann antwortet mir das erste Hotel, dass man noch nicht sicher ist, ob denn geöffnet wird und wenn, dann nicht vor dem 15. Juli. Upps!

Überhaupt, was soll man schon viel auf den Rentnerinseln erwarten? Wir bleiben zuversichtlich und wollen das Beste daraus machen. Da nimmt Sabine die Suche in die Hand und tippt „Leuchtturm mieten auf den Kanaren“ ein. Prompt wirft die Suchmaschine einen passenden Treffer auf La Palma aus. Auch das wohl kleinste Hotel der Welt auf El Hierro sieht nach Volltreffer aus. Und siehe da, die große Suite im Leuchtturm ist von 12. bis 17. frei. Als dann noch die Suite im kleinsten Hotel vom 17. bis 22. Juli zu haben ist, bin ich sicher, dass da pandemiebedingtes Glück dabei ist. Jetzt noch zwei Tage zu Beginn und zwei Tage zum Ende des Urlaubs auf Gran Canaria und wir sind durch.

Gran Canaria I

Wir haben uns das Seaside Grand Hotel Residencia ausgesucht. Da passt einfach alles. Das Hotel ist Mitglied von „The Leading Hotels of the World“. Mag sein, dass das eine weitere private Institution ist, die gegen Geld ein tolles Zeugnis ausstellt. Aber hier, hier ist wirklich alles fein. Und erst das Abendessen! Küche auf höchstem Niveau. Der Urlaub fängt ja schon mal gut an.

Auch wenn es nicht heißer ist als bei uns, so stöhnt man über die Hitze. Calima soll das sein. Also, jene Wetterlage, bei der heiße Luft aus dem Osten von Afrika kommt und den üblichen Nordost-Passat pausieren lässt. Heiß und etwas trüb ist es, und Wind geht in Maspalomas ja eh keiner. Meinetwegen mag das Calima heißen.

Am ersten Tag wandern wir in die Dünen. Als 10-jähriger Bub war mir das fürchterlich lästig, aber jetzt ist es eigentlich recht fein. Am Strand mischen sich immer mehr Nackte unter die Spaziergänger. Also, so heiß ist es auch wieder nicht. Es scheint niemanden zu stören. Uns stört es auch nicht. In den Dünen ist man dann ohnedies recht alleine. Wir stapfen Dünen rauf und runter, und fotografieren dabei. Wieder am Strand zeigt sich wieder das überaus liberale Treiben. Sabine meint, klar und deutlich ein Schild mit FKK gelesen zu haben. Gut, dann haben wir eben keine nassen Sachen am Heimweg – passt so! Der Atlantik gibt sich von seiner freundlichen, erfrischenden Seite. Zuerst will ich gar nicht wieder raus. Als ich dann doch wieder draußen bin, zeigt sich wenig überraschend das Raynaud-Syndrom bei mir. Meine Hände sind in einem satten Rot und die Fingern käsebleich. Dabei übersehe ich fast, dass immer zwei Nackte unter einem Schirm liegen. Manchmal auch mehrere, aber immer fast ausschließlich Männer. Am Abend recherchieren wir und erkennen, dass der Strandabschnitt bei Kiosk Nummer 7 einer der Schwulen-Hotspots auf Gran Canaria ist. Hmm, einprägsam! Das war also jener Ort, an dem Sabine und ich erstmals gemeinsam im Meer gebadet haben – im Trubel der Strandspaziergänger und der gepflegten Männerschirme.

Zwischen den Inseln

Meine Vorstellung war, dass zwischen den Inseln quasi im Austro-Takt die Fähren pendeln werden. Weit gefehlt! Am Internet kann ich kaum Verbindungen finden. Am Tag vielleicht eine Fähre. Zwischen La Palma und El Hierro gibt es gar keine direkte Fährverbindung und man muss über Teneriffa fahren. Das sind dann acht Stunden am Boot – upps!

Flüge gibt es, aber auch nicht unbedingt direkt zwischen den Inseln. Die Preisgestaltung sieht vor, dass Kanaren nur ein Drittel des Preises zahlen. Als bekennender Europäer bin ich sicher, dass dies gegen die Grundsätze der EU verstößt. Als bequemer Reisender will ich das aber nicht mit dem Mitarbeiter am Schalter diskutieren. So buche ich über booking.com, wo wir die Tickets als Mitglieder einer schwedischen Reisegruppe günstig bekommen.

Zusammengefasst: Wir sind mit Binter geflogen. Die Fluglinie macht einen überaus seriösen Eindruck und ist wahrlich gut organisiert. Da hätte ich keine Sorge, falls es zu einem Flugausfall oder einer Verspätung kommt. Meines Erachtens kann man direkt bei Binter ohne Ticketbüro buchen. Den billigen Preis bekommt man auf der Seite von Binter bei Auswahl von „Residential“. Niemand hat kontrolliert, woher wir kommen.

La Palma – Faro Punta Cumplida

Ein Citroën Berlingo wartet auf uns. Mein spontanes Juchhu bei dessen Anblick erheitert selbst den Mitarbeiter beim Autoverleih. Wer Stil hat, hat eben Stil und so jagen wir im Kleinstlieferwagen aus dem Flughafengebäude. Die Straße schlängelt sich in stetem Auf und Ab der steilen Küste Richtung Norden. Ganz im Nordosten wartet unser Leuchtturm auf uns. Ich erwarte einiges an gestauten Wolken und hohen Wellen. Eben all das, was die Passatwinde aus Nordosten so anschleppen. Das macht diese Seite der Insel schon mal sehr grün. Wilde, dicht bewachsene Felsschluchten weichen im Laufe der Fahrt immer mehr Bananenplantagen. Irgendwann kennt Google eine Abkürzung und zweigt nach rechts in die Plantagen ab. Wir schauen über die Motorhaube steil nach unten Richtung Küste. Wer denkt da an ein Bremsversagen? Wir zählen auf Google Maps. Es wird nicht das einzige Mal sein, dass uns dieser sonst so verlässliche Dienst ins Nirvana schickt. So reversieren wir in unserem Berlingo ohne Rückfahrkamera, Einparksensoren und sonstigem Schnickschnack, ehe wir wieder auf die Hauptstraße zurückkommen. Auch der zweite Versuch ist sicher nicht die „offizielle“ Route, endet aber zumindest nicht in einer Sackgasse.

Ein mit fast edlem Rost überzogenes Tor sperrt den Leuchtturm vor neugierigen Touristen ab. Aber Pili, die Haushälterin, wartet schon auf uns und das Tor öffnet sich langsam. Wir haben die Farero Suite im Hotel Faro Punta Cumplida gemietet. Der „Sockel“ des Leuchtturms ist zu einem Innenhof und drei Suiten modern umgestaltet. Die Suiten La Palma und Atlantico teilen sich die Ostseite, unsere Suite erstreckt sich über die westliche Hälfte. Sie ist damit ein bisserl groß und bietet auch vier Personen reichlich Platz. Die Einrichtung ist ganz nach Beenes Geschmack. Ja, so hätte sie das auch eingerichtet. Mir gefällt es auch überaus. Dass ich es auch so eingerichtet hätte, bezweifeln wir mal, was vorrangig an meinem Geschick liegt! Egal, Richtung Norden, zum Meer hin liegt eine große Terrasse mit Infinity Pool direkt vor dem Schlafzimmerfenster. Heute bläst es aber ordentlich. Unten donnern die Wellen an den Fels. Die Terrasse an der Westseite gehört uns alleine. Sonnenuntergang, du kannst kommen!

Davor werden noch die Details gecheckt. Wo mein 930-tägiges Spanisch nicht reicht, holt Pili Google Translate zur Hilfe. Und Translate scheint besser zu sein als Maps. Wir bekommen die Modalitäten fürs Frühstück hin, lernen weitere Terrassen kennen, erfahren, dass wir den Leuchtturm jederzeit besteigen können und fort ist sie. Jetzt sind wir die einzigen Wärter hier und sehr zufrieden. Was macht man nur fünf Tage in einem Leuchtturm? Na ja, Programm – am besten mit einem Berlingo!

Einen Tag haben wir in den Los Tilos verbracht. Lorbeerwälder mit Wasserfällen laden zum Wandern ein. Das wäre an sich fein. Für uns inszeniert die Bergrettung noch einen Hubschraubereinsatz just, als wir am Mirador stehen. Offensichtlich wollen die Retter wissen, ob wir um Hilfe gerufen haben. Beene streckt den Daumen nach oben. Gottfried, der Nerd, packt sein Bergwissen aus und verwandelt sich in den Schrägbalken eines menschengroßen Ns. Also, N wie keiNe Hilfe nötigt und nicht wie Nix in Ordnung. Wir verstehen uns trotz meinem verbogenen Rumgefuchtel, und der Hubschrauber sucht weiter. Unseres Erachtens in dem extra dichten Wald eher sinnlos, aber bitte. Gruselig ist, dass vor Auftauchen noch dieses polternde Geräusch zu hören war. In den Nachrichten der folgenden Tage war zum Glück nichts zu finden – hmm!

Eine Wanderung auf den Roque de los Muchachos war auch dabei. Man kann mit dem Auto fast bis auf den Gipfel fahren, aber wir wollen ein Stück wandern. Und weil der Gipfel über 2.400 Meter hoch ist, empfehle ich doch eine Jacke. Wenn es auf Meeresniveau 26° hat und die Temperatur alle 100 Höhenmeter um 2/3°C abnimmt, muss es da oben 10° C haben. Nun noch den Wind berücksichtigen und wir sind bei einem Chillfaktor in der Nähe des Nullpunktes. Als wir nach 738 Kurven das Auto auf 2.100m parken und die Tür öffnen, spricht einiges gegen meine Berechnungen. Kurze Hose und Shirt reichen, mit einem Wettersturz ist nicht zu rechnen, die Straße in Rufweite,.. Da lasse ich die Notfallsgerätschaft im Auto und wir steigen nur mit Sonnencreme und Kamera ausgerüstet los.

Für die Hauptstadt Santa Cruz de La Palma reservieren wir auch einen Tag. Recht klein und durchaus überschaubar liegt sie am Hafen und Fuße steiler Felsen. Der schwarze Strand direkt vor der Stadt und neben dem Hafen lädt zum Baden ein. Alles ist blitzsauber, Süßwasserduschen warten, der Weg zum Meer vor ist mit Holzbalken ausgelegt und damit sogar rollstuhlgerecht. Da schau her! Ehe wir uns in die Fluten wagen, stolpern wir noch bei Carmen und Piedro im Restaurant Enriclai rein. Vier Tische, drei Reservierungen und keine Speisekarte. Ich meine zu Carmen, dass wir Glück haben. Mein Spanisch sagt aber, dass sie glücklich ist und nicht dass wir Glück haben. Carmen strahlt, Beene strahlt sowieso und wir sitzen plötzlich am schönsten Tisch des sehr, sehr kleinen Lokals. Carmen zählt auf, was uns erwartet. Das überfordert zwar meine Duolingo-Kenntnisse, aber letztlich verlassen wir ein paar Gänge und Stunden später mehr als zufrieden das winzige Lokal. Mag sein, dass auch der Weißwein von der Insel seinen Beitrag geleistet hat. Das Restaurant Enriclai empfehlen wir wärmstens.

Erwähnenswert sind noch die natürlichen Schwimmbecken „El Piscina Natural de los Pedregales“, wo man vor der Brandung geschützt in Meerwasser baden kann. Gar ein Bademeister hat ein Auge auf seine Gäste. Alles wieder wohl organisiert, einladend sauber und sogar kostenlos. Um den Abend ausklingen zu lassen, bietet sich beispielweise das Fischlokal „Mesón del Mar“ am Hafen „Puerto Espindola“ an. Hier haben wir den letzten Abend auf der Insel verbracht. Auch hier waren wir wie zumeist die einzigen deutschsprachigen Gäste. Mit Englisch kommt man weiter, aber mit meinem Spanisch manchmal sogar noch weiter. Das will was heißen. Wer also Urlaub fernab der Touristenpfade will, ist hier bestens aufgehoben. Nach fünf Tagen verabschieden wir uns von Pili etwas wehmütig. Wie soll man denn das noch toppen! Schauen wir mal, was uns auf El Hierro erwartet. Ach ja, das Mietauto sollen wir unversperrt am Flughafen abstellen und den Schlüssel ins Handschuhfach legen. Das sagt wohl auch einiges aus!

El Hierro

Am 17. Juli fliegen wir weiter nach El Hierro. Allerdings mit einem Zwischenstopp auf Teneriffa. Auf El Hierro wartet kein Mietauto. Diese sind einfach vergriffen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es auf der ganzen Insel nicht einmal einen Berlingo gibt. Auch Paula vom Hotel Puntagrande kann nichts erwirken. Seltsam! Am Flughafen von El Hierro erwartet uns ein Gepäckband. Allmählich wird klar, dass wir nun wirklich am Rande Europas angekommen sind. Alles wieder ordentlich und gepflegt, aber auch sehr überschaubar. Beim Ausgang wartet auch schon jemand auf Gäste. Es ist Davide, der Besitzer des Hotels. Wir waren die einzigen Gäste, die abgeholt wurden. Willkommen in der Ruhe!

Aufs Hotel sind wir schon gespannt. Einerseits ist es das kleinste Hotel der Welt. Als solches war es auch im Guinness Buch der Rekorde geführt. Seit für den Eintrag aber einiges an Geld abzulegen ist, fahren wir also ins „Vermutlich kleinste Hotel der Welt“ mit vier Zimmern und einer Suite. Wir haben die Suite mit einer Terrasse zum Meer hin und einer Richtung Berge. Das Hotel ist auf einer kleinen Lavazunge, die ins Meer ragt, gebaut. Das Meeresrauschen wird uns nicht fehlen. Der zweite Grund für unsere Spannung ist, dass ich mir vor der Abreise von La Palma nochmals die Beschreibung der Suite durchgelesen habe. Unter anderem erwartet uns ein Tantra-Sofa. Aha, und was ist das? Google hilft weiter und wir sind offen für alles. Die Terraza del Amor verspricht völlige Privacy – Na servas, was haben wir da gebucht? Bei der Führung durch die Suite übersehe ich das diskrete Möbelstück und es wäre auch schon ob der tollen Lage und Aussicht in Vergessenheit geraten, läge da nicht der Folder mit diesen Piktogrammen. Na zack!

Im Hotel Puntagrande lässt es sich aushalten, selbst ohne Leihauto. Neben dem Hotel kann man über Leitern ins Meer. Wagemutige springen aus unterschiedlichen Höhen in die Wellen. Fein ist das! Am Abend gibt es ein Fünf-Gang-Menü. Wir lassen uns verwöhnen. Ist es das Ambiente, oder ist der Koch wirklich so gut? Überaus liebe- und kunstvoll ist alles angerichtet. Die Sonne verschwindet im Meer und taucht die Insel in Rottöne. Davide öffnet und dekantiert den Wein. Beides elektrisch – okay, das ist jetzt nicht so romantisch. An den Tischlampen kann man die Helligkeit durch Berührung verstellen, aber muss schon wissen, wie und wo man diese berühren muss. Davide hat für elektrische Spielereien etwas über. Das ist definitiv nicht zu leugnen. In der Früh werden wir einzeln fotografiert und Beene ist erfreut, als sie sich selbst in Kakao-Form vom Cappuccino entgegenlächelt. Bei mir hat das nicht geklappt. In der Früh bin ich sensorisch noch nicht so stark und habe mein Konterfei aus dem 3D-Drucker ohne Beachtung geschluckt. Kann schon mal passieren!

Am nächsten Abend wollen wir dann wieder ins Restaurant und uns mit fünf Gängen fertig machen. Und siehe da, der Koch kocht jeden Abend dieselben fünf Gänge. Und Davide erzählt den jeden Abend dieselbe Geschichte des Hauses. Lediglich Paula übersetzt nur dann, wenn neue, fremdsprachige Gäste dabei sind. So hören wir die Geschichte nur einmal. Egal, für uns wird Fisch zubereitet. Der Koch ist ein Künstler. Auch die Paella Negra am nächsten Abend macht klar, dass hier ein Star an ewig denselben fünf Gängen verkümmert.

Die Tage auf El Hierro sind ohne Leihauto ruhig. Weil wir aber doch auch etwas sehen wollen, führt uns uns Davide an einem Tag mit seinem Auto über die Insel. Charlotte haben wir auch mit dabei. Sie ist als kleines Kind aus Deutschland hierher gezogen. So dolmetscht sie und wir staunen. Davide hat viele Projekte im Kopf. Unter anderem hat er einen Leuchtturm, den Faro de Orchilla, gepachtet, wo er ein Hotel mit fünf Zimmern eröffnen will. Der Leuchtturm liegt wirklich im Nirgendwo. Wenn wir zur Eröffnung kommen wollen, werden wir früher ein Mietauto reservieren müssen.

Auf der Fahrt geht es in die Berge zu La Sabina, die vom Wind gebogenen, Jahrhunderte alten Bäume und höher. Meine Temperaturberechnung wird hier völlig ins Lächerliche gezogen. Auf 1.500m zeigt das Thermometer 39,5°C – oh ha! Gebadet wird dann wieder – guess where – am Meer am „Playa de Tacorón“. Das mit den Naturmeeresbecken hat sich hier durchgesetzt. Einheimische unter der Aufsicht von Bademeistern genießen hier den Tag am Meer. Zurück führt die Strecke quer durch die Pinien- und Lorbeerwälder an einigen Miradores (Aussichtspunkten) und durch den neuen Tunnel nach Frontera, wo auch unser Hotel wartet.

Am Mittwoch hat das Restaurant des Hotels geschlossen und wir spazieren zum Restaurant „Ocho El Hierro“. Dieses liegt oberhalb des „Piscina Natural La Maceta“, wo wir an einem anderen Tag schon zum Baden waren. Im Ocho trifft sich die Community der Insel. Das sind Davide und Paula, so wie die Gäste der Zimmer 1, 2, und 4. Was machen eigentlich die Gäste aus Zimmer 3? Egal, der geneigte Leser erkennt, dass auf der Insel nicht viel los ist. Das stört auch nicht, wenn man nur für ein paar Tage oder Wochen da ist. So kommt es, dass ich am Donnerstag noch einmal vor dem Puntagrande in den Atlantik hüpfe, ehe es wieder mit Davide zum Flughafen geht. Zwei Gates warten. Übersetzt sind Gates mit Türen und das trifft es ziemlich genau. Fein so – Adios El Hierro! Wir kommen wieder!

Gran Canaria II

Die Zivilisation hat uns wieder. Unsere Reservierung im Residencia wurde vermurkst. Wir sind vorbereitet. Weil die Präsidentensuite schon vergeben war, habe ich halt die Master Suite genommen. Nun hat man drei Buchungen für die zwei Master Suiten und wohl ein Problem in einem Leading Hotel of the World. Herr Heitzig und Team begrüßen uns. Herr Heitzig weiß wohl, dass er unter Verdacht steht und verliert nicht viel Worte. Man hat die schönste Juniorsuite für uns hergerichtet. Soll so sein! Das Zimmer im ersten Stock ist auch herausragend. Wir sind zufrieden. Eine Bouteille aus dem Hause Taittinger soll uns trösten und verschafft uns prompt bei den hohen Temperaturen kurze Lebendigkeit, ehe sich ein Zustand überkommt, den man durchaus als Vollrausch bezeichnen kann. In diesem verriegle ich noch die zwei Einzelbetten, ehe das Abendessen im leicht komatösen Zustand erwartet wird.

Im Residencia sind nun viel mehr Gäste als noch vor zwei Wochen. Das bedeutet keineswegs Gedrängtheit, viel eher können wir viel mehr schillernde Exemplare aus des Herrn großem Zoo bewundern und studieren. Poolleben mit Eiskaffee hat auch etwas.

Unser Ausflug nach Maspalomas ist das die völlige Überraschung noch für mich. Vor dreißig Jahren gab es hier vorwiegend Schmuckverkäufer aus Nordafrika, bei denen vermutlich nie jemand wirklich die feilgebotene Ware erworben hat. Stattdessen hatte er unter seinen komischen, verstaubten Ketterln den eigentlichen Umsatzbringer in Form von Gras. 2021 ist davon keine Spur, stattdessen gepflegte Hotels und Cafés. Alles nicht meine erste Urlaubswahl, aber unvergleichbar besser als vor Jahrzehnten. Somit muss ich mich in aller Form bei Gran Canaria für meine geringen Erwartungen entschuldigen.

Das Residencia ist und bleibt eine Luxus-Oase. Hier lassen sich die letzten beiden Tage natürlich besonders angenehm verbringen.

Passt alles!
Überraschend toller Urlaub auf den Kanaren. Auf Gran Canaria hatten wir Luxus und auf La Palma und El Hierro eine Individualreise der ganz feinen Art!